Polizistenbeleidigung

Freiheitsstrafe als Warnung

Wegen Polizistenbeleidigung ist ein Blumenthaler zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Diese Strafe solle ihm zur Warnung dienen.
18.06.2021, 12:00
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Von Friedrich-Wilhelm Armbrust/fwa
Freiheitsstrafe als Warnung
Peter Steffen

Blumenthal. „Ich danke Ihnen vielmals.“ Mit diesen Worten, und die waren ernst gemeint, verließ der 32-jährige Angeklagte den Gerichtssaal. Sein Dank galt sowohl der Staatsanwältin wie auch Strafrichterin Johanna Kopischke. Die Richterin hatte ihm eine Freiheitsstrafe von drei Monaten wegen Beleidigung aufgebrummt. „Sehen Sie das als Chance“, gab sie ihm mit auf den Weg.

Die Staatsanwältin hatte eine Freiheitsstrafe von vier Monaten für drei Jahre zur Bewährung beantragt. Eine Geldstrafe kam für sie nicht mehr in Betracht. Sie hoffe, dass dem Angeklagten eine Freiheitsstrafe zur Warnung dienen werde. Von der von der Staatsanwältin beantragten Arbeitsauflage sah Strafrichterin Kopischke dagegen ab.

Denn mit der zur Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe war auch eine  Bewährungs-Auflage verbunden. So hat sich der Blumenthaler für drei Jahre einem Bewährungshelfer zu unterstellen. Geldstrafen in der Vergangenheit hätten ihn nicht veranlasst, sein Verhalten zu ändern, gab die Richterin zu bedenken.

Denn immerhin 14 Eintragungen weist das Bundeszentralregister auf. Los ging es schon im Jahr 2003 als Jugendlicher mit einer Sachbeschädigung. Es folgten über die Jahre Hehlerei, Körperverletzung, Diebstahl, Erschleichen vom Leistungen und mehr.

Darüber hinaus legte die Richterin dem 32-jährigen nahe, sich einer Therapie zu unterziehen. Schon im Verlaufe des Prozesses hatte der Blumenthaler eingeräumt: „Ich habe ein Alkoholproblem.“ Mitte November im vergangenen Jahr war er in Schwanewede nachmittags in eine Polizeikontrolle geraten, als Beifahrer. „Ich hatte mich im Vorfeld mit meiner Freundin gestritten und war sehr aufgebracht.“ Der Alkoholkonsum vor Fahrtantritt sei eine „schöne Menge“ gewesen.

Die Polizisten beschimpfte er unter anderem als „Bastarde“, als „dumm“ und „asozial“. „Ich habe die Polizisten beleidigt. Das war ziemlich doof“, räumte der 32-Jährige ein. Letztlich habe er sich aber wegen des verbalen Ausbruchs geschämt, machte er auch deutlich. „Ich war so impulsiv.“ Jetzt aber wolle er sich Hilfe holen. „Das hätte ich schon früher machen sollen.“

Grundsätzlich wird vor einer Verurteilung nach den persönlichen Verhältnissen, auch nach dem Einkommen, der Angeklagten gefragt. In diesem Fall sagte der Blumenthaler, dass er monatlich über fast 1000 Euro netto verfüge. Aber er habe auch noch 98.000 Euro an Schulden. Weiter sei er Vater einer achtjährigen Tochter. „Aber ich habe noch drei Geschwister. Die geben mir Halt“, sagte der 32-Jährige zu seiner Lebenssituation.

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