Fußball-Bremen-Liga

Sind die Tiefschläge verdaut?

Haben der Blumenthaler SV und die SG Aumund-Vegesack die Tiefschläge vom vergangenen Wochenende in der Fußball-Bremen-Liga verdaut? Der BSV spielt daheim und die Vegesacker müssen auswärts ran.
05.12.2019, 14:35
Lesedauer: 4 Min
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Von Klaus Grunewald

Blumenthal. Haben der Blumenthaler SV und die SG Aumund-Vegesack die Tiefschläge vom vergangenen Wochenende verdaut? Diese Frage stellt sich am 18. und damit letzten Spieltag der Fußball-Bremen-Liga in diesem Jahr. Die Burgwall-Elf will sich am Sonnabend um 14 Uhr im eigenen Stadion gegen den TuS Schwachhausen für die unter ungewöhnlichen Umständen zustande gekommene 0:8-Klatsche beim Bremer SV rehabilitieren.

Und die SG Aumund-Vegesack, die eine Stunde später im Bremerhavener Bürgerpark beim ESC Geestemünde anzutreten hat – und am Mittwoch dann auswärts noch ein Nachholspiel absolviert (SFL Bremerhaven) –, strebt nach der 1:5-Heimniederlage gegen den Brinkumer SV ebenfalls Wiedergutmachung und drei Punkte an.

Blumenthaler SV – TuS Schwachhausen: Natürlich ist die 0:8-Abfuhr noch immer Gesprächsthema am Burgwall. Aus mehrerlei Gründen: Torwart Jascha Tiemann war in der fünften Minute umgeknickt und wälzte sich schreiend auf dem Kunstrasen. Eine genaue Diagnose ist bislang nicht möglich gewesen, weil der Knöchel dick anschwoll und eine Röntgenaufnahme nicht zuließ. „Eventuell sind alle Bänder gerissen“, sagt Trainer Denis Spitzer und befürchtet eine Zwangspause von zehn Wochen für seinen Keeper.

Dass der Bremer SV den Ball nach Tiemanns Verletzung nicht fairerweise ins Aus, sondern Sebastian Kmiec ihn ins unbewachte Blumenthaler Tor beförderte, empört Spitzer zudem ebenso wie die rhetorische Frage des BSV-Trainers Maik Stolzenberger: „Warum hätten wir das machen sollen?“ Weil es zur Fairness auf dem Fußballplatz gehöre, die Verletzung eines gegnerischen Spielers nicht zum eigenen Vorteil auszunutzen, lautet die unmissverständliche Antwort aus Blumenthal.

Da Ersatzkeeper Thomas Büttelmann sich vor dem Spiel beim Bremer SV mit Rückenbeschwerden abgemeldet hatte, zog sich schließlich der kleine Mittelfeldspieler Mola Lamine Khan die Torwart-Handschuhe an. Dass er einige Bälle passieren lassen musste, die Tiemann oder Büttelmann mit Leichtigkeit pariert hätten, gehört ebenfalls zur Geschichte dieses Spiels. Daraus macht ihm allerdings niemand im Team, geschweige denn seine Trainer, einen Vorwurf.

Der Blumenthaler SV hat bislang fünf Niederlagen einstecken müssen. Das 0:1 gegen den FC Oberneuland und das 2:4 gegen Neuling SV Hemelingen kann er verschmerzen, weil die Spiele eng waren und die Ergebnisse nach 90 Minuten auch anders hätten aussehen können. Zu denken gibt Denis Spitzer indes die Abfuhren gegen den Bremer SV (0:8), SFL Bremerhaven (1:5) und TuS Schwachhausen (2:6). Bei denen hat er mentale Mängel bei seiner Mannschaft festgestellt: „Es fehlte einfach der Wille, dagegenzuhalten.“

An diesem Sonnabend nun soll sein Team gegen den TuS Schwachhausen ein anderes Gesicht zeigen. Um im Obergeschoss der Bremer Oberliga zu überwintern. Im Falle einer Niederlage könnte man nämlich auf den siebten Tabellenplatz abrutschen. „Doch wir wollen mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause“, lautet die Marschroute des Trainers, der weiterhin auf Innenverteidiger Denis Jordan verzichten muss und hofft, dass Thomas Büttelmann seine Rückenprobleme überwunden hat. Andernfalls dürfte Moritz Wieder aus der A-Jugend des Blumenthaler SV zwischen den Pfosten stehen.

ESC Geestemünde – SG Aumund-Vegesack: Einen Tipp über den Ausgang dieser Partie abzugeben, gleicht Spökenkiekerei. Bei beiden Teams wechseln sich Licht und Schatten in dieser Saison ab. Beständigkeit in der Leistung gehört nicht zu ihren herausragenden Eigenschaften.

Deshalb bringt der Blick auf das Resultat im Hinspiel auch kaum Erkenntnisse. Bestenfalls die, dass die Vegesacker ihren Auftritt beim 6:0-Heimsieg am 6. August als Aufforderung zur Wiederholung verstehen, während die Seestädter ihre damalige Darbietung möglichst vergessen machen wollen.

Für die Nordbremer gibt es nach der jüngsten 1:5-Niederlage gegen einen spielstarken Brinkumer SV dennoch eine alternativlose Zielsetzung. Ihr Trainer Björn Krämer formuliert es mit Blick auf die Tabelle so: „Wir müssen gewinnen und Punkte machen, egal wie.“ Verständlich, ist es doch nach wie vor sein Anspruch, am Ende der Saison zur besseren Hälfte der Bremen-Liga-Vereine zu gehören. Signale in diese Richtung sandte in der zweiten Halbzeit gegen Brinkum auch seine Mannschaft aus. Sie spielte couragierter und erarbeitete sich gute Torchancen. Auf dem Kunstrasenplatz im Bremerhavener Bürgerpark gilt es denn auch, an diese zweite Spielhälfte anzuknüpfen.

Das ist wohl auch zwingend nötig, denn schließlich gelang den Geestemündern zuletzt mit dem 5:1-Erfolg bei der Leher Turnerschaft ein Befreiungsschlag. Sie erhöhten die Distanz zum ersten Abstiegsplatz auf sechs Punkte und zeigten, dass sie vor Saisonbeginn nicht grundlos zum Kreis der Titelkandidaten gezählt wurden.

Mit anderen Worten: Der Eisenbahn-Sport-Club besitzt genügend Substanz, um mit den meisten Liga-Kontrahenten mithalten zu können. Und torgefährliche Stürmer wie Tim Klowat und Philip Schönewolf. Allerdings ist die ESC-Abwehr überraschend anfällig und hat mit 59 Gegentoren die meisten aller Bremen-Ligisten kassiert.

Der Goalgetter der SG Aumund-Vegesack, Alexander Schlobohm, kann allerdings eher nicht dazu beitragen, dass der Geestemünder Schlussmann einmal mehr den Ball aus dem Netz holen muss. Hinter Schlobohms Einsatz steht wegen einer Rückenverletzung ein „riesengroßes Fragezeichen“, wie sein Trainer unterstreicht. Der Mittelstürmer hatte sich im Spiel gegen Brinkum einen Kniestoß eingefangen und bereits in der 28. Minute den Platz verlassen. „Immerhin haben wir gute personelle Alternativen“ tröstet sich Björn Krämer, der wieder auf Lennart Kettner zurückgreifen kann und in der Torwartfrage eine unmissverständliche Aussage macht: „Ermin Alijagic hat gegen den Brinkumer SV eine gute Leistung gezeigt.“

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