Songs & Whispers „Songs & Whispers"-Reihe im Nunatak

Ab September ist das Kulturcafé in Blumenthal regelmäßig Veranstaltungsort für Singer-Songwriter-Konzerte der Reihe "Songs & Whispers". Jetzt war der Kalifornier Bobbo Byrnes zu Gast.
02.07.2018, 18:02
Lesedauer: 3 Min
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Von Christian Pfeiff

Blumenthal. Das Kulturcafé „Nunatak“ in Blumenthal wird ab September regelmäßige Spielstätte für die Konzertreihe „Songs & Whispers“. Zum Auftakt spielte jetzt der Kalifornier Bobbo Byrnes in dem „Kultur-Ideen-Raum“ in der Kapitän-Dallmann-Straße 2. Sein Konzert bildete den Abschluss eines Fests auf dem Blumenthaler Marktplatz, mit dem, wie berichtet, das Projekt „Romano Drom“ endete. In der Veranstaltungsreihe ging es in „Filmen, Ausstellungen, Lesungen, Vorträgen und nicht zuletzt Musik um „den Weg der Roma“.

Der Name „Songs & Whispers“ steht für ein weltweites Musiknetzwerk, das seinen Fokus vor allem auf die verschiedenen Arten akustischer Musik legt und den Song in den Mittelpunkt stellt. Interpreten aus verschiedenen Ländern spielen im Rahmen dieser Konzertreihe regelmäßig an diversen Veranstaltungsorten in Bremen. Zumeist sind es Vertreter der Singer-Songwriter- beziehungsweise Americana-Szene, die breiten Publikumsschichten noch eher unbekannt sind.

Zuvor war es in Bremen-Nord um die Konzertreihe etwas ruhiger geworden: Nach wechselnden Spielorten, darunter waren die Vegesacker Kirche und das Kito an der Alten Hafenstraße, stellte zuletzt das Aumunder Lokal „Zum Zum“ einen regelmäßigen Spielort für die Künstler der Veranstaltungsreihe.

„Nunatak“-Leiter Christian Psioda hält seine Einrichtung als Spielort der Veranstaltungsreihe für prädestiniert: „Unser primäres Ziel ist es, die Begegnung und Kommunikation innerhalb des Stadtteils zu fördern. In den zwei Jahren unseres Bestehens haben wir festgestellt, dass das mit Veranstaltungen besser gelingt, als im regulären Café-Betrieb“, konstatiert Psioda. Die Konzertreihe sei außerdem eine wunderbare Gelegenheit für Musikliebhaber, die gerne neue Bands und Künstler abseits des Radio- und Fernsehangebots kennenlernen möchten.

Das Nunatak sei als gemeinnützige Einrichtung nicht darauf angewiesen, Gewinne zu erwirtschaften. Somit eignet es sich gut für Konzerte abseits vom Mainstream, die nicht unbedingt automatisch für ein volles Haus sorgen. Zu diesen Künstlern gehört auch Bobbo Byrnes: Bereits sechs Mal hat der Kalifornier seit 2013 an den „Songs & Whispers“-Konzertreisen teilgenommen. „Ich liebe Deutschland und ich genieße es, zu sehen, wie sich das Land verändert und entwickelt“, konstatiert Byrnes nach seinem dreiviertelstündigen Auftritt und formuliert seinen aktuellen Eindruck von ­Bremen wie folgt: „Wenn man einfach auf die Straße geht, stellt man fest, dass viel mehr Menschen unterwegs sind als noch vor ­wenigen Jahren. Es wirkt auf mich, als sei die Stadt zu neuem Leben erwacht und als würde Deutschland zunehmend eine führende ­Position in der Welt einnehmen, während Amerika unter Trump mittlerweile diesbe­züglich zurückgefallen ist“, beschreibt der Amerikaner, der aus seiner Aversion gegen „seinen“ amtierenden Präsidenten bereits
auf ­seinen Konzertplakaten keinen Hehl macht.

Rein musikalisch bewegt sich Byrnes, der sowohl als Solist als auch als Mitglied der interkontinentalen Formation „Riddle & the Stars“ Konzertreisen in Deutschland absolviert, jedoch zwischen diversen amerikanischen Traditionen wie dem spätestens seit den Sechzigerjahren weitläufig etablierten Songwriter-Folk und kraftvollem Südstaaten-Rock. Letzterer kommt im solistischen Vortrag naturgemäß etwas zahmer daher, als mit einer Band im Rücken.

Durch den Zeitpunkt seines Auftritts zum Ende des Festes auf dem Marktplatz muss Byrnes an diesem Abend indes mit einer recht überschaubaren Zuhörerzahl vorliebnehmen. Ein Umstand, der ihm als regelmäßiger Teilnehmer der je nach Spielort recht wechselhaft besuchten „Songs & Whispers“-Tourneen nicht unbekannt ist. Dennoch schätzt er Musikhörer in Deutschland über alle Maßen: „In Deutschland sind die Zuhörer wesentlich aufmerksamer als in Amerika, wo man als Musiker oftmals nur Beiwerk ist, dem keine größere Beachtung zuteilwird“, findet Byrnes.

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