Fußball-Regionalliga Nord der C-Junioren „Teilweise beängstigend“

Blumenthaler SV ist nach dem 1:0-Sieg beim Niendorfer TSV jetzt hinter dem VfL Wolfsburg, dem Hamburger SV und Werder Bremen Tabellenvierter
27.10.2019, 18:47
Lesedauer: 2 Min
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Von Jens Pillnick

Blumenthal. VfL Wolfsburg, Hamburger SV, SV Werder Bremen, FC St. Pauli, Eintracht Braunschweig. Diese tabellarische Reihenfolge in der Fußball-Regionalliga Nord der C-Junioren würden niemanden nach acht von 26 Spieltagen sonderlich überraschen. Das tatsächliche Ranking sorgt allerdings für Staunen. Denn in diesem Konzert der Großen mischt Aufsteiger Blumenthaler SV mit und liegt mit 15 Punkten hinter Werder und vor St. Pauli auf Platz vier – ein echter Hammer.

Ein Höhenflug, der sich folgendermaßen entwickelt hat. Erst haben die Nordbremer um ihren Cheftrainer Peter Moussalli das schwere Auftaktprogramm mit zwei Siegen und zwei Niederlagen bestens gemeistert, dann haben sie in den Duellen gegen die vermeintliche Konkurrenz im Abstiegskampf dreimal in Folge gewonnen: 2:0 beim VfB Lübeck, 5:0 gegen den VfL Osnabrück und nun zuletzt 1:0 am Sonnabend beim Niendorfer TSV. „Es ist verrückt und teilweise beängstigend. Wir können es selber gar nicht begreifen“, gibt Peter Moussalli die Reaktion auf das bisherige Abschneiden aus dem Trainerstab, dem Kader und den Kreis der Eltern wieder. Und hat dann doch noch eine ganz plausible Erklärung parat: „Wir haben einen super Kader.“

So richtig auf den Geschmack gekommen, sieht er auch keinen Grund, an ein Ende der gestarteten Siegesserie zu denken. Schließlich kommen die nächsten vier Gegner auch aus der unteren Tabellenhälfte. Zunächst folgt die Doppel-Belastung an diesem Donnerstag, 31. Oktober, und Sonnabend, 2. November, mit den Partien gegen Holstein Kiel und JLZ Emsland im SV Meppen, dann geht es gegen den SC Worwärts Wacker und Hannover 96 weiter.

Trotz aller Euphorie haben die Blumenthaler den Blick für die Realität nicht aus den Augen verloren und die Leistung beim Niendorfer TSV nicht geschönt. „Das Spiel war grausam anzusehen. Es war viel Stückwerk, viel Gebolze“, sagte Moussalli, der die Rahmenbedingungen (alter, kleiner Kunstrasenplatz, viel Wind) als schwierig bezeichnete, aber nicht als Ausrede gelten lassen wollte. Der Sieg in diesem Krampfspiel sei für ihn jedoch unter dem Strich verdient gewesen, weil der BSV die besseren Chancen besessen haben. Das Tor des Tages fiel bereits in der achten Minute. Wieder unterstrichen die Nordbremer, dass ihre Standards eine Waffe sind. Dennis Brendow schlug den Eckball auf Innenverteidiger Marsel Zrnic, der ihn zum 1:0 veredelte. „Bei Standards sind wir brutal stark“, unterstrich Moussalli.

Da Yunus Sari und Paul Suckow ihre guten Möglichkeiten nicht in etwas Zählbares umsetzten, musste Schlussmann Marlos Vogt die Kohlen zweimal aus dem Feuer holen. Zunächst verhinderte er kurz nach der Halbzeit mit einer Glanzparade den Ausgleich, dann noch einmal in der Schlussminute. Da sprintete Vogt mit vollem Risiko aus dem Strafraum heraus und räumte Ball sowie den ebenfalls nicht zurückziehenden Gegenspieler ab. Der Schiri segnete den Einsatz des BSV-Keepers ab, der dritte Dreier in Serie war gesichert und der Sprung auf Platz vier geschafft.

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