Fußball-Bremen-Liga Neue Anziehungskraft

Der Blumenthaler SV ist das perfekte Beispiel für die Schnelllebigkeit und Unberechenbarkeit des Fußball-Geschäftes.
13.05.2019, 15:47
Lesedauer: 2 Min
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Von Jens Pillnick

Blumenthal. Der Blumenthaler SV ist das perfekte Beispiel für die Schnelllebigkeit und Unberechenbarkeit des Fußball-Geschäftes. „Vor einem Jahr hatten wir zu diesem Zeitpunkt gerade mal sechs Spieler“, blickt Trainer Denis Spitzer, der dann der Architekt eines sportlichen Meisterwerkes wurde, zurück. Erst stampfte er eine blutjunge Mannschaft aus dem Boden, die in der Hinrunde Lehrgeld zahlte, aber einem Strang zog. Dann rollte er mit dem Talentschuppen in der Rückrunde das Feld von hinten auf und stieß bis auf den sechsten Tabellenrang vor.

Kein Wunder, dass sich die Planungen für die Serie 2019/20 ganz anders gestalten. Und zwar viel einfacher. Mit Alexander Koscheck und Mahdi Matar haben laut Spitzer erst zwei Spieler Abwanderungsvorhaben vermeldet, alle anderen signalisiert, dass sie bleiben wollen. Zehn Spieler hätten bereits verbindlich zugesagt. Die beiden, die sich verändern wollen, sind Koscheck, der seit der A-Jugend eine 70 Kilometer lange Anreise zum Training und zu den Spielen aus der Nähe von Wilhelmshaven in Kauf genommen hat und Mahdi Matar, der sich gerade beim SC Paderborn II (Oberliga Westfalen) ausprobiert. Jenem Verein, bei dem Blumenthals Ex-Trainer Michél Kniat tätig ist und dessen erste Mannschaft den HSV gerade zum Verbleib in der Zweitklassigkeit verdammt hat.

Aber der Trend ist nicht nur, beim Blumenthaler SV bleiben zu wollen. Der Blumenthaler SV ist auch wieder eine interessante Adresse geworden, um zu ihm zu wechseln. „Was sich für Leute bei mir melden, ist der Wahnsinn. Echte Kracher“, erklärt Denis Spitzer und spricht von Verhandlungen mit vier, fünf, sechs Interessenten. Spitzer: „Es geht um Verstärkungen, nicht um mehr Breite im Kader.“ Eine Wende binnen eines Jahres, für die der BSV-Coach die Anerkennung keineswegs nur für sich verbucht: „Ich bin der Mannschaft sehr dankbar. Das geht in die goldrichtige Richtung.“ Die Richtung geändert haben auch die ersten Spieler aus Vereinen in der Nachbarschaft. Dominik Willkomm (26) und Dennis Jordan (26) kehren nämlich zum Blumenthaler SV zurück. Willkomm ist im zweiten Jahr nach seinem Wechsel zum FC Hansa Schwanewede Kreisliga-Meister geworden, sucht jetzt aber wieder eine größere Herausforderung und hat sich beim BSV angeboten. „Auf der linken Abwehrseite hatten wir Bedarf“, sagt Denis Spitzer und ist froh, einen Spezialisten für diesen Part gefunden haben.

Der zweite Neue ist mit Dennis Jordan ebenfalls ein Abwehrspezialist, genau gesagt ein Innenverteidiger. Sein Wechsel zum BSV ist die Fortsetzung einer On-Off-Beziehung. Nach erfolgreichen Regionalliga-Zeiten im Juniorenbereich beim BSV hatte es ihn nämlich zum Nachbarn SG Aumund-Vegesack, zum Brinkumer SV, zum SC Borgfeld und zum FC Hagen/Uthlede gezogen, zwischenzeitlich war er aber auch zweimal zum Blumenthaler SV zurückgekehrt. Nun flammt die Beziehung mit dem BSV also zum dritten Mal auf. „Dennis ist immer Blumenthaler geblieben. Wir haben keinen so erfahrenen Verteidiger wie ihn“, lässt Denis Spitzer verlauten.

Ob es weitere Spieler zurück an den Burgwall zieht und mit welchen Externen sich Trainer Denis Spitzer und Sportwart Timo Lochner auf eine künftige Zusammenarbeit verständigen, das sorgt für Spannung in den nächsten Tagen und Wochen. Ein Fragezeichen steht zudem noch hinter der Position des Co-Trainers. Da der „ewige“ Rainer Raute sich zurückzieht, befindet sich Denis Spitzer derzeit auf der Suche nach Unterstützung. Nicht nur für Spieler, also auch für einen Co-Trainer bietet sich die Gelegenheit, auf den BSV-Express aufzuspringen. Einen Express, der in der Saison nicht nur auf den Bremen-Liga-Plätzen stoppen wird, sondern auch beim geplanten, aber noch nicht terminierten Jubiläumsspiel zum 100. BSV-Geburtstag gegen den Bundesligisten Werder Bremen und beim Hallen-Masters im Dezember in der ÖVB-Arena.

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