Fußball-Bezirksliga Bremen

Ein meisterliches Saisonende

Titelträger SV Türkspor hat am letzten Spieltag nichts verschenkt und Borgfeld II besiegt. Einigen Wirbel gab es darum, wie viele Treffer Torschützenkönig Milan Meyer beim 6:3 erzielt hat.
17.06.2019, 16:19
Lesedauer: 4 Min
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Von Jens Pillnick

Bremen-Nord. Bezirksliga-Meister SV Türkspor hat sich mit einer eindrucksvollen Leistung Richtung Fußball-Landesliga verabschiedet. Beim 6:3-Heimerfolg über den SC Borgfeld III trumpfte Milan Meyer groß auf und sicherte sich die Torjägerkrone. Der Blumenthaler SV II erfüllte im Schlussspurt die Pflicht gegen den Tabellenletzten TSV Grolland (3:1), die TSV Farge-Rekum unterlag dem in die Landesliga aufsteigenden Vizemeister TSV Hasenbüren mit 2:5.

SV Türkspor – SC Borgfeld II 6:3: Was für ein Saisonfinale. Der SV Türkspor spielte nicht nur meisterlich, sondern holte sich auch noch – in Person von Milan Meyer – die Torjägerkrone. „Milan hat sein bestes Saisonspiel gemacht“, freute sich Türkspor-Trainer Bahadir Kilickeser über die Galavorstellung seines Torjägers.

Fraglich ist nur, wie viele Treffer Meyer tatsächlich erzielte. Definitiv nicht korrekt ist die Eintragung des Unparteiischen, der fünf Treffer notierte. Meyer selbst beanspruchte drei Treffer für sich, Kilickeser gestand ihm vier zu. „Beim Treffer zum 6:2 ist Milan angeschossen worden, und von seinem Oberschenkel ist der Ball ins Tor gegangen“, erklärte Kilickeser, nachdem Borgelds Trainer Lutz Repschläger (der sogar nur zwei Meyer-Treffer gesehen haben will) die Richtigkeit der Eintragungen angezweifelt hatte, auf Nachfrage.

Die Eintragungen unter fussball.de sind also mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Vonseiten des Bremer Fußballverbands teilte Pressesprecher Oliver Baumgart mit, „dass wir dem Spielbericht des Schiedsrichters Glauben schenken und diese Statistik nicht mehr verändern werden“. Ob Milan Meyer nun fünf, vier oder drei Tore erzielt hat, ist nicht entscheidend. Selbst bei drei Treffern wäre er mit Weyhes Gordy Henrifa Ongang Mumpese noch gleichauf (35) auf einem gemeinsamen ersten Platz. Wie auch immer: Mit offiziellen 37 Treffern gilt Milan Meyer als Torschützenkönig. Und wäre Türkspor gegen LTS II nicht zu einem kampflosen Sieg gekommen, hätte Meyer möglicherweise noch mehr Tore auf seinem Konto.

Relativ unstrittig scheint also, dass Milan Meyer gegen Borgfeld das 1:1, 3:1 und 5:2 erzielte. Das 2:1 hatte Cebrail Finke markiert, das 4:1 Ralf Bela Prieß mit einem 30-Meter-Kracher (Kilickeser: „Das schönste Tor des Tages“) und beim 6:2 hatte Kubilay Acan offenbar den von Meyer ins Tor abgefälschten Schuss abgegeben.

Der DJK-Trainer bezeichnete die Vorstellung seines Teams am Tag nach der Abschlussfeier (ein gemeinsamer Grillabend mit der Alten Herren) als von der ersten Minute an dominant und deutete an, dass der Aufstieg für seine Mannschaft zur rechten Zeit kommt: „Wir haben gezeigt, dass wir Landesliga-Niveau haben.“ Bezeichnend dafür hatten sich die Nordbremer vom frühen Rückstand auch nicht irritieren lassen und ihn über ein 2:1 zur Halbzeit auf das sehenswerte 4:1 nach 60 Minuten umgewandelt. Das Unternehmen Landesliga startet am Donnerstag, 11. Juli, mit dem Trainingsauftakt.

Blumenthaler SV II – TSV Grolland 3:1 (1:0): Am Tag des 100. Vereinsgeburtstages ist die BSV-Reserve erst im Schlussspurt zu einem Erfolg über das abgeschlagene Schlusslicht gekommen und musste sich bei den Feierlichkeiten nicht in der Ecke verkriechen. Jeweils auf Vorarbeit von Andreas Beutelsbacher erzielte Mirko Leppek die Treffer zum 2:1 (83.) und 3:1 (90.). Beim Führungstreffer in der vierten Minute war Beutelsbacher nicht der Vorbereiter, sondern der Vollstrecker gewesen. Torben Vopalensky hatte ihn nach einer schönen Kombination bedient.

Zwischen dem ersten und dem zweiten BSV-Treffer lag eine Phase, in der die Partie in beide Richtungen hätte verlaufen können. Der BSV war die ersten 35 Minuten dominant, legte aber nicht nach, und auch nach dem Seitenwechsel gingen Torben Vopalensky und Leandro Zanatto Borges mit ihren Möglichkeiten zu großzügig um. Großzügig auch die Mithilfe zum Ausgleichstreffer, den die Blumenthaler mit einem missglückten Rückpass vorbereiteten. „Danach hätte Grolland auch in Führung gehen können“, gestand der diesmal nicht mitwirkende BSV-Spielertrainer Daniel Rosenfeldt ein. Tat der Tabellenletzte aber nicht, und so zahlten sich schließlich noch die nach dem Ausgleich vorgenommenen Wechsel und die offensive Umstellung aus.

TSV Farge-Rekum – TSV Hasenbüren 2:5: Die Hoffnung, dass die per Bus angereisten Hasenbürener eine Kaffeefahrt in Bremens nördlichsten Zipfel unternehmen, zerschlug sich schnell. „Wir hatten gedacht, dass die die Aufstellung vielleicht auslosen“, erklärte Malte Golla, der mit Dennis Zäbe und Jerome Schröder das Erfolgstrio bildete, das die Farger vor dem Abstieg bewahrte. Doch trotz des schon sicheren Aufstiegs und der guten Stimmung mit rund 150 Zuschauern aus beiden Lagern hätte die Gäste „durchgezogen“. Die Farger hinterließen besonders bei Standards keinen sicheren Eindruck und kassierten so drei der fünf Gegentreffer.

Zweimal gelang den Gastgebern der Anschluss. Zunächst verwandelte Sebastian Heese einen an Marco Greul verursachten Strafstoß zum 1:2 (30.), später beförderte Joker Thorben Jendroschek den abprallenden Ball nach schön vorgetragenem Konter zum 2:3 (69.) in die Maschen. Die Hoffnung, eventuell noch ein Remis zu erreichen, wurden mit Hasenbürens Treffern Nummer vier und fünf (85./87.) zerschlagen. „Wir hätten schon gerne die drei Punkte gehabt, um noch den einen oder anderen zu überholen“, gab Malte Golla zu und muss sich mit seinen Fargern jetzt mit Rang 14 begnügen. Im Siegesfall wäre Farge auf Rang zehn vorgerückt.

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