120 weitere Grabstellen in Blumenthal / Sandsteinstelen werden Namen der Toten tragen Pastor weiht neues Urnenfeld

Blumenthal. Der schwere Sturm hat dem neu angepflanzten Wildapfelbaum nichts anhaben können. Dabei bindet Pastor Ulrich Klein den Kleinen erst am Sonntag an zwei Pflanzpfählen fest und weiht damit ein neues Urnenfeld auf dem Friedhof der Blumenthaler evangelisch-reformierten Kirchengemeinde. 120 Urnengräbern soll der Wildapfel einmal Schatten spenden. Zwei ellipsenförmige Sandsteinstelen werden die Namen der Toten tragen.
17.06.2013, 05:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von

Blumenthal. Der schwere Sturm hat dem neu angepflanzten Wildapfelbaum nichts anhaben können. Dabei bindet Pastor Ulrich Klein den Kleinen erst am Sonntag an zwei Pflanzpfählen fest und weiht damit ein neues Urnenfeld auf dem Friedhof der Blumenthaler evangelisch-reformierten Kirchengemeinde. 120 Urnengräbern soll der Wildapfel einmal Schatten spenden. Zwei ellipsenförmige Sandsteinstelen werden die Namen der Toten tragen.

"Es gibt auf unserem Friedhof keine anonymen Gräber und es wird allein aus seelsorgerischen Gründen auch keine geben." Pastor Klein ist überzeugt, dass die Trauer der Angehörigen um ihre Lieben einen damit verbundenen Ort und Namen braucht. Dreimal im Jahr wird sich deshalb Steinmetz Martin Tosonowski die ein Meter siebzig hohen feinpolierten Sandsteinstelen vornehmen und neue Namen eingravieren. Die Steinstelen haben eine an Holz anmutende Maserung. "Eine Laune der Natur," meint Tosonowski. Zweieinhalb Zentimeter groß werden die Inschriften, 30 auf jeder Seite der wie ein Portal zum Urnengarten angeordneten Säulen. Am Ende des kleinen Weges trifft man dann auf den Apfelbaum. "Wenn morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen." Das Martin Luther zugeschriebene Wort ist schon beim Gottesdienst in der Kirche mehrfach zitiert worden, bei der Weihe wieder. Zu Beisetzungen können Blumen und Kränze auf einem Gestell abgelegt werden. Auch auf dem Weg soll dafür Platz sein.

Wer sich für das Urnenfeld entscheidet, zahlt einen höheren Betrag als in vergleichbaren Anlagen, räumt Pastor Klein ein: "Aber mit rund 1000 Euro hat man dann auch die weitere Pflege bezahlt." Grundsätzlich gehe es darum, der veränderten Bestattungskultur in unserer Gesellschaft Rechnung zu tragen. Die Nachfrage nach Bestattungsmöglichkeiten mit keinem oder geringem Pflegeaufwand steige. Ulrich Klein: "Ich weiß selbst, wovon wir hier reden. Meine eigene Mutter wohnt 500 Kilometer weit weg von hier. Da werde ich mich auch nicht persönlich um das Grab kümmern können."

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+