SV Türkspor „Ich bin nie weg“

Kemal Kök kann sich weiterhin eine Funktion beim Fußball-Landesligisten SV Türkspor vorstellen. Es muss nicht unbedingt der Trainerposten sein.
11.02.2021, 14:34
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Olaf Schnell

Kemal Kök hätte beim Fußball-Landesligisten SV Türkspor auch mit seinem Leistungsträger Bela Prieß sehr gerne noch weiter zusammengearbeitet. Doch wechselte Prieß ja bekanntlich zum Landesliga-Konkurrenten SV Grohn. Somit muss sich der SVT-Trainer Kök nun damit abfinden, ohne seinen starken Mittelfeld-Regisseur in der Fußball-Landesliga Bremen zu bestehen. So lautet sein Ziel erst einmal der Klassenerhalt, sollte die Saison dann doch noch fortgesetzt werden.

„Schade, dass uns Bela verlassen hat. Ich bin der Meinung, dass man immer erst einmal eine Saison zusammenarbeiten muss. Dann kann man sich überlegen, ob man den Verein verlässt“, meinte der 47-jährige Kemal Kök, dessen Sohn Enes beim SVT kickt und mit Bela Prieß befreundet ist. So hat der Türkspor-Trainer – ist jetzt rund neun Monate im Amt – seinen Ex-Mittelfeldspieler und Mannschaftsführer Prieß öfters gesehen und konnte ihn letztlich nicht überzeugen beim Burgwall-Team zu bleiben.

„Er hat bei uns drei Jahre gute Leistungen gezeigt. Wir hatten alles besprochen. Ja und dann hat er es sich auf einmal sehr kurzfristig anders überlegt. Ich hatte mir aber gewünscht, dass er künftig in der Bremen-Liga spielt. Nun hat er sich für den Landesligisten SV Grohn entschieden“, meinte Kemal Kök, der nach dem Weggang von Bela Prieß sich auch einen neuen Mannschaftsführer suchen muss. „Ich bestimme aber erst einen neuen Kapitän, wenn wir wieder gemeinsam trainieren. Ich möchte dieses Thema vorher noch mit den Jungs besprechen. Das ist aber das kleinste Problem, weil ich aus meinem Kader neben Bela Prieß und Milan Meyer mit John Halstenberg, Juliano Barthel (beide 1. FC Burg) und Yasin Chaaban (KSV Vatan Spor) ja noch einige andere Stammkräfte verloren habe“, sagte Kemal Kök.

Nun war also guter Rat teuer, diese vielen Abgänge wieder aufzufangen. Die Blumenthaler Verantwortlichen um Erhan Koser, Evren Bogan, Bülent Akgün, Okan Altindag und Kemal Kök sind zwar mit einigen Spielern in sehr guten Gesprächen, können in Sachen Vertragsabschluss aber noch keinen Vollzug vermelden.

„Nach diesen Abgängen befinden wir uns nun in einem Umbruch. Aber mit Erhan (Koser, Anm. d. Red.) bin ich schon sehr lange befreundet und schon jahrelang dem Verein eng verbunden. Wir wollen alle den Weg gemeinsam gehen. Das dauert natürlich mindestens zwei Jahre. Wir wollen auch viele junge Spieler mit einbinden und so von unserer zweiten Mannschaft jüngere Leute nach oben ziehen“, bemerkte Kemal Kök, der aufgrund von Corona natürlich große Schwierigkeiten hat, diese Spieler zu sichten. Kök geht letztlich davon aus, dass auch die Saison in der Fußball-Landesliga Bremen abgebrochen wird.

„Wir werden diese jungen Spieler demnächst anschreiben, ansonsten können wir zurzeit ja nichts machen. Wir wollen, wenn wir wieder trainieren dürfen, die Akteure zum Trainingsauftakt einladen. Damit sie eine Chance bekommen, vielleicht bald in der ersten Mannschaft zu spielen“, so Kök, der dem SV Türkspor auf jeden Fall treu bleiben möchte.

„Ich bin nie weg. Ich kann mir weiterhin eine Funktion im Verein vorstellen und muss nicht unbedingt der Trainer sein. Ich stehe dem SVT auch in anderen Bereichen zur Verfügung. Ich würde als Coach aber schon gerne den Aufbau der ersten Mannschaft unterstützen. Wenn ich mich dann zurückziehe, hat es der neue Trainer einfacher“, äußerte sich Kök, der sich aber durchaus vorstellen kann, auch in fünf Jahren noch als Übungsleiter an der Seitenlinie zu stehen.

Das hört Erhan Koser sicherlich gerne, dass sich Kemal Kök beim SV Türkspor so wohlfühlt. „Wir werden uns vom Vorstand spätestens Ende des Monats unterhalten, wie es mit ihm bei uns weitergeht“, so Koser, der mit der Arbeit von Kemal Kök sehr zufrieden ist. „Kemal Kök soll auf jeden Fall bei uns im Verein bleiben – wohl auch in der Funktion des Trainers. Aber das müssen wir dann noch zusammen besprechen“, äußerte sich Erhan Koser.

In Sachen Bela Prieß bekräftigte der Türkspor-Chef Erhan Koser noch einmal, dass er von den Blumenthalern noch keine Freigabe erhalten hat. „Da muss noch einiges geklärt werden“, meinte Koser, der es bedauert, dass der Mittelfeldspieler vielleicht auch coronabedingt sich zu schnell Richtung SV Grohn verabschiedet hat.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+