Blumenthaler Bauoffensive Kita im Kubus-Komplex

Mehr Kitaplätze für Familien, die in Blumenthal wohnen wollen: Im Vorjahr wurde ein Kindergarten im alten Ortskern eröffnet, dann an der Straße Herrschaftliche Tannen. Jetzt wurde wieder Richtfest gefeiert.
31.01.2020, 17:17
Lesedauer: 3 Min
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Kita im Kubus-Komplex
Von Christian Weth

Überall in Bremen werden neue Kitas geplant, aber nirgendwo sollen so viele dazukommen wie in Blumenthal – weil nirgendwo so viele fehlen. Die Bildungsbehörde spricht seit Längerem von der größten Bauoffensive für Tagesstätten in einem Stadtteil. Im Vorjahr wurde ein Kindergarten im alten Ortskern eröffnet, dann an der Straße Herrschaftliche Tannen. Jetzt wird wieder Richtfest gefeiert. An diesem Freitagmorgen weht der Kranz über dem Rohbau einer Kita an der Lüssumer Straße.

Das Projekt unterscheidet sich von anderen. Nicht die Stadt baut, sondern ein Projektentwickler im Auftrag eines freies Trägers. Scolanova heißt der, kommt aus Bremen und begann als Bildungsinitiative. Vor zehn Jahren war das. Jetzt ist Scolanova eine gemeinnützige GmbH und Mario Stadelmann einer der Geschäftsführer. Er sagt, dass die Kita in Lüssum der zweite Kindergarten der Gesellschaft ist. Die erste Tagesstätte entstand in Schwachhausen. Eine dritte soll im Herbst fertig werden. Die Baustelle ist in Oberneuland.

Die Dimensionen der neuen Kitas sind ähnlich: Stadelmann spricht von 90 Plätzen für Mädchen und Jungen, die an beiden Standorten entstehen. Von jeweils drei Krippen- und drei Kindergartengruppen. Und davon, dass die Kita in Oberneuland im Herbst eröffnet und die Blumenthaler im Sommer: 1. August. Das Datum nennt nicht er, sondern Uwe Hicken. Auch er ist ein Geschäftsführer. Hicken arbeitet für den Bauherrn, die Bremer Kathmann Projekte GmbH. Er sagt, dass der Termin gehalten wird.

Im September war Grundsteinlegung auf dem Grundstück an der Lüssumer Straße, jetzt ist Richtfest. Macht bisher eine Bauzeit von vier Monaten. Hicken findet, dass das ein guter Wert für ein Projekt von dieser Größenordnung ist. Nach seiner Rechnung investiert das Unternehmen vier Millionen Euro in ein Gebäude, das auf eine Nutzfläche von 600 Quadratmetern kommt. Streng genommen ist es ein Komplex, der aus mehreren würfelförmigen und unterschiedlich hohen Flachdachbauten besteht.

Janina Bartmann benutzt ein anderes Wort. Die Unternehmenssprecherin von Scolanova nennt den Komplex einen Kubus-Bau. Dass sich der Neubau aus verschachtelten Teilen zusammensetzt, kommt nicht von ungefähr. Die Immobilie hat mehrere Nutzer. Bartmann beschreibt, wer später wo seine Räume haben wird: Links das Familienzentrum, rechts der Personaltrakt für die Kita. Und dahinter die eigentliche Tagesstätte auf zwei Etagen. Die Krippengruppen kommen nach unten, die Kindergartengruppen nach oben.

Sissi Schwab geht davon aus, dass beim Start der Kita gleich alle Plätze vergeben sein werden. Laut der Leiterin hat es mittlerweile diverse Anfragen von Eltern aus dem Stadtteil gegeben – und von Kräften, die die Kinder betreuen wollen. Seit Monaten, sagt sie, werden Gespräche mit Erzieherinnen und Auszubildenden geführt. Nach ihrer Kalkulation werden später mindestens 20 Frauen und Männer in der Tagesstätte arbeiten, inklusive einer Küchencrew, die für die Kinder und ihre Betreuungskräfte kocht.

Sorge, dass nicht alle Stellen sofort besetzt werden können, weil inzwischen alle Kindergärten in der Republik händeringend Erzieherinnen und Erzieher suchen, macht sich Geschäftsführer Stadelmann nicht. Er sagt, dass ein Teil des Teams bereits komplett ist – nicht nur des Blumenthaler, sondern auch des Oberneulander Teams. Und dass die gemeinnützige Gesellschaft früh damit begonnen hat, sich nach Personal umzuschauen. Nach seinen Angaben sind 15 Kräfte bereits unter Vertrag genommen worden.

Peter Nowack würde es freuen, wenn die Kita gleich mit voller Kapazität starten könnte. Der Ortsamtsleiter sagt, dass die Blumenthaler Versorgungsquote zwar besser geworden ist, aber noch nicht so, wie er sich das wünscht. Nowack will die Zielzahlen der Behörde nicht nur erreichen, sondern übertreffen. Er glaubt, dass das in zwei Jahren der Fall sein könnte – wenn denn weiterhin so viele Kindergärten gebaut werden wie bisher. Mehrere Kita-Projekte sind nach seinen Worten in der Feinabstimmung.

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