Meine Woche

Werders erster Test gegen Eintracht Braunschweig ist nicht übel

Ingo Vemmer kann sich auf seine innere Uhr seit Jahren verlassen – pünktlich um 5 Uhr wird er wach.
11.08.2020, 14:14
Lesedauer: 5 Min
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Von KH
Werders erster Test gegen Eintracht Braunschweig ist nicht übel

Ingo Vemmer kann sich auf seine innere Uhr seit Jahren verlassen – pünktlich um 5 Uhr wird er wach.

WK

Mittwoch, 5. August: Auf meine innere Uhr kann ich mich seit Jahren verlassen. Pünktlich um 5 Uhr werde ich wieder wach. Ich gehe so leise wie möglich aus dem Schlafzimmer, damit meine Frau Heike nicht wach wird. Um 6.30 Uhr fahre ich zur Arbeit. Am Tor eins findet das mittlerweile übliche „Fieberscreening“ wegen der Corona-Pandemie statt. Anschließend unterhalte ich mich kurz mit meinen Werkschutzkollegen, um dann in mein Büro weiter zu fahren. Hier prüfe ich die eingegangenen E-Mails. Um 8 Uhr habe ich einen wichtigen Termin in unserem Rechenzentrum. Mit dem Servicetechniker eines Dienstleisters steht die jährliche Wartung der Einbruch-Meldeanlage an. Gegen Mittag bin ich zurück im Büro und erledige bis Feierabend den lästigen, aber erforderlichen, Papierkram. Auf dem Weg nach Hause begebe ich mich kurz zum Geschäft, in dem meine Frau Heike arbeitet, um mit ihr abzusprechen, was wir abends essen wollen. Aufgrund der Temperaturen ist Grillen angesagt. Anschließend fahre ich zum Verein. Ich habe mir für diese Woche vorgenommen, mich mal wieder bei allen Abteilungen sehen zu lassen. Aufgrund der Einschränkungen durch Corona sind die regelmäßigen erweiterten Vorstandsitzungen seit April ausgefallen. Eine Kommunikation findet im Moment hauptsächlich per WhatsApp statt. Heute bin ich mit Nicolas Küker verabredet. Nicolas leitet unsere relativ neue Abteilung „BDMP“, den Bund der Militär- und Polizeischützen. Vorher schaue ich aber noch ein wenig den anwesenden Bogenschützen auf unserer Außenanlage beim Training zu. Im anschließenden Gespräch mit Nicolas geht es vorrangig darum, wie sich die neue Abteilung im Verein eingelebt hat und wo es eventuell noch Probleme gibt. Nach einem informativen Gespräch fahre ich nach Hause. Dort wird sofort auf der Terrasse der Grill angemacht. Bevor es dann später ins Bett geht, springen Heike und ich zur Abkühlung noch in den eigenen Pool.

Donnerstag, 6. August: Der Tag fängt ja gut an. Bei einem Becher Kaffee auf der Terrasse stelle ich fest, dass das Display meines Handys gerissen ist. Das ist bereits das zweite Mal in drei Wochen. In der Firma gibt es die nächste Störung. Die Kollegen teilen mir mit, dass eine Automatiktür in der Verwaltung ausgefallen ist. Ich fahre kurz ins Büro, um anschließend direkt zur Verwaltung weiter zu fahren. Hier ist jetzt Fehlersuche angesagt, um die Störung nach Möglichkeit mit eigenen Mitteln zu beheben. Es funktioniert, die Tür arbeitet wieder einwandfrei. Danach geht es direkt weiter zur nächsten Baustelle. Auf einem neuen Computer bei den Kollegen am Tor zwei muss ein wichtiges Programm installiert werden. Es ist ärgerlich, wenn das Betriebssystem etwas dagegen hat. Aber auch das Problem kann dank der Mithilfe unserer IT-Abteilung gelöst werden. Ich bin in meiner Firma grundsätzlich zuständig für die Sicherheitstechnik. Die Abteilung wurde zum 1. Januar des vergangenen Jahres in die Dienstleistungsgesellschaft Bremen ausgegliedert. Nach Feierabend beichte ich Heike erst einmal das Missgeschick mit meinem Handy – Freude sieht anders aus. Nach einem schnellen Kaffee auf der Terrasse fahre ich zum Verein. Enno Kuhnert, Mitglied unserer Pistolenabteilung, beabsichtigt sich eine neue Pistole zu kaufen. Zusammen füllen wir die erforderlichen Anträge aus und prüfen, ob alle geforderten Unterlagen vorhanden sind. Danach sitze ich mit Michael Nonnewitz, dem Leiter der Pistolen-Abteilung, zusammen. Wir sind uns einig, dass wir uns relativ zeitnah mit dem gesamten erweiterten Vorstand zusammensetzen sollten. Die regelmäßigen Treffen fehlen – man kann eben nicht alles per WhatsApp klären.

Freitag, 7. August: Auf der morgendlichen Fahrt zur Arbeit überlege ich, welche technischen Störungen mich wohl heute erwarten. Zu meiner Freude stehen aber keine aktuellen Probleme an. Ich arbeite im Büro Anträge auf Zutrittsberechtigung ab und habe Zeit, mich um meine Ablage zu kümmern. Um 14 Uhr mache ich Feierabend und fahre in die Stadt, um mein Handy reparieren zu lassen. Hoffentlich hält es diesmal länger als drei Wochen. Da Heike bis 18 Uhr arbeiten muss, bin ich fürs Essen zuständig. Wie langweilig, wir grillen wieder. In den Verein fahre ich nicht, da ich gestern erfahren habe, dass das Training der Abteilung „Speed Steel“ ausfällt. Diesen Besuch werde ich am Montag nachholen. Somit habe ich ausreichend Zeit, mich mit meiner neuen Spielekonsole zu beschäftigen. Nach etlichen Runden mit dem Cart ist zur Abkühlung wieder der Pool angesagt.

Sonnabend, 8. August: Da Heike heute nicht arbeiten muss, frühstücken wir gemütlich auf der Terrasse. Anschließend bringen wir den Garten in Ordnung, stellen die Arbeit aufgrund der extremen Hitze allerdings bereits am Mittag ein. Nach einem schnellen Einkauf ist für heute nur noch Faulenzen angesagt. Ich nutze die Chance und mache mich online über alles Neue bei Werder Bremen im Hinblick auf die kommende Saison in der Fußball-Bundesliga schlau. Mittlerweile ist ja auch bekannt, dass Max Kruse nicht zu Werder zurückkehren wird, sondern zu Union Berlin geht. Aber dafür stehen mit Felix Agu vom VfL Osnabrück und Patrick Erras vom 1. FC Nürnberg bereits zwei Neuzugänge fest. Die Wechselgerüchte um Werders Milot Rashica, für den sich gleich mehrere Vereine interessieren, gehen derweil weiter. Als stolzer Besitzer einer Dauerkarte bin ich aber vor allem gespannt darauf, wie die Zuschauerregelung bei den zukünftigen Heimspielen aussehen wird. Zwischendurch gehen wir regelmäßig zur Abkühlung in den Pool. Angesichts der extremen Temperaturen ist es einfach das Beste, was man machen kann.

Sonntag, 9. August: Da auch heute mit hohen Temperaturen zu rechnen ist, beschließen wir – nach dem Frühstück auf der Terrasse wieder zu faulenzen. Ich schaue mir mittags das erste Testspiel von Werder Bremen gegen den Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig online an. Für einen ersten Test finde ich die Bremer Leistung beim 2:0-Sieg mit Toren von Ludwig Augustinsson und Davy Klaassen gar nicht mal so übel. Nachmittags meldet sich unser Ehrenvorsitzender Hajo Weymann telefonisch bei mir – wir verabreden uns für Dienstagabend im Verein.

Montag, 10. August: Nach einer wegen der Hitze unruhigen Nacht komme ich trotzdem wieder pünktlich in der Firma an. Es stehen keine besonderen Termine an. Somit erledige ich den liegengebliebenen Papierkram, fordere Angebote bei Lieferanten an beziehungsweise löse Bestellungen aus. Dank der Klimaanlage in meinem Büro handelt es sich um einen relativ entspannten Arbeitstag. Nach Feierabend fahre ich kurz zu Hause vorbei und treffe mich anschließend im Verein mit unseren „Speed-Steel“-Schützen. Auch in diesem Gespräch geht es hauptsächlich um eventuell aufgetretene Probleme, sowie die Umsetzung der noch bestehenden Hygiene- und Abstandsregeln. Zu Hause warte ich noch auf meine Frau, die bis 21 Uhr arbeiten muss. Ich erfahre, dass die Gesundheitsminister der einzelnen Bundesländer sich einhellig gegen Zuschauer in den Fußballstadien zumindest bis zum 31. Oktober aussprechen. Auch der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht sich für einen Verzicht auf Zuschauer zu Saisonbeginn aus. Dies ist natürlich bedauerlich, aber auch irgendwie nachvollziehbar.

Dienstag, 11. August: Auch heute ist in der Firma hauptsächlich Routinearbeit angesagt. Nur einmal wird es schweißtreibend. Ich muss vor Ort eine Sicherungsanlage umprogrammieren. Daher muss ich leider mein kühles Büro verlassen. Nach Feierabend fahre ich sofort nach Hause. Um 18 Uhr treffe ich mich mit Hajo Weymann im Verein. Mein Stellvertreter im Vorstand, Holger Dörjes, ist ebenfalls anwesend. Gemeinsam tauschen wir uns über die vergangenen Wochen aus, in denen wir uns dank der Einschränkungen viel zu wenig gesehen haben. Ich bin bereits seit 1988 Mitglied im Blumenthaler Schützenverein. In den Jahren 1994 bis 2006 war ich als Jugendleiter im Einsatz, ehe ich direkt im Anschluss zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde. 2015 wurde ich Vorsitzenden.

Nadine Kordts, die Dressurreiterin des RC General Rosenberg, wird als Nächste über ihre Woche berichten.

Info

Zur Person

Ingo Vemmer (59)

ist Vorsitzender des Blumenthaler Schützenvereins und bereits seit 32 Jahren mit Heike Vemmer verheiratet. Der Vater von zwei erwachsenen Kindern und zweifacher Großvater arbeitet beim Werkschutz der Firma ArcelorMittal Bremen als technischer Angestellter.

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