Fußball-Landesliga DJK Blumenthal nimmt das Geschenk an

Trainer Wolfgang Stedtnitz will mit seinem Team die zweite Chance in der Fußball-Landesliga nutzen
27.04.2021, 14:04
Lesedauer: 3 Min
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Von Jens Pillnick

Blumenthal. DJK Germania Blumenthal, das darf man nach erfolgter Saisonannullierung des Bremer Fußball-Verbandes (BFV) in den Herrenklassen wohl so sagen, zählt zu den Profiteuren dieses Beschlusses. Es gibt keine Absteiger und der Klub erhält eine weitere Chance in der Landesliga. Die sieben ausgetragenen Spieltage hatten gezeigt, dass den Nordbremern kein konkurrenzfähiger Kader zur Verfügung stand: null Punkte und ein Torverhältnis von 3:60 unterstreichen die Einschätzung in Zahlen. Und auch wenn Wolfgang Stedtnitz, Vereinsoberhaupt und Landesliga-Trainer in Personalunion, eine Steigerung ausgemacht hatte und darauf verweist, dass die meisten Spiele gegen ebenfalls unten stehende Teams noch nicht absolviert waren, bezeichnet er den Klassenerhalt „als Geschenk.“

Ein Geschenk, das er annehmen will. Dabei gesteht Wolfgang Stedtnitz ein, sich durchaus Gedanken über einen Rückzug in die Bezirksliga gemacht zu haben. Doch letztlich sei aus dem Spielerkreis der Wunsch geäußert worden, weiterhin in der Landesliga zu spielen. Außerdem rechnet sich Wolfgang Stedtnitz in puncto Neuzugängen in dieser Konstellation mehr aus: „Die Landesliga zieht mehr Leute.“ In Corona-Zeiten neue Akteure zu sich zu holen, ist aber alles andere als eine leichte Aufgabe. Und das gilt nicht nur im Fall von DJK Germania Blumenthal. „Die Spieler, mit denen ich spreche, sagen immer das gleiche: Sie wollen erstmal ein Training mitmachen“, erklärt Stedtnitz und kann dementsprechend noch nichts vermelden. Er rechnet also damit, dass sich viele Spieler erst spät entscheiden werden, für wen sie auflaufen. Oder, dass der eine oder andere gar nicht mehr auflaufen wird: „Einige werden auch festgestellt haben, dass es zu Hause ganz schön ist.“

Aus dem bestehenden Kader habe er indes positive Signale erhalten. „Bis jetzt gibt es noch keinen Abgang, aber ich bin auch noch nicht mit allen Gesprächen durch“, sagt der DJK-Trainer, der eine Reihe von Gründen anführt, wie DJK in dieses Dilemma geschlittert sei. Mit Trainer Aydin Pekyalcin, der kurzfristig ab- und er eingesprungen sei, habe alles begonnen. „Viele von denen, die zugesagt haben, haben sich dann kurz vor der Wechselfrist abgemeldet“, führt Bruder Gerd Stedtnitz als Mannschaftsverantwortlicher weiter aus. Und selbst auf Verbliebene hätte man sich nicht verlassen können, ausgefallene Trainingseinheiten oder Trainingseinheiten mit fünf oder sechs Spielern wären keine Seltenheit gewesen. „Ich habe alles versucht, habe viermal Training angeboten“, schildert Wolfgang Stedtnitz seine Bemühungen, um zu retten, was zu retten ist. Doch das war nicht viel. Gerd Stedtnitz: „Wir sind bei null angefangen.“ Die Entscheidung, die Reste aus der Mannschaft mit den Spielern aus der Zweiten zu verschmelzen, verhinderte zwar ein Nichtantreten, konnte aber logischerweise die sportlichen Anforderungen nicht erfüllen.

Es war klar, dass von Spielern aus der Kreisliga B keine Wunderdinge erwartet werden durften. Eine Entwicklung des Teams hatte Gerd Stedtnitz allerdings festgestellt: „Sie mussten erst zusammenwachsen, aber langsam kam das.“ Zudem hätte erst vermittelt werden müssen, dass nicht jeder spielen könne, wo er möchte, sondern dort spielen müsse, wo er am effektivsten sei. Für Gerd Stedtnitz habe es im Gegensatz zu seinem Bruder übrigens nie Gedanken über einen freiwilligen Rückzug in die Bezirksliga gegeben. Die Begründung liefert er mit: „Es ist leichter, in der Klasse zu bleiben, als wieder hochzukommen.“

Nun hat sich das Personal gegenüber dem siebten und letzten Saisonspiel, in dem DJK eine schon fast hoffnungsvoll klingende 1:4-Niederlage gegen Tura Bremen erlitten hatte, zwar noch nicht verändert, aber die Voraussetzungen vor dem Start in die Serie 2021/22 werden trotzdem andere sein. Alle wissen, dass Wolfgang Stedtnitz weiter auf dem Trainerstuhl sitzt und die Vorbereitung könnte diesmal in geordneteren Bahnen laufen. Wolfgang Stedtnitz: „Wir werden früh anfangen und von Anfang an eine vernüftige Vorbereitung machen.“ Dass sich auch neue oder altbekannte Spieler für einen Wechsel beziehungsweise eine Rückkehr zu DJK Blumenthal entscheiden, das ist die große Hoffnung von Wolfgang Stedtnitz. Demjenigen, der DJK das Ja-Wort gibt, dem winkt nicht nur ein Platz im Landesliga-Kader, sondern auch die Teilnahme an der deutschen DJK-Meisterschaft, die Pfingsten 2022 über die Bühne gehen soll. „Bombe, das macht Spaß ohne Ende“, weiß Wolfgang Stedtnitz, der den Wettbewerb bereits als Jugendtrainer miterlebt hat. In den nächsten Wochen wird sich dann zeigen, welche Sogwirkung ein Platz im Landesliga-Kader und die Teilnahme an den DJK-Meisterschaften haben wird.

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