Fußball-Bremen-Liga

Die Rückholaktion geht weiter

Kilian Lammers und Bo Weishaupt spielen künftig wieder für den Bremen-Ligisten Blumenthaler SV
22.05.2020, 15:54
Lesedauer: 3 Min
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Von Jens Pillnick
Die Rückholaktion geht weiter

Bringt seine Angriffswucht künftig wieder für den Blumenthaler SV ein: Kilian Lammers (links), der derzeit für den VfL Solingen spielt.

Christian Kosak

Blumenthal. Namhafte Neuzugänge beflügelten im Frühsommer 2019 die Fantasie beim Blumenthaler SV. Der Nordbremer Fußball-Bremen-Ligist zählte nach spektakulären Wechseln, darunter Mario Vukoja und Yves Mfumu (beide aus der Regionalliga), plötzlich zu den als Titelmitanwärter gehandelten Teams. Eine Hoffnung, die sich nicht erfüllte. Mfumu und Vukoja brachen ihre Zelte am Burgwall schnell wieder ab. Geblieben sind hingegen die Rückkehrer: Malte Tietze, Tim Pendzich und Dominik Willkomm haben nach Auskunft des BSV-Präsidenten Peter Moussalli auch für die nächste Spielzeit zugesagt.

Bei diesen Rückkehrern aus dem Vorjahr soll und wird es nicht bleiben. Der Blumenthaler SV, der in der kommenden Serie, wie berichtet, von Steffen Dieckermann (bisher TuS Komet Arsten) trainiert wird, plant nämlich weitere Rückholaktionen. Beziehungsweise hat sie bereits abgeschlossen. So wird Kilian Lammers, der bereits für die A-Junioren in der Regionalliga und für die Herren unter „Mitch“ Kniat in der Bremen-Liga gespielt hat, an der Burgwall zurückkehren. Ein Spieler, an den sich viele erinnern werden – allein wegen seiner Statur: 200 Zentimeter lang und eine richtige Kante. Lammers, der derzeit beim VfL Solingen in der Landesliga Niederrhein spielt, ist aber nicht nur ein Sturmtank, sondern auch bei Defensivstandards von großer Bedeutung.

Während die Rückholaktion Lammers bereits in trockenen Tüchern ist, sind im Fall von Bo Weishaupt noch letzte Formalitäten zu erledigen. Den 25-Jährigen, studienbedingt zuletzt beim SV Burgsteinfurt in der Bezirksliga Westfalen am Ball, kennt man aus Blumenthaler Zeiten (A-Junioren und Herren) noch als Außenverteidiger mit ausgeprägtem Vorwärtsdrang. Zuletzt habe Weishaupt laut Peter Moussalli sogar im Sturm gespielt.

Dahinter, dass mit Lammers und Weishaupt zwei weitere Ehemalige zurück zum Burgwall kommen, steckt nach Aussage von BSV-Boss Peter Moussalli eine Strategie. Der Vorstand setzt auf Spieler, die das BSV-Gen besitzen. Moussalli: „Wir haben die Situation sehr genau analysiert und dabei die ganzen Jahren Revue passieren lassen. Dabei haben wir festgestellt, dass wir immer dann stark waren, wenn wir Leute aus der eigenen Jugend dazugeholt haben.“

Moussalli kündigt an, dass der Verein künftig ein paar Taler mehr in die Jugendarbeit stecke, den Spielern damit das Vereinsgen implementieren und letztlich über die Mentalität Erfolge erringen wolle. Ein wichtiger Faktor diesbezüglich solle natürlich auch Trainer Steffen Dieckermann werden, der für Kontinuität und Willensstärke stehe. Moussalli: „Der Trainer ist das entscheidende Glied. Er muss die Spieler mitnehmen. Heutzutage sind nicht Lizenzen das Wichtigste. Als Trainer muss du Unterhalter und Begeisterer sein. Mit ihm haben wir wieder Feuer auf der Bank.“

Dass es nach der langen Phase der Ungewissheit darüber, wer im nächsten Spieljahr auf der Trainerbank des BSV sitzen wird, noch zahlreiche Fragezeichen gibt, hat sich abgezeichnet. Die anderen Vereine haben schließlich nicht die Füße still gehalten und abgewartet, wie es beim Blumenthaler SV weitergeht. Aber das Bemühen um Spieler, die mit einem Wechsel liebäugeln, ist noch nicht abgeschlossen. „Steffen Dieckermann will mit jedem Einzelnen persönlich sprechen und ihm von seinem Weg überzeugen“, erzählt Moussalli, der voll dahinter steht, dass zunächst mit allen aktuellen Blumenthalern gesprochen wird. Während neben den bereits Erwähnten auch Patrick Chwiendacz, Vinzent van Koll, Maurice Hesseling, Kevin Thiele und Daniel Dähne zugesagt haben, befände man sich mit Sebastian Kurkiewicz, Jan-Luca Warm, Mahdi Matar, Mola Lamine Khan und Alexander Koschek im Gespräch. Bei Jonatha Bondombe-Simba, Moritz Hannemann und Jascha Tiemann sieht es wohl nach Trennung aus, das letzte Wort sei laut Moussalli aber noch nicht gesprochen.

Gerade der Weggang von Jascha Tiemann würde für Handlungsdruck sorgen, denn ein starker Keeper ist nicht so leicht zu ersetzen. Peter Moussalli rechnet insofern damit, dass die Vakanzen im Bereich Torhüter und Innenverteidigung das Hauptproblem bei der weiteren Kaderzusammenstellung sein werden. Ob sich diese Probleme wohl mit weiteren Rückholaktionen beheben lassen? Auszugehen ist allerdings auch davon, dass Steffen Dieckermann den einen oder anderen Spieler mit an den Burgwall bringen wird. Spieler aus Rückholaktionen, Mitbringaktionen, ohne Verknüpfungen, aus dem Restkader sowie dem eigenen Nachwuchs sollen dann dafür sorgen, dass der BSV im Jahr eins unter Steffen Dieckermann das bereits ausgegebene Ziel vom Erreichen der Top vier erreicht.

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