Gedenkveranstaltung Digitale Sonderführung im Bunker

Die Landeszentrale für politische Bildung schaltet anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar einen virtuellen Rundgang durch den Bunker Valentin in Farge frei.
27.01.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Klaus Grunewaldund Patricia Brandt

Farge. Der Bunker ist in den vergangenen Wochen mehrfach zum Drehort für Filmaufnahmen geworden, und wird dies in Zukunft häufiger werden. Davon geht Tobias Peters aus, Referent bei der Landeszentrale für politische Bildung. Hintergrund der Aufnahmen: Da es durch die Pandemie nicht die ursprünglich mit Bürgermeister Andreas Bovenschulte geplante Gedenkveranstaltung des Senats am 27. Januar am Denkort geben kann, hat das Denkort-Team einen Film mit einer Lesung der preisgekrönten Autorin Natascha Wodin gedreht. Auch die zunächst vorgesehene Sonderführung wurde digitalisiert. Die Beiträge sind ab dem heutigen Mittwoch ab circa 10 Uhr abrufbar unter www.landeszentrale-bremen.de.

In dem Filmbeitrag liest Natascha Wodin aus ihrem mehrfach preisgekrönten, autobiografisch geprägten Roman „Sie kam aus Mariupol“, den sie ihren Eltern gewidmet hat. Das berichtet Tobias Peters. Wodin, 1945 als Kind sowjetischer Zwangsarbeiter in Fürth in Bayern geboren, geht in ihrem Buch auf Spurensuche nach ihren Eltern, die im Jahr 1944 von den Nazis aus der ukrainischen Hafenstadt Mariupol nach Deutschland verschleppt wurden, die Zwangsarbeit dort überlebten und schließlich daran zerbrochen sind. Für diesen Film mit einführenden Worten von Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Thomas Köcher, Direktor Landeszentrale für politische Bildung Bremen, haben die Mitarbeiter der Landeszentrale mehrere Wochen Dreharbeiten hinter sich. „Im Januar haben wir angefangen, das Drehbuch zu schreiben“, berichtet Tobias Peters. Drehbuchschreiben gehört normalerweise nicht zu seiner Arbeitsplatzbeschreibung.

Er geht davon aus, dass in Zeiten der Pandemie weitere Filmbeiträge als Ersatz für Präsenzveranstaltungen gedreht werden. „Wir sind froh, dass wir hier Unterstützung von Henry Fried haben.“ Fried war schon häufiger mit seiner Kamera auf dem Areal der Gedenkstätte im Einsatz. „Die Filmproduktion war sehr aufwendig“, bilanziert Köcher. Zumal nicht alle Aufnahmen am Bunker gedreht wurden. So hat das Denkort-Team die Autorin in Mecklenburg-Vorpommern besucht.

Anlässlich des bundesweiten Tag des Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus haben die Mitarbeiter der Landeszentrale für politische Bildung auch einen virtuellen Rundgang durch den U-Boot-Bunker vorbereitet. Dieser soll die ursprünglich ebenfalls vor Ort geplante Sonderführung über die Arbeits- und Lebensbedingungen der sowjetischen Kriegsgefangenen und der zivilen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen in Farge zwischen 1941 und 1945 thematisieren. Die Zuschauer werden sich nach den Worten von Denkort-Sprecherin Sandra Kern-Rollwage beiden Gruppen nähern – auf der Baustelle des Bunkers Valentin im Konkreten und Bremen im Allgemeinen.

Der 27. Januar ist seit 1996 bundesweit ein Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. An diesem Tag vor 76 Jahren befreiten die Soldaten der Roten Armee die wenigen Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Hier ermordeten die Nationalsozialisten zwischen 1940 und 1945 mehr als eine Million Menschen.

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