Kulturcafé Nunatak Kulturcafé mit neuem Konzept

Nach einer zweimonatigen Umbauphase hat das Kulturcafé Nunatak in Blumenthal neu eröffnet. Das Team setzt künftig auf noch mehr Veranstaltungen, unter anderem gibt es eine Kooperation mit dem Theater Bremen.
08.04.2019, 19:03
Lesedauer: 3 Min
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Von Daniela Schilling

Hohe Räume, frisch gestrichene Wände und neues Mobiliar. Ein Kronleuchter an der dunkel gestrichenen Decke verbreitet zart gedimmtes Licht. Scheinwerfer richten sich auf die Bühne, die neben der frisch geweißten Wendeltreppe platziert wurde. Das Nunatak an der Kapitän-Dallmann-Straße strahlt in neuem Glanz. Drei Wochen sollte der Umbau dauern, daraus sind letztlich zwei Monate geworden. „Wir hatten leider gleich mehrere Ausfälle bei den Helfern. Deshalb mussten wir viel improvisieren und uns für manche Aufgaben Hilfe organisieren", erklärt Christian Psioda. Eine Firma anzuheuern, kam nicht infrage, da das Projekt mit seinen finanziellen Mitteln haushalten muss.

Also nahm man sich mehr Zeit, setzte auf Helfer aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, zog das Internet zurate, wenn man nicht weiterwusste. „Wir wissen jetzt zum Beispiel, was eine Gewindestange ist oder was man tun muss, um LEDs dimmbar zu machen“, erklärt der Projektleiter mit ein wenig Stolz in der Stimme. Die Elektrik habe man sich natürlich vom Profi abnehmen lassen. Sicherheit geht schließlich vor.

Das Ergebnis sind Räume, die deutlich offener und lichter wirken als vorher. Dafür wurde unter anderem mit der Erhöhung der Decken gesorgt, die vorher um einen Meter abgehängt waren. Das Interieur wurde durch leichtere Möbel ausgetauscht. „Unser Ziel war es, Luft in den Raum zu bekommen. Das Ganze sollte elegant und trotzdem behaglich wirken, und wir wollten den Veranstaltungscharakter betonen“, erläutert Christian Psioda. Deshalb habe man die Bühne mehr in den Mittelpunkt gerückt und sich eine professionelle Traverse mit Bühnenbeleuchtung geleistet. „Das wirkte vorher immer etwas improvisiert“. Und noch eine Kleinigkeit hat sich das Team des Nunatak gegönnt: einen großen Kronleuchter im Zentrum des Raums, dessen Beleuchtung je nach Anlass gedimmt werden kann.

Bei der Renovierung einen Schwerpunkt auf Veranstaltungen zu legen hat sich nach Psioda aus der Erfahrung der vergangenen zweieinhalb Jahre ergeben. „Das Nunatak soll ein offener Treffpunkt für alle sein, aber wir haben gemerkt, dass die Leute lieber zu einem speziellen Anlass zu uns kommen, anstatt einfach so.“ Solche Gelegenheiten wolle man nun verstärkt anbieten. Die Reihe „Songs and Whispers“, in deren Rahmen bereits regelmäßig Konzerte im Nunatak stattfinden, werde bereits sehr gut angenommen und spreche auch neues Publikum an. Künftig soll es noch weitere und vielfältigere Events geben, zum Beispiel in Kooperation mit dem Theater Bremen. Auch Workshops zu verschiedenen Themen sind geplant und regelmäßige Ausstellungen mit Werken wechselnder Künstler.

Im Rahmen der Wiedereröffnung wurde auch zur Vernissage der ersten Ausstellung in den neu gestalteten Räumlichkeiten geladen. Matthias Hohnke ist bereits von Anfang an im Nunatak aktiv. Bis Anfang Mai zeigt er Werke, die sich mit der Suche nach Spiritualität auseinandersetzten. Seit gut zwanzig Jahren arbeitet er an seiner Technik, malt im Großformat in Öl, zeichnet mit Pastellkreide, Kohle und Bleistift. Da der Künstler nach Aussage von Christian Psioda mit seinem Talent lange „hinter dem Berg gehalten“ hat, handelt es sich bei der Werkschau im Nunatak um seine erste Ausstellung.

Rund 30 Besucher sind gekommen, um sich die Bilder sowie die frisch renovierten Räume anzusehen. Ebenso viele lauschen dem Vortrag von Detlef Gorn, der mithilfe einer reich bebilderten Präsentation durch die Geschichte der Woll-Kämmerei und ihren Einfluss auf den Stadtteil führt. Begleitet werden die historischen und aktuellen Bilder von Geschichten, Statements und Zeitzeugenberichten. So erfahren die Gäste, dass die Berufe aus dem Bereich Sortierung zu den am besten bezahltesten gehörten. Aber auch, dass Industriemagnaten ihre Söhne als Volontäre in die Woll-Kämmerei schickten, woraufhin sich nicht selten eine Liebesgeschichte zwischen Praktikant und Sortiererin entwickelte. Der Abschluss der Nunatak-Feierlichkeiten wird schließlich mit einem Konzert von Randy Casey eingeleitet. Auf der neuen Bühne spielt der Amerikaner ausdrucksstarken Blues und zeigt, dass das Nunatak als Location für Veranstaltungen deutlich an Mehrwert gewonnen hat.

„Insgesamt ist das Feedback auf die Renovierung und auf die Wiedereröffnung sehr gut“, resümiert Projektleiter Christian Psioda. Schon während der vergangenen Wochen habe immer mal wieder ein Blumenthaler hereingeschaut und sich positiv geäußert. „Dass das Ganze sehr dazugewonnen hat, haben wir oft gehört“, sagt Psioda, der sich sehr über solche Aussagen freut. Denn zuvor habe es oft auch Kritik gegeben. Mit dem neuen Ansatz habe man nun aber anscheinend einen Konsens gefunden. „Mit der Neugestaltung wollten wir auch ein Statement für Dauerhaftigkeit setzen.“

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