Fußball-Landesliga Später Befreiungsschlag

DJK Blumenthal hat die Pflichtaufgabe im Derby gegen Schlusslicht SV Lemwerder erst in den Schlussminuten gelöst. Tore in der 88., 89. und 90. (+1) Minute führten zum 4:1-Endstand.
08.03.2020, 19:49
Lesedauer: 2 Min
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Von Jens Pillnick

Fußball-Landesligist DJK Germania Blumenthal hat sich gestern am Abgrund bewegt, ist aber nicht abgestürzt. Die zuletzt mehr und mehr in Abstiegsgefahr geraten Nordbremer setzen sich erst nach drei Treffern in der Schlussphase mit 4:1 (0:1) gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht SV Lemwerder durch und erfüllten die Pflichtaufgabe doch noch. Der Mann des Tages war Koray Caliskan, der DJK per Hattrick auf Kurs brachte. „Die Mannschaft hat Charakter bewiesen“, stellte DJK-Trainer Aydin Pekyalcin, der genau das in einer Halbzeitpause mit Unmutsäußerungen aus verschiedenen Richtungen gefordert hatte, fest.

Während bei DJK Blumenthal die Stimmung in der Schlussphase nach den drei Treffern von Koray Caliskan (88./89. Handelfmeter) und Cemal Kalac (90.+1) umschlug, bliesen die Lemwerderander Trübsal. Nach der dritten ordentlichen Vorstellung in diesem Kalenderjahr standen sie zum dritten Mal mit leeren Händen da. „Wir machen uns das selber kaputt“, stellte Trainer Fabian Wilshusen in ruhigem Ton das fest, was er in der 25. Minute lauthals herausgebrüllt hatte. Denn da hatte Ghandi Mohamed, vier Minuten zuvor nach Torschütze des umjubelten Führungstreffers, die numerische Überzahl des SVL wieder ausgeglichen. Sein Nachtreten wurde von Schiedsrichter Michel Riedel ebenso konsequent mit „Rot“ geahndet wie zuvor bei DJK-Spieler Marius Schramm (20.).

Gut gestaffelt und weitgehend taktisch diszipliniert ließ Lemwerder in der ersten Spielhälfte wenig zu, lediglich in den letzten fünf Minuten musste Keeper Oliver Jung mehrmals eingreifen. „Wir wollten die Breite des Platzes nutzen und in die Tiefe spielen, sind aber gegen eine Mauer gelaufen“, stellte DJK-Trainer Aydin Pekyalcin später fest. Eine logische Folge des fehlenden Tempos und der fehlenden Bewegung. Dem durchaus mutig nach vorne spielenden SV Lemwerder war es egal, die Halbzeitführung ließ sie freudig und zuversichtlich die zweiten 45 Minuten angehen.

Dämpfer Nummer eins war aber bereits in der 53. Minute fällig. Angetrieben vom eingewechselten und das Offensivspiel ungemein belebenden Behar Ramadani brachte DJK jetzt Geschwindigkeit auf den Platz. Ramadani traf nach einem Konter zwar nicht selbst, doch den von Oliver Jung zur Seite abgewehrten Ball vollstreckte der nach der Pause auflebende Koray Caliskan zum 1:1. Dieser Treffer war das Signal für einen offenen Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Für DJK hatten Koray Caliskan (60., Pfosten), Fahrudin Ramic (62.), Kemal Kalac (65.) und Kolos Dag (70.) die Führung auf dem Fuß, für den SVL Ibrahim Almohammad (67.), Eduard Albert (80.) und Nurettin Bugrahan (82.).

Als Aydin Pekyalcin längst seine Viererkette aufgelöst und alles nach vorne geworfen hatte und einiges auf ein Remis hindeutete, passierte doch noch etwas – und zwar beinahe im Minutentakt. Koray Caliskan traf erst von der Strafraumgrenze zum 2:1 (88.), dann verwandelte er einen Handelfmeter (Paul Seidel war mit angelegtem Arm von Kemal Kalac angeschossen worden) zum 3:1 (89.), und schließlich setzte Kemal Kalac mit dem 4:1 (90.+1) den Schlusspunkt in einer Partie, die schleppend begonnen hatte, aber nach der Halbzeit ordentlich Fahrt aufnahm. „Die Niederlage ist zu hoch ausgefallen“, erklärte SVL-Trainer Fabian Wilshusen völlig zu Recht und fand neben dem Platzverweis einen zweiten Grund für die Wende nach der Halbzeit: „Wir haben die Wege nicht mehr mitgemacht.“

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