Fußball-Bezirksliga Bremen SV Türkspor wird im Derby gefordert

Die Nordbremer um Trainer Bahadir Kilickeser marschieren mit Riesenschritten Richtung Landesliga. Am 21. Spieltag leistete der Blumenthaler SV II aber erhebliche Gegenwehr und verkaufte sich beim 1:3 teuer.
25.03.2019, 16:29
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Von Martin Prigge

Bremen-Nord. Der 21. Spieltag in der Fußball-Bezirksliga Bremen hielt kaum Punkte für das Nordbremer Quartett bereit. Lediglich der SV Türkspor konnte mit dem 3:1-Erfolg im Nordderby gegen den Blumenthaler SV II einen Dreier einfahren. Die SG Aumund-Vegesack II zeigte ihre schlechteste Saisonleistung und unterlag daheim Tuspo Surheide mit 0:6, und auch die mit dem Abstieg rechnende TSV Farge-Rekum musste sich beim FC Roland Bremen mit 2:7 geschlagen geben.

Blumenthaler SV II – SV Türkspor 1:3 (1:2): Saisonsieg Nummer 19 sicherte sich der bereits für die kommende Landesliga-Saison planende SV Türkspor. Zwar stand die Partie nie wirklich auf der Kippe, weil die Gäste den größeren Spielanteil hatten, doch zwischenzeitlich durften die rund 150 Zuschauer am Burgwall durchaus auf ein 2:2-Remis spekulieren.

Gleich zu Beginn hatte es noch ganz anders ausgesehen. Im Rahmen eines schönen Spielzugs passte Türkspors Sinan Alija auf seinen Teamkollegen John-Marvin Halstenberg, der mit einem trockenen Abschluss das 1:0 für SVT markierte (4.). Kurz danach setzte sich Bela Prieß mit einem starken Solo in Szene, ließ dabei drei BSV-Spieler stehen und wurde erst mit einem Foul im Strafraum gestoppt. Den fälligen Elfmeter verwandelte der angehende Torschützenkönig der Liga, Milan Meyer, souverän zum 2:0 (6.).

Wer allerdings glaubte, nach sechs Minuten wäre die Begegnung für den Blumenthaler II um seinen Spielertrainer Daniel Rosenfeldt bereits gelaufen, der irrte. Türkspor-Trainer Bahadir Kilickeser sprach dem Lokalrivalen später ein Lob aus: „Ich ziehe meinen Hut davor, dass sie nicht eingebrochen sind, sondern ihre taktische Marschroute weiter umgesetzt haben.“

So blieb Blumenthal II im Spiel und kam durch schnelles Umschalten vor den Kasten der Gäste. Marco Suchan flankte in den Strafraum, wo Mirko Leppeks Kopf an der richtigen Stelle wartete – 1:2 (20.). „Wir haben uns nach den frühen Gegentoren gut gefangen“, freute sich da Daniel Rosenfeldt. Kurz vor der Pause hatte Blumenthals Leandro Zanatto Borges den Ausgleich auf dem Fuß, doch sein Schuss landete am Pfosten. Auch direkt nach dem Wiederanpfiff gelang den Gastgebern beinahe das 2:2. Torschütze Mirko Leppek ließ sich aber letztlich zu viel Zeit am Fünf-Meter-Raum. Durch einen gut ausgespielten Konter, den Türkspor mit einem Pressschlag einleitete, entstand nach einer Stunde schließlich das entscheidende 3:1 der Gäste: Bela Prieß gab den Ball zu Milan Meyer, der den erfolgreich abschließenden Sinan Alija bediente (60.). „Das war ein Konter wie aus dem Bilderbuch“, würdigte Bahadir Kilickeser die Leistung des Trios.

„Türkspor hat verdient gewonnen, aber wir konnten gute Nadelstiche setzen“, lobte BSV-Coach Daniel Rosenfeldt einen guten Auftritt seiner Mannschaft. Einzig die Chancenverwertung sei weiterhin „etwas ärgerlich“, weil ein 2:2-Unentschieden möglich gewesen war. Blumenthals Zweite empfängt nun am Sonnabend SC Lehe-Spaden. SVT blickt dem nächsten Nordderby gegen die SG Aumund-Vegesack II am Sonntag entgegen.

FC Roland Bremen – TSV Farge-Rekum 7:2 (3:1): Gleich neun Treffer sahen die Zuschauer an der Volkmannstraße – doch der Handvoll mitgereister Farge-Fans taten sieben Tore davon besonders weh. Mit nunmehr 94 Gegentoren bleibt die TSV die Mannschaft mit den meisten Gegentreffern die anfälligste Defensive der Liga. Durch die herbe Klatsche, immerhin eine von nicht wenigen in den vergangenen Wochen, sprach der neue TSV-Trainer Malte Golla, der das Team zusammen mit Torhüter Jerome Schröder und Dennis Zäbe übernommen hat, nun explizit vom drohenden Abstieg.

Bloß, dass er laut Golla nicht mehr nur droht: „Ich glaube, der Abstieg ist nicht mehr abzuwenden.“ Während die Konkurrenz im Tabellenkeller den ein oder anderen Punkt ergattert, ist bei den Nordbremern seit Wochen der Wurm drin. „Wenn man keine Punkte holt, ist es irgendwann einfach nicht mehr machbar“, so Golla, der mit seinem Trainerstab und dem Team immer noch alles geben möchte. „Unser Training läuft gut, wir arbeiten an unseren Fehlern. Gleichzeitig versuchen wir, den Spaß zu integrieren. Da machen wir uns wirklich viele Gedanken um gute Übungen und können unsere Leute bei Laune halten“, sagte Golla zur Bewältigungsstrategie der Farger Punktspielmisere.

Insgesamt begann Farge gegen Roland mit gut erarbeiteten Torchancen, aber meistens fehlte der zwingende Pass in den Sechzehner. Auf der anderen Seite glänzte der dribbelstarke Roland-Sturm. So erzielte Ahmad Nasir Abdul Rahman in der vierten Minute die 1:0-Führung. Ein Doppelpack durch Ahmad Amiri (25./33.) erhöhte den Spielstand auf 3:0. Per Elfmeter verkürzte Christian Bohnhardt zum 1:3-Pausenstand (44.). Nach dem Wechsel erzielte Okan Derin das 4:1 für die Hausherren (50.), ehe Farges Thorben Jendroschek drei Minuten später das 2:4 markierte (53.). Rolands Goalgetter Sadra Farokhnia machte mit seinem Hattrick (58./67./85.) letztlich alles klar.

SG Aumund-Vegesack II – Tuspo Surheide 0:6 (0:3): Viel hatte Manuel Broekmann nach dieser einseitigen Begegnung nicht zu sagen. „Das war unsere schlechteste Saisonleistung und ich kann keinem meiner Mannschaft eine Normalleistung zusprechen“, formulierte der SAV-Spielertrainer deutliche Worte. „Das war peinlich und wenn wir es wiederholen, bekommen wir am Wochenende gegen Türkspor ein zweistelliges Ergebnis“, wurde Manuel Broekmann schließlich noch deutlicher.

Surheides Torjäger Behar Nebihi begann das Spektakel der Gäste nach elf Minuten mit dem 1:0 und erhöhte drei Minuten danach auf 2:0, ehe Fabian Schröder nach 19 Minuten für den 3:0-Halbzeitstand sorgte. Die eine Hälfte der Arbeit war für Surheide getan – die anderen fünfzig Prozent ihrer Treffer erzielten die Bremerhavener im zweiten Durchgang.

Zunächst traf Julian Marginean (49./4:0), ehe Behar Nebihi mit seinem nunmehr dritten Treffer auf 5:0 hochschraubte (70.) und dann ausgewechselt wurde. Jamie Lindemann markierte mit dem 6:0 (82.) einen bitteren SAV-Abend. So zählte der Vegesacker Klub im ganzen Spiel nur einen Torschuss durch Ali Omeirat, den Surheides Keeper Mario Cordes jedoch gut parierte. „Jeder muss sich an die eigene Nase fassen und sich steigern“, forderte Manuel Broekmann abschließend.

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