50 Jahre Freibad Blumenthal

Eine Feier zum Jubiläum

Bürger, Vereine, Nordbremer Beiräte, alle haben sie für den Erhalt der Schwimmstätte gekämpft. Bei der Geburtstagsfeier ist ihr Engagement jetzt gewürdigt worden.
04.08.2019, 15:39
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Von Albrecht-Joachim Bahr
Eine Feier zum Jubiläum

Das Freibad Blumenthal hat Tradition – genauso wie das Springen vom Turm, wie hier bei der sogenannten Arschbomben-Meisterschaft.

Christian Kosak

Blumenthal. Birgit Rüst und ihr Ehemann, Bremens Ex-Bürgermeister Jens Böhrnsen, kommen jeden Tag aus St. Magnus her, um im Freibad Blumenthal frühmorgens ihre Runden zu schwimmen. Der Bürgerschaftsabgeordnete und Neu-Blumenthaler Elombo Bolayela schaut an Sonn- und Feiertagen mit seiner Familie vorbei. Und Blumenthals Ortsamtsleiter Peter Nowack sagt, dass er hier seine halbe Kindheit und Jugend verbracht habe. Soweit die kurzen Stellungnahmen von einigen Gästen, die zur Feier des 50. Geburtstags der Schwimmstätte ins Freibad Blumenthal gekommen waren.

Empfangen wurden die Festbesucher von Bademeister Jochen Ralle, der nach einen kurzen Begrüßung das Wort an Staatsrat Jan Fries vom Senator für Sport weitergab. Fries wiederum erinnerte daran, dass es vor gut zehn Jahren wohl niemand für möglich gehalten haben würde, dass man sich hier und heute zum Jubiläum treffen würde: „Damals wurde beschlossen, das Freibad zu schließen.“ Es sei wirtschaftlich und wegen Sicherheitsmängeln nicht mehr tragbar gewesen.

Doch die Blumenthaler, viele Vereine, nicht zuletzt die Nordbremer Beiräte und Ortsamtsleiter hätten damals aufbegehrt und schließlich die Behörden zum Umdenken bewogen. „Manchmal kommt Protest auch bei der Politik an“, meinte Fries. „Mit Mitteln des Konjunkturpakets II eröffneten sich Perspektiven für eine Lösung unter Beteiligung der Bremer-Bäder-Gesellschaft und der Mitglieder des Fördervereins, ein zukunftsträchtiges Konzept wurde erarbeitet“.

In den Jahren 2009/10 sie das Bad für knapp zwei Millionen Euro umgebaut worden. Seitdem werde es von der Bremer-Bäder-Gesellschaft betrieben und eigenverantwortlich durch den Förderverein geführt. Fries lobte das Engagement des Vereins. Zusammen mit der Beteiligung des Sportressort an den Betriebskosten trage es dazu bei, das Bad zukunftsfähig zu machen.

Martina Baden, Geschäftsführerin der Bremer Bäder, meinte: Der Kampf um das Freibad Blumenthal wie überhaupt um Bremens Bäder habe sich gelohnt. Allein für den Neubau des geplanten Kombibades in Horn und die Baustellen Bremer Westbad und Freizeitbad Vegesack stünden demnächst gut 75 Millionen Euro zur Verfügung.

„Früher“, sagte Martina Baden, „sei man über den Zaun geklettert, um zu schwimmen“. Heute würden immer mehr Eltern ihren Kindern nicht mehr das Schwimmen beizubringen, beklagte die Geschäftsführerin der Bremer Bäder. Dabei sollte jeder Mensch schwimmen können, meinte Baden.

Volker Beringer, Vorsitzender des Fördervereins Freibad Blumenthal, sprach von vielen Kämpfen, die für den Erhalt des Freibades gefochten wurden. Auch von Niederlagen, die es immer wieder mal gegeben habe. Er erinnerte an die Mitstreiter der ersten Stunde wie den ehemaligen Bürgerschaftsabgeordneten und Blumenthaler Beiratssprecher Klaus Peters, der zwölf Jahre Vorsitzender des Kuratoriums Freibad Blumenthal war.

Beringer dankte der DLRG, der Feuerwehr Blumenthal und den örtlichen Politikern, die mit ihrem Engagement dazu beitragen würden, das Freibad am Laufen zu halten. „Die Besucher sind zufrieden bis begeistert“, sagte er mit Blick auf den regen Betrieb auf dem Badgelände. Der Zulauf sei da. „So wie es jetzt ist, damit können wir zufrieden sein“, meinte der Förderverein-Vorsitzende.

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