Ausstellung im Doku Blumenthal

Doku thematisiert Heimerziehung

Die Ausstellung „Denn bin ich unter das Jugenamt gekommen“ rekonstruiert den Heimalltag von Bremer Jugendlichen in Einrichtungen der Jugendfürsorge in der Zeit des Nationalsozialismus.
23.05.2021, 08:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Doku thematisiert Heimerziehung
Von Björn Josten
Doku thematisiert Heimerziehung

Ausstellung im Doku Blumenthal: „Denn bin ich unter das Jugenamt gekommen“.

Doku Blumenthal

Das Doku in Blumenthal kann die Wanderausstellung „Denn bin ich unter das Jugenamt gekommen“ nun doch noch der Öffentlichkeit präsentieren. Das teilte jetzt Kim Kraul vom Doku mit. Allerdings sind Besuche nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Die Ausstellung, die mit einem Originalzitat betitelt ist, rekonstruiert den Heimalltag von Bremer Jugendlichen in Einrichtungen der Jugendfürsorge in der Zeit des Nationalsozialismus und zeichnet erstmals nach, wie das „Sichten und Sieben“ in einem sich radikalisierenden Bremer Fürsorgeerziehungssystem funktionierte. Im Auftrag des Diakonischen Werkes entwickelte die Kulturwissenschaftlerin Gerda Engelbracht das Ausstellungskonzept.

Hintergrund der Ausstellung: „Wie war der Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die zwischen 1933 und 1945 in evangelischen Heimen der Kinder- und Jugendfürsorge untergebracht waren? Was erlebten sie dort und welche Rolle spielten Heimleitende, Psychiater und die Verantwortlichen in den Behörden? Welche Auswirkungen hatte das ,Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses' und die Verlegungen in außerbremische Erziehungsanstalten und Jugendkonzentrationslager?“ Die Ausstellung dokumentiert das Erleben der Jugendlichen unter anderem im Ellener Hof, im Marthasheim, aber auch in außerbremischen Einrichtungen wie der Betheler Zweiganstalt Freistatt oder der Diakonissenanstalt Kaiserswerth. Die Biografien jugendlicher Mädchen und Jungen machen die dramatischen, zum Teil tödlichen Folgen der Aussonderung aus der „Volksgemeinschaft“ greifbar: die Durchführung von Zwangssterilisationen, die Deportation in Jugendkonzentrationslager und Einrichtungen der „Euthanasie“- Aktionen. Dokumente und Bilder ergänzen die Präsentation.

Info

Die Ausstellung ist noch bis zum 14. Juni zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Mittwoch, jeweils von 10 bis 14 Uhr und Donnerstag zwischen 12 und 16 Uhr. Anmeldung: 0421 / 6039079.

 

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+