Verseuchtes Gelände in Farge Tanklager wird für Natur reserviert

Keine Gewerbeansiedlung, kein Schiffsanleger für den Denkort Bunker Valentin. Der Bund will das ehemalige Tanklager-Gelände als Ausgleichsfläche nutzen. Das geht aus einem Papier der Finanzbehörde hervor.
15.01.2019, 17:11
Lesedauer: 2 Min
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Tanklager wird für Natur reserviert
Von Michael Brandt

Der Bund wischt alle Überlegungen für die künftige Nutzung des ehemaligen Tanklagers in Farge beiseite. Im ehemaligen Hafen wird es keinen Fähranleger für den Denkort Bunker Valentin geben. Auch eine gewerbliche Nutzung des Hauptgeländes kommt demnach nicht infrage, um etwa eine Akku-Fabrik für E-Autos anzusiedeln. Stattdessen soll das Tanklager-Gelände als Ausgleichsfläche für Bundesbehörden vorgehalten werden. Das ist einem Papier zu entnehmen, das am Dienstag dem Bremer Senat vorlag. Anlass war eine SPD-Anfrage zur Zukunft des Tanklagers.

Bremen führt, so steht es in der Antwort des Senats, keine Gespräche mit dem Ziel, das Tanklager von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) zu kaufen. Denn: Es sei „vonseiten des Eigentümers vorgesehen, das zusammenhängende Waldbiotop an den Bundesforst zu übergeben und als Vorgriff auf eventuelle Kompensationsmaßnahmen des Bundes vorzuhalten“. Das Tanklager ist bereits jetzt als Wald im Flächennutzungsplan eingetragen, eine Umnutzung für Gewerbe würde einen „erheblichen Eingriff besonderer Schwere darstellen“. Ohnehin würden nach Meinung der Experten die Erschließung und die unterirdischen Anlagen eine Gewerbenutzung schwierig machen.

Blumenthals Ortsamtsleiter Peter Nowack hatte in den vergangenen Monaten dafür geworben, kreative Ideen für eine gewerbliche Nutzung des rund 300 Hektar großen Areals zu entwickeln. Nowack hatte zum Beispiel vorgeschlagen, hier eine Fabrik zur Produktion von Auto-Akkus anzusiedeln, um den Stadtteil zu einer Adresse für E-Mobilität zu machen. In der Antwort des Senats wird stattdessen deutlich, dass eine Nutzung allenfalls als Naherholungsgebiet für den Stadtteil und als Teil der Gedenklandschaft Bunker Valentin gesehen wird.

Auch die Pläne eines eigenen Anlegers am Denkort haben sich zumindest für diese Stelle zerschlagen. Der einstige Tanklager-Hafen wird demnach in Teilen an den Deichverband für den Hochwasserschutz abgegeben, der Rest solle als „Kompensationsflächen für Maßnahmen der Wasserschifffahrtsverwaltung“ dienen. Offenbar will der Senat aber grundsätzlich an der Idee eines Anlegers festhalten und hat die städtische Hafen-GmbH Bremenports beauftragt, Alternativen auszugucken.

Bekanntlich wird das verseuchte Tanklager seit 2010 saniert. Bis Ende 2017 wurden den Unterlagen zufolge 64 Tonnen Schadstoffe entsorgt, die Sanierung wird nach derzeitigem Stand bis 2034 andauern. Offenbar stehen aber Veränderungen an. Die Bundesanstalt nehme Bohrungen vor, um mittelfristig eine Alternative zum jetzigen Verfahren zu finden, den Grundwasserabstrom mittels Brunnen zu sichern. Parallel wird nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht. 2016 wurden hier fünf Bomben gefunden, bis zum Sommer 2017 drei weitere. „Weitere erhebliche Munitionsfunde werden erwartet“, schreibt die Finanzbehörde.

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