Aktion Autofreier Stadtraum: Straßenflohmarkt in Farger Wohnstraße organisiert Fünf Stunden ohne Verkehr

Einen Vormittag lang hat sich die Wilhelm-Brandhorst-Straße in Farge am Wochenende in einen autofreien Stadtraum verwandelt. Die etwa 400 Meter lange Straße wurde am Sonnabend für fünf Stunden gesperrt, die Fahrbahn für einen Straßenflohmarkt inklusive Gehweg-Kaffeekränzchen und Kinderspiele freigegeben. Die Anwohnerinnen Annika Alberts und Susanne Wiesner organisierten die Aktion, bei der die Autos einmal draußen bleiben mussten.
08.07.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Einen Vormittag lang hat sich die Wilhelm-Brandhorst-Straße in Farge am Wochenende in einen autofreien Stadtraum verwandelt. Die etwa 400 Meter lange Straße wurde am Sonnabend für fünf Stunden gesperrt, die Fahrbahn für einen Straßenflohmarkt inklusive Gehweg-Kaffeekränzchen und Kinderspiele freigegeben. Die Anwohnerinnen Annika Alberts und Susanne Wiesner organisierten die Aktion, bei der die Autos einmal draußen bleiben mussten.

VON JULIA LADEBECK

Farge. "Die Idee kam uns, weil wir so viele Klamotten hatten, die wir nicht mehr brauchten", erzählt Annika Alberts. "Da haben wir uns überlegt, es wäre besser, sie vor Ort zu verkaufen, statt alles irgendwo hinzukarren." Die Frauen meldeten ihre Aktion für die Veröffentlichung in der Kalenderbroschüre "Autofreier Stadtraum" an, die vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr herausgegeben wird. Die Wilhelm-Brandhorst-Straße ist Tempo-30-Zone, "oft wird hier aber ganz schön geheizt", erzählt Annika Alberts. Auch das Verkehrsaufkommen sei recht hoch, "weil es eine Stichstraße zum Pötjerweg ist, die Parallelstraße zur Hauptstraße Rekumer Straße". Am Sonnabendvormittag fuhren nun statt Autos Kinder auf ihren Fahrrädern und Inline-Skates durch die Straße – und brauchten dabei keine Angst vor heranbrausenden Fahrzeugen zu haben. Außerdem hatten die Frauen diverse Aktionen für die jungen Besucher organisiert: Kinderschminken, Malen mit Straßenmalkreide, eine Bonbon-Weitwurf- und eine Erbsen-Knall-Maschine.

Hohe Kosten für Sperrung

Mit dem Erlös aus den Standgebühren – pro laufendem Meter mussten die Flohmarktverkäufer zwei Euro bezahlen – und dem Kuchenverkauf unterstützen die Fargerinnen den Förderverein der Kirchenmusik in den evangelisch-reformierten Kirchengemeinden Neuenkirchen und Rekum, "musica sacra".

Viele Nachbarn seien von der Idee begeistert gewesen und hätten sofort angeboten, Kuchen und Kaffee für die Aktion zu spenden, erzählen die beiden Organisatorinnen. "Es war keiner dabei, der es blöd fand, dass die Straße für fünf Stunden gesperrt wird."

Unangenehm überrascht waren die Frauen indes von der Höhe der Kosten, die durch die Sperrung entstehen. "Die Leihgebühr für die beiden Absperrbaken und Durchfahrtsverbotschilder beträgt 250 Euro. Dazu kommen 50 Euro Gebühr für das Bauamt. Das ist ganz schön happig, dass man so viel bezahlen muss, wenn man etwas für die Gemeinschaft und die Gemeinde machen möchte." Die Frauen hatten schließlich Glück: Ein Bauunternehmen sponserte die Absperrbaken und die Verbotsschilder und ermöglichte so die unkonventionelle Aktion.

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