Sanierungsplan des Krankenhausverbundes

Jobabbau bei Kliniken: Wie Nordbremer Abgeordnete reagieren

Nach der Ankündigung des Klinikverbundes Gesundheit Nord, bis zu 450 Arbeitsplätze in den vier städtischen Krankenhäusern abzubauen, fordern Bürgerschaftsabgeordnete eine Sonderbehandlung des Klinikums Nord.
09.02.2021, 05:00
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Jobabbau bei Kliniken: Wie Nordbremer Abgeordnete reagieren
Von Christian Weth

Bremen-Nord. Auch wenn noch nicht klar ist, welche Folgen ein Stellenabbau beim Klinikverbund Gesundheit Nord für das Krankenhaus an der Hammersbecker Straße haben wird, wollen Nordbremer Bürgerschaftsabgeordnete eines verhindern: dass es wie jede andere Klinik des kommunalen Bündnisses betrachtet wird. Für Ute Reimers-Bruns (SPD) und Rainer Bensch (CDU) nimmt das Nordbremer Klinikum eine Sonderstellung ein. Und die, meinen beide, muss bei allen Plänen der Verbundsspitze berücksichtigt werden.

Reimers-Bruns sagt, dass der SPD-Unterbezirksvorstand Bremen-Nord die Forderungen des Burglesumer, Vegesacker und Blumenthaler Beirats unterstützt: Die Stadtteilparlamente wollen, dass die Kardiologie ausgebaut und die Frühchenstation nicht verkleinert wird. Nach Ansicht der Nordbremer SPD-Chefin muss es weiterhin eine Versorgung sogenannter Level-II-Frühgeborenen geben – Kinder, die weniger als 1500 Gramm wiegen – als auch eine Erweiterung der Kardiologie um ein Herzkatheter-Labor, das 24 Stunden am Tag für die Notfallversorgung von Infarkt-Patienten zur Verfügung steht.

Sie kritisiert, dass es gleiche Leistungsangebote in unterschiedlichen Häusern des Klinikverbunds nur noch in absoluten Ausnahmefällen geben soll. Nach Ansicht von Reimers-Bruns muss das Nordbremer Klinikum wegen seiner geografischen Lage gesondert betrachtet werden. Ihr zufolge muss es deshalb zwangsläufig medizinische Angebote im Bremer Norden geben, die es auch in den anderen drei städtischen Krankenhäusern gibt. Vor allem solche, um akute – und darum nicht planbare – Erkrankungen behandeln zu können.

Unionspolitiker Bensch sieht das ähnlich. Er hofft, dass sich sowohl die Spitze der Gesundheitsbehörde als auch des Klinikverbundes bewusst machen, dass der Bremer Norden entfernter vom Zentrum liegt als alle anderen Gebiete der Stadt. Er spricht von mehreren Nadelöhren, die es auf der Strecke in die City gibt – und die Fahrt des Rettungswagens verlängern können. Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion hält deshalb insbesondere einen Ausbau der Kardiologie für unabdingbar.

Auch eine Lösung in der Frühchenfrage muss nach seinen Worten dringend her. Schon allein deshalb, weil an ihr mehr hängt als die eine Station, wie er meint. Laut Bensch hätte ein Abzug der Level-II-Versorgung letztlich auch Auswirkungen auf die Geburtshilfe und die Nordbremer Kinderklinik als Ganzes. Der CDU-Politiker setzt darum auf das nächste Treffen von Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) und Vertretern aller Nordbremer Beiräte – und darauf, dass die Ergebnisse der Gutachten, die von der Behörde in Auftrag gegeben wurden, gute Ergebnisse für den Norden sind.

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