Musikpädagogik

Musikwerkstatt: Die Klänge Afrikas

Die Musikwerkstatt Bremer Philharmoniker besucht Grundschulen, um den Kindern Instrumente nah zu bringen. Ein Besuch in der Tami-Oelfken-Schule.
10.03.2021, 12:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Musikwerkstatt: Die Klänge Afrikas
Von Patricia Friedek
Musikwerkstatt: Die Klänge Afrikas

Der Musikpädagoge Thomas Schacht erklärt den Kindern die afrikanischen Instrumente.

Christian Kosak

Blumenthal. Die Xylofone, die an diesem Freitagvormittag auf dem Boden stehen, sehen anders aus als man sie vielleicht noch aus der eigenen Schulzeit kennt. Die Stäbe sind aus Holz und unter ihnen sind Kürbisse befestigt, die als Resonanzraum dienen. Sie klingen nicht ganz so sauber, wie es normale Xylofone tun, sondern schnarren etwas bei jedem Ton. Auch heißen diese Instrumente anders: Es sind Balafone und stammen original aus Guinea. Vor allem in Westafrika sind sie beliebt.

Hergebracht, in die Tami-Oelfken-Schule in Blumenthal, hat sie Thomas Schacht von den Bremer Philharmonikern. Auch zahlreiche Djemben, also afrikanische Trommeln, stehen mit Hocker bereit. Normalerweise fährt Schacht oder ein Kollege mit dem „Philmobil“ von einem Schulhof zum nächsten und klappert Grundschulen ab, um mit den Kindern zu musizieren. Oder er leitet Workshops in den Musikwerkstätten der Bremer Philharmoniker. Coronabedingt können aktuell keine Klassen in die Werkstätten kommen, deshalb fährt Schacht zu ihnen.

Die Tür geht auf und die Klasse 3b kommt herein. Brav setzen sich die Kinder hin und Schacht führt erst mal in die wichtigsten Fakten ein: Was ist Afrika, ein Land? Eine Insel? Nein, ein Kontinent natürlich, weiß ein Schüler auf Anhieb – das hat er doch schon in der ersten Klasse gelernt. Welche Tiere gibt es in Afrika? „Papageien!“ - „Hunde!“, rufen die Kinder herein. Darauf will Schacht natürlich nicht hinaus. Ein Tipp: „Welches Tier hat denn drei Silben in seinem Namen?“ Dann kommt die richtige Antwort aus der Runde: „E-le-fant.“

Die Schüler und Schülerinnen sollen den Takt des Wortes auf den Djemben und Balafonen nachspielen. Schacht wird ihnen eine Choreografie aus mehreren Taktabfolgen beibringen, sodass sie am Ende des 60-minütigen Workshops alle mit musizieren können, auch ohne Vorerfahrung. Einige Kinder in der Klasse waren schon mal in der Musikwerkstatt in Marßel zu Besuch und kennen die Instrumente bereits, andere sehen sie zum ersten Mal.

„Die afrikanischen Instrumente haben den Vorteil, dass sie sehr leicht zu bespielen sind und jedes Kind motivieren, sofort draufloszuspielen“, sagt Schacht. Das merkt man, denn kaum sollen die Schülerinnen und Schüler die Schlägel bloß auf den Balafonen ablegen, fangen die ersten an, darauf herumzuklimpern. Da muss selbst Schacht laut werden, obwohl er eigentlich nicht so streng sein will, wie er sagt, sondern lieber mit den Kindern zusammen Musik macht.

Doch schon bald haben sich alle mit den Instrumenten angefreundet und können problemlos in der Gruppe mitspielen. Manche Kinder brauchen ein bisschen Hilfestellung von ihren Lehrern und Lehrerinnen, doch insgesamt ist Schacht zufrieden mit dem Ergebnis. „Die Hauptsache ist, dass alle aktiv geworden sind und das Gefühl von gemeinsam Musik machen bekommen“, sagt Schacht.

Am Ende der Stunde sind die Kinder erschöpft, einige reiben sich die Hände, weil sie zu stark auf die Trommel gehauen haben. Doch bevor sie in die Pause gehen, steht noch etwas an: Das Aufräumen.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+