Abverkauf im Blumenthaler Freibad-Kiosk

Alles muss raus

Weil wegen Corona weniger Besucher ins Blumenthaler Freibad gekommen sind, hat das Kiosk-Team jetzt gemacht, was es noch nie gemacht hat: einen Abverkauf der Lagerbestände.
19.10.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Jörn Hildebrandt

Blumenthal. Seit Ende August ist das Freibad in Blumenthal geschlossen, doch an diesem Sonnabend im Oktober öffneten sich die Tore noch einmal – allerdings nicht zum Schwimmen, sondern um Waren aus dem Kiosk zu verkaufen, die bisher keinen Abnehmer gefunden haben.

„Erwartungsgemäß ist die Saison nicht so gut gelaufen“, sagt Volker Beringer vom Verein zur Förderung des Sport- und Freizeitbads Blumenthal. „Wegen der Corona-Auflagen haben wir in diesem Jahr maximal 800 Personen ins Freibad gelassen, doch dieser Wert wurde nur einmal knapp erreicht.“ Ihm zufolge haben sich alle Besucher an die Regeln gehalten. Während in anderen Jahren manche Gäste von morgens bis abends das Freibad nutzten, durften sie in diesem Sommer nur für Stunden bleiben. Und dass, meint der Mitstreiter des Fördervereins, hatte Folgen für den Kiosk und die Lagerbestände.

Zum Abverkauf haben sich Fynn Mahlstedt und Nathaniel Kolbe eingefunden. Sie bestellen sich am Imbiss ein Portion Pommes mit Ketchup sowie Mayonnaise. Im Sommer waren sie nicht ins Freibad gegangen. „Wir hatten einfach Angst, uns über das Wasser mit dem Coronavirus zu infizieren“, sagt Fynn Mahlstedt. Nathaniel Kolbe nickt. In anderen Jahren waren sie mindestens einmal pro Woche im Bad.

Auch die Jahreshauptversammlung des Vereins zur Förderung des Sport- und Freizeitbads Blumenthal wurde auf 2021 verschoben. Der Abverkauf von Waren aus dem Kiosk sollte nach Ende der Badesaison die Vereinskasse zumindest ein bisschen auffüllen: Vieles gab es bis zu 70 Prozent günstiger – zum Beispiel Chicken Nuggets, Frikadellen, Chicken Burger, Baguette, Eis sowie warme und kalte Getränke. Eine Mutter hat ihre zwei kleinen Kinder dabei, die für die Süßigkeiten aus dem Kiosk ihre eigenen Einkaufstaschen mitgebracht haben.

„In früheren Jahren haben wir alles, was aus dem Kioskgeschäft übrig geblieben ist, an Kindergärten verschenkt“, sagt Volker Beringer, „doch das ist heute verboten, weil manche Waren kurzfristig aus der Truhe genommen wurden und damit die Kühlkette unterbrochen ware.“ Auch das übrig gebliebene Eis hätte man früher zurückgeben können, doch coronabedingt sei dies in diesem Jahr nicht möglich gewesen: Die Lieferanten hätten zu wenig ausgeliefert, also auch nicht viel Umsatz gemacht – und deshalb die Rücknahme von Eis verweigert. Ein Grund mehr für den Förderverein, zum ersten Mal den Abverkauf der Kioskwaren anzubieten.

Weil Besucher ausgeblieben sind, hat das Bäderteam in den vergangenen Monaten gemacht, was andere Betreiber in der Corona-Krise auch gemacht haben: Die Zeit für Renovierungen genutzt: „Wir haben den Sanitärbereich neu gestaltet, und auch im nächsten Jahr wird auf dem Geländes einiges passieren“, sagt Volker Beringer. „Schließlich ist das Freibad in Blumenthal das einzige in der näheren Umgebung, denn das Fritz-Piaskowski-Bad in Vegesack ist ja derzeit geschlossen.“

Das Freibad in Blumenthal verfügt über 50-Meter-Bahnen, eine Sprunganlage mit Drei- und Fünf-Meterturm und über Anlagen, die es nicht in jedem Bad gibt: Breitwellenrutsche, Wasserkanone und Schwallbrause. Laut Beringer ist das Bad deshalb vor allem für die Jugendlichen im Stadtteil ein beliebter Treff.

Das Bad hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Als es in den 90er-Jahren geschlossen werden sollte, wurde es nach massivem Widerstand unter der Regie eines Vereins weiterbetrieben, bis es im Jahre 2006 zur Insolvenz kam. Das Jahr darauf war die Geburtsstunde des heutigen Fördervereins, der den Betreiber – die Bremer Bäder GmbH – tatkräftig unterstützt und zum Beispiel den Kiosk verwaltet.

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