Hinschauen hilft: Polizei berät über Einbruchschutz

Blumenthal. Drei bis vier Minuten, erzählt der Kontaktbereichsbeamte Andreas Böhme am Infostand im E-Center, halte sich ein Gelegenheitstäter in der Regel mit dem Versuch auf, in ein Gebäude einzudringen, bevor er Fersengeld gibt. Diese Zeit gelte es zu überbrücken.
19.06.2013, 05:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von Alexander Bösch

Blumenthal. Drei bis vier Minuten, erzählt der Kontaktbereichsbeamte Andreas Böhme am Infostand im E-Center, halte sich ein Gelegenheitstäter in der Regel mit dem Versuch auf, in ein Gebäude einzudringen, bevor er Fersengeld gibt. Diese Zeit gelte es zu überbrücken.

Auf einem gut besuchten Stand im Foyer des Einkaufscenters in der Weserstrandstraße berieten Böhme, der Verkehrssachbeamte Ronald Meins und der stellvertretende Revierleiter der Polizei Blumenthal, Manfred Kelch, die Bürger unter anderem darüber, wie man sich in der Urlaubszeit vor unliebsamen Überraschungen schützen kann. Wie leicht es insbesondere bei etwas älteren Häusern ist, mit einem Schraubenzieher in wenigen Sekunden ein Fenster aufzuhebeln, demonstrierte Böhme den Blumenthalern mit einem entsprechenden Modell der bundesweit immer noch zu 80 Prozent verbreiteten Fenster. Der Rat der Experten: Eine sogenannte Pilzzapfverriegelung sowie eine nachrüstbare Zusatzverriegelung von innen wirken Wunder.

Oftmals würden Mieter oder Hausbesitzer den Kriminellen überdies den Einstieg einfach machen, indem sie Leitern oder Werkzeuge in der Nähe von Fenstern positionieren oder Mülltonnen als ungewollte Kletterhilfe in unmittelbarer Nähe eines Fensters abstellen. Keinesfalls, so Böhme und seine Kollegen, sollten durch heruntergelassene Rollläden oder überquellende Briefkästen klare Signale gesetzt werden. "Wir setzen da auf gute Nachbarschaft, nicht nur was das Leeren der Briefkästen betrifft", erläuterte Böhme. Wer beobachte, dass sich jemand Unbekanntes ungewohnt lange auf dem Nachbargrundstück aufhält, könne unter Umständen mehr bewirken als eine regelmäßige Polizeistreife.

Böhme wies darauf hin, dass ein Kontaktpolizist nach telefonischer Vereinbarung kostenlos zur Beratung in die Häuser und Wohnungen der Bürger kommt und bei einem Rundgang durch Haus und Garten etwaige Schwachstellen bei der Einbruchsicherung sucht. Dabei erhalten die Bewohner auf Wunsch sogenannte Errichterlisten mit Empfehlungen für fachlich kompetente Sicherheitsfirmen. Abzuraten sei in jedem Falle davon, seinen derzeitigen Urlaubsort auf sozialen Netzwerken wie Facebook herumzuposaunen. Dies, so Böhme, geschehe leider immer noch zu häufig und stelle eine ungewollte Einladung für ungebetene Gäste dar.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+