Die norddeutsche vor 25 Jahren

Neue Becken für die Kläranlage Farge

Vor 25 Jahren berichtete DIE NORDDEUTSCHE über neue Becken für die Kläranlage Farge, den Umbau des ehemaligen Gefängnisses in Blumenthal und den Spatenstich für das „Haus der Zukunft“ in Lüssum.
10.01.2021, 06:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Gabriela Keller

Über ein Millionen-Bauprojekt in Blumenthal informierte DIE NORDDEUTSCHE vor 25 Jahren. Am 9. Januar 1996 berichtete unsere Zeitung über die Fortschritte der Bauarbeiten an der ehemaligen Frauenhaftanstalt an der Landrat-Christians-Straße. Der Knast wurde für vier Millionen Mark zum Grundbuchamt umgebaut. Das war damals noch im Amtsgerichtsgebäude neben dem ehemaligen Gefängnis untergebracht. Dort aber wurde der Platz knapp.

„Das Grundbuchamt platzt aus allen Nähten, was vor allem mit der 1989 erfolgten Ausweitung des Amtsberichtsbezirks auf den Ortsamtsbereich Burglesum zusammenhängt“, heißt es in dem Bericht vom 9. Januar. Mehr Platz für die steigende Zahl von Akten aber auch für die Mitarbeiter sollte der Umzug in das ehemalige Gefängnis bringen. Ein Umzugsdatum wird im Artikel der NORDDEUTSCHEN auch genannt: „Im Frühjahr 1997 werden die Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen sein, die dem Amtsgericht insgesamt rund 730 Quadratmeter mehr Nutzfläche bringen sollen.“

Anfang Juni 1997 erfolgte schließlich der Umzug in die umgebauten Räume. „Eine Woche lang haben die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Akten geschleppt. Aus den alten Regalen, über den Hof und in die neuen luftigen Zimmer des ehemaligen Gefängnisses“, schilderte DIE NORDDEUTSCHE. Insgesamt 32.000 offene und 47.000 geschlossene Grundakten. In dem Bericht wird auch angekündigt, dass bald moderne Datentechnik in das Grundbuchamt einziehen soll. Im Jahr 2000 war es soweit, die ersten Grundbücher wurden auf EDV umgestellt.

„Weniger Stickstoff in der Weser“ titelte DIE NORDDEUTSCHE am 10. Januar 1996. In der Kläranlage Farge wurden mehrere neue Becken in Betrieb genommen. 53 Millionen Mark hatten die Bremer Entsorgungsbetriebe (BEB) als damaliger Betreiber dafür in die Hand genommen. Hintergrund der Umbauten waren Beschlüsse der Nordseeschutzkonferenz. „Darin haben sich die Anrainerstaaten darauf geeinigt, den Anteil von Stickstoffverbindungen im Abwasser um 50 Prozent zu verringern. Stickstoff spielt ebenso wie Phosphat bei der Überdüngung von Flüssen und Meeren eine wesentliche Rolle“, schrieb DIE NORDDEUTSCHE. Durch den Umbau sei die Stickstoff-Menge, die jährlich über die Kläranlage in die Weser gelange, von 200.000 auf 50.000 Kilogramm reduziert worden, wird die BEB zitiert.

„Zu den neuen Anlagen auf dem Betriebsgelände gehört ein sogenanntes Anaerobbecken, in dem Bakterien Sauerstoff entzogen wird. Die Folge: Die Bakterien nehmen mehr Phosphat aus dem Abwasser auf“, heißt es in dem Bericht. „Ebenfalls neu sind eine Reihe von sogenannten Nitrifikations- und Denitrifikationsbecken. In ihnen wird mithilfe von Bakterien der aus menschlichem Harnstoff entstehende Ammoniumstickstoff in Nitrat verwandelt und so aufgespalten, dass die Stickstoffbestandsteile in die Atmosphäre entweichen.“ Das Gesamtvolumen der Becken sei von 16.000 auf 46.000 Kubikmeter vergrößert worden, heißt es im Artikel.

Seit 1973 ist die Kläranlage in Farge in Betrieb. Im Laufe der Jahrzehnte gab es diverse Umbauten und Weiterentwicklungen. Gegen den Gestank aus der Anlage wurde ein Biofilter eingebaut, eine Fotovoltaikanlage für das Verwaltungsgebäude angeschafft und ein mit Faulgas betriebenes Blockheizkraftwerk gebaut. Seit 1999 betreibt Hansewasser die Kläranlage, in der Abwässer aus Bremen-Nord sowie den niedersächsischen Nachbargemeinden Schwanewede und Lemwerder gereinigt werden. Nach Angaben von Hansewasser werden in Farge heute täglich 16.000 Kubikmeter Abwasser gereinigt. 96 Prozent des Phosphors, 84 Prozent der Stickstoffverbindungen und 99 Prozent der Kohlenstoffverbindungen würden dabei aus dem Abwasser entfernt.

Vor 25 Jahren wurde in Lüssum für einen Neubau in der Erde gebuddelt. Am 11. Januar 1996 berichtete DIE NORDDEUTSCHE über die ersten Spatenstiche für das „Haus der Zukunft“ als Treffpunkt und Dienstleistungszentrum für die Bewohner des Quartiers. Für 2,3 Millionen Mark soll ein Niedrigenergiehaus entstehen: mit Café, Büro-, Seminar- und Beratungsräumen, einer Gymnastikhalle und Kinderbetreuungsangebot auf insgesamt rund 670 Quadratmetern. Mit einem Jahr Bauzeit werde gerechnet, zitierte DIE NORDDEUTSCHE den Trägerverein. Am 4. Juli 1997 wurde das „Haus der Zukunft“ eröffnet. Seit 2007 ist es als Mehrgenerationenhaus anerkannt und wird vom Bund mitgefördert. Sport-, Kreativ- und Bildungsangebote sowie Beratungsangebote führen verschiedene Generationen und unterschiedliche Kulturen unter einem Dach zusammen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+