Peter Bailote Penisga löst Peter Moussalli ab

Zweites Regionalliga-Paket geschnürt

Die Messlatte für den BSV-Junioren-Trainer Peter Bailote Penisga liegt hoch. Doch der Neue, 41 Jahre alt, und früher Torjäger bei Tura Bremen, dem Lüssumer TV und SV Grohn, lässt sich davon nicht einschüchtern
13.05.2020, 14:10
Lesedauer: 4 Min
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Von Jens Pillnick
Zweites Regionalliga-Paket geschnürt

Peter Moussalli (hinten) übergibt das Traineramt bei den Regionalliga-C-Junioren des Blumenthaler SV in der neuen Saison an Peter Bailote Penisga. Der Neue ist vielen noch als Torjäger von Tura Bremen, des Lüssumer TV und SV Grohn bekannt. Derzeit trainiert er die C-Junioren des SV Grambke-Oslebshausen.

Jens Pillnick

Die Verantwortlichen des Blumenthaler SV haben das Paket für ein zweites Jahr in der Fußball-Regionalliga Nord der C-Junioren geschnürt. Nach reiflicher Überlegung, ob die finanzielle Last und der sportlicher Lohn in einen Gleichklang zu bringen sind, folgte nun das Go. Doch nicht nur die Meldung für die Regionalliga steht fest, sondern auch der neue Coach. Peter Moussalli, der Präsident und C-Junioren-Trainer in Personalunion ist, wird von Peter Bailote Penisga, der derzeit beim SV Grambke-Oslebshausen tätig ist, abgelöst. Moussalli wird künftig für die B-Junioren zuständig sein.

Unter dem Strich, so ließ Peter Moussalli durchblicken, stand die sportliche Herausforderung bei der Entscheidungsfindung am Ende im Vordergrund. Doch auch sie sollte, neben dem finanziellen Wagnis, berechenbar sein. Zu tief sitzt der Stachel aus der Serie 2013/14 immer noch, als der Blumenthaler SV in der C-Junioren-Regionalliga als Letzter mit vier Punkten das gewesen war, was Moussalli ganz unverblümt als „Fallobst“ bezeichnet.

Doch jetzt, sechs Jahre später, hat sich herausgestellt, dass C-Junioren-Regionalliga am Burgwall auch ganz anders aussehen kann. Der BSV ist Überraschungs-Vierter und hat am letzten Spieltag vor der Saisonunterbrechung den Tabellenführer VfL Wolfsburg gestürzt. „Es wäre traurig, wenn wir den Jungs diese Plattform nicht mehr bieten würden“, spuckten Moussalli und Co. sich also in die Hände und schafften die Voraussetzungen.

Der Kern des Teams um die Mannschaft herum wurde mit Cheftrainer Peter Bailote Penisga und Teamchef Carsten Niewiem bereits gefunden, derzeit wird noch ein Co-Trainer gesucht. Und natürlich ein konkurrenzfähiger Kader. „Viele Spieler haben signalisiert, dass sie Bock haben. Wir haben auch Bock“, sieht Moussalli den BSV auch diesbezüglich auf einem guten Weg. Kein Wunder, der vierte Platz hinter den Regionalliga-Schwergewichten HSV, Werder und Wolfsburg und vor Teams wie St. Pauli und Hannover ist ein Empfehlungsschreiben der besonderen Art an alle Kicker der Region. Ab er auch ein Abschneiden, das nach Einschätzung des BSV-Bosses einmalig bleiben dürfte: „Das ist nicht zu toppen, nicht wiederholbar.“

Die Messlatte für den Moussalli-Nachfolger Peter Bailote Penisga liegt also hoch. Doch der Neue, 41 Jahre alt, und früher Torjäger bei Tura Bremen, dem Lüssumer TV und SV Grohn, lässt sich davon nicht einschüchtern: „Es ist eine Herausforderung, genauso gut oder besser zu sein. Aber auch ein extremer Druck.“ Eine Einschätzung, was seine Mannschaft zu leisten im Stande sein wird, lässt sich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch gar nicht abschätzen. Denn Corona-bedingt geht es ja erst in den nächsten Wochen in die Phase der Kaderzusammenstellung.

Natürlich gibt es infrage kommende Jungs aus der eigenen Talentschmiede und auch Peter Bailote Penisga bringt seinen Sohn Cristiano vom SV Grambke-Oslebshausen, wo er sechs Jahre lang als Trainer und auch im Abteilungsvorstand tätig war, mit zum BSV. Doch letztlich sind die Nordbremer auf Externe (Moussalli: „Wir haben einen guten Kontakt zu Werder. Vielleicht können wir da zwei, drei Spieler abgrasen“) angewiesen.

Externe haben sich bisher zwar fleißig gemeldet, aber die Sichtungstrainings fielen der Corona-Pandemie zum Opfer. Da es nun aber ja grünes Licht für Training unter freiem Himmel (natürlich unter Einhaltung strenger Maßnahmen) gibt, werden die Sichtungen nachgeholt: am 20. und 27. Mai sowie am 10. Juni um 17 Uhr jeweils am Bockhorner Weg. Anmeldungen bei Teamchef Carsten Niewiem sind unter 0176 216 776 90 erwünscht. „Wir werden dabei so etwas wie einen kleinen Sporttest machen“, kündigt Peter Bailote Penisga an. Was auch immer am Saisonende herauskommt: „Wir wollen das Jahr unvergessen machen“, sagt Peter Bailote Penisga.

Der neue Trainer, der mit seiner Frau Lenia und den Söhnen Cristiano (13) und Fernando (11) in Oslebshausen wohnt, beendete seine Karriere nach einem Kreuzbandriss bereits mit 31 Jahren, die vorhergehenden Turbulenzen beim Lüssumer TV und SV Grohn erleichterten ihm diesen Schritt. Fortan gehörte sein Herz dem Jugendfußball. Beim SV Grambke-Oslebshausen baute er in der F-Jugend beginnend eine Mannschaft auf, die in der D-Jugend in der Verbandsliga spielte und jetzt in der C-Junioren-Bezirksliga. Obwohl ihm immer wieder Angebote vorgelegen hätten, eine Herrenmannschaft zu übernehmen, lehnte er dankend ab. „Die Bremen-Liga reizt mich nicht. Da spielt man immer gegen die gleichen Mannschaften“, schildert Peter Bailote Penisga die Sicht seiner Dinge und liebt die Ehrlichkeit beim Jugendfußball. „Ich wollte eher eine Bundesliga- oder Regionalliga-Mannschaft der Junioren trainieren“, beschreibt er das Ziel, dass er jetzt erreicht hat: „Mir ist bewusst, was ich beim SVGO aufgebe. Aber so ein Angebot kriegst du nicht so oft im Leben.“

Das mitreißende 3:3-Unentschieden des Blumenthaler SV nach 0:3-Rückstand gegen FC St. Pauli, das er vor Ort verfolgte, hatte ihm den letzten Kick gegeben, Trainer auf dieser Ebene sein zu wollen. Sohnemann Cristiano und dessen Freund hatten schon vor langem gesagt, dass sie es gerne in der nächsten Saison beim Blumenthaler SV versuchen wollten, Peter Bailote Penisga kam dort als Trainer erst deutlich später ins Gespräch.

Ein Gespräch mit Peter Bailote Penisga bringt hinsichtlich seiner Fußball-Philosophie nicht wirklich Unerwartetes an den Tag. Ein Ex-Stürmer liebt schließlich das Toreschießen, er steht für Offensivfußball. „Ich gewinne lieber 5:4 als 1:0“, sagt der 41-Jährige. Aber er setzt den Satz noch fort: „Aber am liebsten gewinne ich aber 5:0.“

Soll heißen: Peter Bailote Penisga gefällt es, wenn sein Team viele Tore schießt. Aber es gefällt ihm ebenso, wenn es nur wenige kassiert. Er weiß, dass sich die Regionalliga nicht im Sturm erobern lässt und fängt, wenn es darum geht, Schwerpunkte für den künftigen Kader zu setzen, hinten an: „Wir brauchen einen guten Torwart, eine gute Abwehr und gute Sechser. Und wir brauchen extreme Aggressivität. Wir brauchen Maschinen.“ Jetzt gilt es also, unter Corona-Bedingungen derat geeignete Spieler zu finden oder solche Spieler, die sich den Ansprüchen entsprechend entwickeln lassen. Den Anschauungsunterricht dazu gab es am Burgwall in der laufenden, aber leider ja unterbrochenen Saison. Nachahmung ausdrücklich erwünscht.

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