Bremen-Liga Brinkumer SV zittert sich ins Ziel

Mit einem knappen 3:2 setzte sich das Team von Trainer Mike Gabel beim Blumenthaler SV durch. Doch die Brinkumer hatten bei den Spielern aus Bremen-Nord über die gesamte Partie große Mühe.
10.10.2021, 13:42
Lesedauer: 2 Min
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Von Klaus Grunewald

Sieger sehen anders aus: Erschöpft und mit hängenden Köpfen verließen einige Spieler des Brinkumer SV nach dem Schlusspfiff den Rasenplatz im Burgwallstadion. So, als hätten sie gerade eine bittere Niederlage bezogen. Das war zwar nicht der Fall, aber dass sie nur mit großer Mühe den Schlussspurt des Außenseiters Blumenthaler SV überstanden und die Bremen-Liga-Partie lediglich knapp mit 3:2 für sich entschieden hatten, war ihnen deutlich anzumerken.

Auch Trainer Mike Gabel zeigte sich enttäuscht von der Gesamtleistung seines Teams, das er "in dieser Verfassung" nicht als Meisterschaftskandidat einstuft. Eine Feststellung, die sich auch als Lob für den Gegner interpretieren lässt. Der Blumenthaler SV hatte dem Favoriten das Leben mit einer taktisch klugen und kämpferisch starken Vorstellung über 90 Minuten lang schwer gemacht. Und die Brinkumer schon früh in Rückstand gebracht, der sie an ihre bislang einzige Saisonniederlage erinnerte (0:1 beim OSC Bremerhaven).

Nach einem Blumenthaler Blitzstart – eigentlich das Markenzeichen des Gabel-Teams – und einem Konter über die rechte Außenbahn landete der Ball bei Sturmspitze Denis Chinaka, der Brinkums Keeper Marcel Pfaar mit einem strammen Schuss ins lange Toreck überwand (3.). Ein Gegentreffer, der bei den Gästen sofort bekannte Reaktionen auslöste: Bei Ballbesitz schalteten sie mit enormem Tempo auf Attacke und erzwangen Fehler in der Abwehr der Gastgeber. Die Folge: Bereits nach 13 Spielminuten hatten Mohamad Imad Taha (11.) und Omar Kujabi das Spiel mit ihren jeweils per Kopf erzielten Treffern gedreht.

Wer aber nun unter den Blumenthaler Fans befürchtete und auf der Brinkumer Seite hoffte, dass die junge Mannschaft von Trainer Steffen Dieckermann einbrechen würde, sah sich getäuscht. Zwar bestimmten die Gäste weiterhin das Geschehen auf dem tiefen Rasenplatz im Burgwallstadion, erstickten Blumenthaler Angriffsversuche meistens schon im Ansatz, schraubten die Zahl der Eckstöße in die Höhe und trafen bei ihren Schussversuchen zwei Mal die Latte durch Eugen Uschpol (17/57.). Doch mit zunehmender Spielzeit gefiel den Gästen die nimmermüde Lauf- und Kampfbereitschaft der Burgwallelf immer weniger. Deren Defensive durch einen Schachzug von Steffen Dieckermann verstärkt worden war. Er hatte seinen Goalgetter und Routinier Kilian Lammers als Stabilisator und Organisator in die Abwehr beordert.

Hatten die Brinkumer in den ersten 45 Minuten rund 70 Prozent Ballbesitz, verloren sie im zweiten Durchgang zusehends an Dominanz. Ihr Coach sprach später von einem Kräfteverschleiß aufgrund des tiefen Bodens und ihres enorm hohen Tempofußballs. Und während sich Gabels Mannschaft zunehmend in unproduktive Zweikämpfe verwickeln ließ, gelang es den Gastgebern häufiger, sich mit Kontern aus der Umklammerung zu befreien. Doch letztlich fehlte ihnen das Spielglück, wie Dieckermann es formulierte. Zunächst kassierte der Blumenthaler SV ein umstrittenes Tor durch Foulelfmeter von Ramien Saffin (77.), dann durfte er wieder hoffen, als der spielstarke Denis Chinaka den Ball per Kopf zum 2:3 ins Netz lupfte (88.). Und eine Minute später verfehlte Chinaka mit einem Schuss vom Strafraumeck nur knapp das Ziel. Der Brinkumer SV konnte aufatmen. Und während sein Trainer mit Manöverkritik nicht hinter dem Berg hielt, lobte Steffen Dieckermann seine Mannschaft für ihre Moral: „Sie hat immer an sich geglaubt."

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