Sozialbehörde weist Vorwürfe zurück Flüchtlingsheim: Beirat wird gefragt

Fähr-Lobbendorf. Die Sozialbehörde will gut 100 Flüchtlinge in Vegesack unterbringen und hat für eine entsprechende Behelfsunterkunft den früheren Sportplatz an der Fährer Flur ins Gespräch gebracht – und nicht etwa im Alleingang festgelegt. Mit dieser Feststellung hat gestern der Sprecher von Senatorin Anja Stahmann (Grüne), Bernd Schneider, auf Vorhaltungen diverser Beiratspolitiker reagiert. Wie berichtet, hatten CDU, "Bürger in Wut" und Freie Demokraten Kritik am Verfahren geübt. Gestern legten sie nach unter forderten eine öffentliche Sondersitzung des Beirates innerhalb der nächsten beiden Wochen.
27.06.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Flüchtlingsheim: Beirat wird gefragt
Von Jürgen Theiner

Fähr-Lobbendorf. Die Sozialbehörde will gut 100 Flüchtlinge in Vegesack unterbringen und hat für eine entsprechende Behelfsunterkunft den früheren Sportplatz an der Fährer Flur ins Gespräch gebracht – und nicht etwa im Alleingang festgelegt. Mit dieser Feststellung hat gestern der Sprecher von Senatorin Anja Stahmann (Grüne), Bernd Schneider, auf Vorhaltungen diverser Beiratspolitiker reagiert. Wie berichtet, hatten CDU, "Bürger in Wut" und Freie Demokraten Kritik am Verfahren geübt. Gestern legten sie nach unter forderten eine öffentliche Sondersitzung des Beirates innerhalb der nächsten beiden Wochen.

Gegen eine Befassung der Ortspolitik mit dem Thema ist aus Sicht des Sozialressorts nichts einzuwenden. Im Gespräch mit unserer Zeitung betonte Bernd Schneider, in anderen Stadtteilen sei stets das Votum des jeweiligen Beirates eingeholt worden, bevor die Behörde eine provisorische Flüchtlingsunterkunft eingerichtet habe. Dies werde man auch in Vegesack so handhaben. In Hemelingen beispielsweise sei es gelungen, den Standort eines Wohnheims im All-Parteien-Konsens zu bestimmen. In Vegesack werde die Fährer Flur favorisiert, weil die städtische Liegenschaftsverwaltung Immobilien Bremen dem Gelände eine grundsätzliche Eignung für einen Modulbau-Komplex bescheinigt habe. Nach Schneiders Darstellung versteht es sich von selbst, dass die Flüchtlinge in einem möglichen Wohnheim nicht sich selbst überlassen wären, sondern durch sozialpädagogische Fachkräfte betreut würden. In der aktuellen Diskussion gehe es auch nicht um sogenannte Armutsflüchtlinge, sondern um Bürgerkriegsopfer, vor allem aus Syrien und Afghanistan.

Die frühere Vegesacker Beiratssprecherin Anke Nerger (SPD) warnte unterdessen vor einem möglichen Getto auf dem Sportplatz und brachte als Alternative das frühere Verwaltungsgebäude des Bremer Vulkan ins Gespräch. Es gehört einem Geschäftsmann aus Mönchengladbach, der in der Vergangenheit bereits mehrfach versucht hat, die Immobilie wohnungswirtschaftlich umzunutzen. Ein Ingenieurbüro hatte vor einigen Monaten festgestellt, dass die Lärmimmissionen vom nahen Gewerbegebiet einem solchen Vorhaben nicht entgegenstehen würden. Zumindest für einen Teil des Betonklotzes komme dies infrage. Anke Nerger wies zudem auf eine unveränderte Beschlusslage des Vegesacker Beirates hin, wonach der Sportplatz nicht bebaut werden solle, auch nicht zeitweilig. Bei einer Veranstaltung des SPD-Ortsvereins Fähr-Lobbendorf im Jahr 2010 hätten sich Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt und Beiratssprecherin Heike Sprehe zu dieser Position bekannt.

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