Blumenthaler SV

Richtig oder gar nicht

Während es wegen der Corona-Pandemie Absagen von Großveranstaltungen hagelt, laufen beim Blumenthaler SV die Planungen für die Ausrichtung des 16. Deutschen Fußball-Altherren-Supercups der Ü32 auf Hochtouren.
03.11.2020, 14:15
Lesedauer: 4 Min
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Von Jens Pillnick
Richtig oder gar nicht

Ein Blick zurück: 2012 gewann die Ü32 des BSV bei der ersten Supercup-Teilnahme den Titel.

Fotos: fr

Das ist gegen den Trend. Während es wegen der Corona-Pandemie allerorts Absagen von Großveranstaltungen hagelt, laufen beim Blumenthaler SV die Planungen für die Ausrichtung des 16. Deutschen Altherren-Supercups der Ü32 auf Hochtouren.

Die inoffizielle Meisterschaft soll am Wochenende 11./12. Juni auf den Anlagen des BSV sowie der Co-Ausrichter SG Marßel und OT Bremen stattfinden. Dass der BSV diese Aufgabe nicht allein bewältigen kann, liegt daran, dass wegen der coronabedingten Absage der diesjährigen Veranstaltung in Neuenburg am Rhein nicht die obligatorischen 40 Fußball-Teams teilnehmen, sondern 64.

In ungefähr sieben Monaten sollen am Burgwall und am Bockhorner Weg sowie auf den Bezirkssportanlagen Marßel sowie Schevemoor also 139 Spiele über jeweils 25 Minuten ausgetragen werden. Und es soll ein Festzelt errichtet werden, in dem 2000 Menschen bei der Abendveranstaltung am Sonnabend Platz finden. Allein diese beiden Zahlen unterstreichen, in welcher Größenordnung sich dieses Event bewegen wird. Gerade in diesem Moment, in dem strenge Corona-Maßnahmern verordnet worden sind, klingt das ganz weit weg. Aber gerade wegen dieser Größenordnung kommen Gründungsvater, Wettbewerbsleiter und Veranstalter Friedel Gehrke und der ausrichtende Blumenthaler SV nicht drum herum, die Planungen rechtzeitig in die Wege zu leiten.

Seit Wochen ist das 13-köpfige Orga-Team des BSV um den Vorsitzenden Peter Moussalli damit beschäftigt, gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Soll heißen, in der schwierigen Corona-Lage auch wirtschaftlich richtige Entscheidungen zu treffen. Denn verständlicherweise wollen die Blumenthaler das finanzielle Risiko für den Fall einer nicht unwahrscheinlichen Absage minimieren. Die gefundene Lösung diesbezüglich klingt plausibel: Die Blumenthaler treffen Vereinbarungen, die im Falle einer Turnierabsage auch im Jahr 2022 Bestand haben. Deswegen sind die Nordbremer derzeit mit Wettbewerbsleiter Gehrke und dem Ausrichter für 2022 (Neuenburg) in Kontakt, um eine Zusage für eine eventuelle Verschiebung um zwölf Monate zu erhalten. Eine Zusage, mit der Moussalli in den nächsten 14 Tagen allerdings rechnet.

Eine Zusage, die Planungssicherheit bedeuten würde. Denn alle Vorarbeiten, die jetzt geleistet werden, ließen sich auf 2022 übertragen. „Es wäre doch super schade, wenn die ganze Arbeit für die Katz' wäre“, erklärt Moussalli, der sich von den großen Fragezeichen, die die Pandemie gerade im Veranstaltungsbereich mit sich bringt, derzeit nicht ablenken lassen will: „Wir gehen davon aus, dass der Supercup stattfindet.“ Die Risikobeschränkung sieht neben den auch für 2022 geltenden Vereinbarungen mit den verschiedensten Unternehmen zudem einen fixierten Zeitpunkt vor, an dem entschieden wird, ob weitergeplant oder abgesagt wird. „Dieser Zeitpunkt wird Ende Februar/Anfang März sein, dann ziehen wir gegebenenfalls die Reißleine“, sagt Moussalli.

Denn einen Altherren-Supercup Ü32 in einer Light-Version wird es laut Moussalli nicht geben: „Die Veranstaltung steht auf drei Säulen. Erstens die sportliche Attraktivität, zweitens die Feierlichkeit am Samstagabend und drittens der Charity-Gedanke, bei dem rund 10 000 Euro für einen wohltätigen Zweck zusammenkommen. Wenn eine Säule nicht funktioniert, dann machen wir das nicht. Richtig oder gar nicht.“

Um die Veranstaltung richtig zu machen, muss geklotzt werden. Allein die Spielplanerstellung hat laut Moussalli knapp zwei Wochen gedauert, schließlich hätten auch die Sportanlagenwechsel berücksichtigt werden müssen. Die 64 Mannschaften, die sich aus 41 Teams des coronabedingt abgesagten 15. Supercups in Neuenburg sowie den aktuellen Meistern und Pokalsiegern der Landesverbände zusammensetzen, würden aber ja nicht nur die Sportanlagen bevölkern, sondern müssten auch untergebracht werden – nachts im Hotel und bei der Players Night in einem Festzelt. Da die Erfahrungswerte gezeigt hätten, dass die Teams durchschnittlich mit einer 35-köpfigen Abordnung anreisen, ist – wenn man die ortsansässigen Teilnehmer herausnimmt – mit rund 2000 Gästen zu rechnen. Entsprechende Maße musste das Festzelt auf dem Schlackeplatz am Burgwall haben, vorgesehen ist eine Größe von etwa 2000 Quadratmetern zuzüglich Vorzelt. Kostenfaktor laut Moussalli: etwa 20 000 Euro. Toiletten, Bestuhlung und Tische, Security und Künstler noch nicht mit eingerechnet. Wer die Stimmung anheizen soll, ist zwar noch in der Schwebe, aber auch diesbezüglich denkt der BSV-Vorsitzende groß: „Was Geiles. Jemand, den jeder kennt.“

Anschauungs-Unterricht, was der Altherren-Supercup den Beteiligten bieten kann, haben die Blumenthaler seit 2012. Da waren sie zum ersten Mal dabei, sicherten sich gleich den Titel und sind seitdem Stammgäste. Um nicht nur zu nehmen, sondern auch zu geben, liefen schon lange Überlegungen, das Mega-Event nach Blumenthal zu holen. „Wir haben den Hut in den Ring geschmissen“, blickt Moussalli zurück und wäre gerne schon im Jahr des 100-jährigen Vereinsbestehens Ausrichter gewesen.

Nun wird es der BSV 2021 oder 2022 sein. Wobei Moussalli die Wahrscheinlichkeit einer Austragung im kommenden Juni mit dem jetzigen Wissen nur auf 20 Prozent beziffert. Aber wie gesagt: Bis zur Deadline Ende Februar/Anfang März wollen die Blumenthaler und ihre Co-Ausrichter sich so ins Zeug legen, als ob der Altherren-Supercup Ü32 mit Eröffnungs- und Endspiel im Burgwall-Stadion am 11./12. Juni 2021 steigt.

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