Wollkämmerei: Ansiedlungen bringen rund 130 neue Arbeitsplätze / WFB will Sortierung umbauen Neue Jobs auf dem BWK-Gelände

Bei Bremens Wirtschaftsförderern steigt die Zuversicht, aus dem BWK-Gelände wieder einen Aktivposten für Blumenthal machen zu können. Beflügelt wird sie durch zwei bevorstehende Neuansiedlungen, die insgesamt rund 130 Jobs auf das Areal bringen.
12.07.2013, 05:00
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Neue Jobs auf dem BWK-Gelände
Von Jürgen Theiner

Bei Bremens Wirtschaftsförderern steigt die Zuversicht, aus dem BWK-Gelände wieder einen Aktivposten für Blumenthal machen zu können. Beflügelt wird sie durch zwei bevorstehende Neuansiedlungen, die insgesamt rund 130 Jobs auf das Areal bringen.

Blumenthal. Zu ihren besten Zeiten war die Bremer Wollkämmerei ein einziger Superlativ. 5000 Arbeitsplätze auf rund 40 Hektar – eine Fläche mit der Ausdehnung eines Ortsteils. An den Abmessungen hat sich nichts geändert, doch die Zahl der Beschäftigten nimmt sich marginal aus im Vergleich zu den 50er Jahren. Rund 200 dürften es aktuell sein, schätzt Heiko Fischer, Prokurist bei der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB). Rund ein Dutzend Firmen sind auf dem Gelände ansässig. Das Spektrum reicht von umsatzstarken Mittelständlern wie der BWK Chemiefaser, die sich erfolgreich von der einstigen Konzernmutter abnabelte, bis zu kleineren Handwerksbetrieben wie der Tischlerei Röhrs.

Im nächsten Jahr wird sich die Zahl der Arbeitsplätze wohl deutlich erhöhen. Zwar ist die Tinte unter den Verträgen noch nicht trocken, doch Heiko Fischer geht fest davon aus, in Kürze zwei größere Grundstücke unmittelbar an der Wasserkante verkaufen zu können. In einem Fall handelt es sich um einen Anbieter von Ingenieurleistungen, der zurzeit mit verschiedenen Niederlassungen über das Bremer Stadtgebiet verteilt ist und diese auf dem BWK-Gelände zusammenfassen möchte. Es geht dabei um 80 bis 90 Stellen. Zweiter Ansiedlungskandidat ist ein Stahlhandel, der zwischen 40 und 50 Beschäftigte mitbringen soll.

Doch die WFB verkauft nicht nur Gelände, sie investiert auch massiv in den vorhandenen Gebäudebestand – soweit noch nutzbar. Diese Einschränkung ist wichtig, denn Teile der historischen Substanz aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert weisen so schwere Schäden auf, dass an einem Abriss kein Weg vorbeiführt. Bei einem Speicher in zentraler Lage hat sich das gerade erst zur Gewissheit verdichtet. "Uns liegt jetzt ein Gutachten vor, in dem steht, dass da zu starke Absackungen aufgetreten sind", so Fischer.

Auf stabilem Fundament steht dagegen die sogenannte Sortierung. Mit diesem dunkelroten Klinkerbau an der Nord-Süd-Achse hat die WFB noch einiges vor. In seine Instandsetzung wird ein erheblicher Teil jener neun Millionen Euro fließen, die laut Heiko Fischer für Sanierung und Abriss von Gebäuden entlang der historischen Achse zur Verfügung stehen. "Klar wäre es mir lieber, wenn ein privater Investor käme und uns diese Aufgabe abnähme", sagt der WFB-Prokurist. Doch das sei nicht zu erwarten. Also geht die städtische Wirtschaftsförderung in Vorleistung und richtet den Bau mit seinen rund 4500 Quadratmetern Nutzfläche attraktiv her. Gedacht ist die Sortierung als Adresse für kleinere Gewerbeeinheiten, Ateliers, Büros, Firmen aus der Kreativwirtschaft. Die notwendigen Planungsleistungen sollen in Kürze in Auftrag gegeben werden.

All diese Aktivitäten dienen dem einen Ziel – nämlich auf dem Gelände eine Art kritische Masse zu schaffen, die weitere interessante Firmen anzieht und eine Dynamik in Gang setzt. Langfristig halten Heiko Fischer und die Fachleute des Wirtschaftssenators eine Zahl von 1000 Arbeitsplätzen auf dem BWK-Gelände für möglich. Voraussetzung für eine solche Entwicklung ist der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Die Straßen Marschgehren und Zum Kammstuhl sollen weitergeführt und zu einem inneren Erschließungsring verbunden werden. Vorbereitende Arbeiten (Kanal- und Leitungsbau) starten bereits nach den Sommerferien.

Positive Nachrichten gibt es unterdessen von einem Projekt, um das es in den vergangenen Monaten etwas still geworden war: das Oldtimer-Zentrum vis-à-vis der Sortierung. Fast drei Jahre nach den ersten Gesprächen mit dem Bauamt, so Mitinitiator Heiko Waschmann, liege jetzt das Okay für die Nutzung der unteren Etage vor. Waschmann hofft nun, im Sommer 2014 mit seiner Sandstrahlerei sowie Autoservice und Reifendienst dort einziehen zu können.

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