Fußball-Landesliga Bremen Fünf Treffer von Muhammet Özkul

Ohne die krasse Fehlentscheidung des Schiedsrichters hätten wir gewonnen“, ärgerte sich Kemal Kök. Ihm vor allem kreidete der Trainer des Fußball-Landesligisten SV Türkspor die 2:6-Niederlage gegen SV Grohn an.
20.09.2020, 19:56
Lesedauer: 2 Min
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Von Klaus Grunewald

„Ohne die krasse Fehlentscheidung des Schiedsrichters hätten wir gewonnen“, ärgerte sich Kemal Kök nach dem Abpfiff im Burgwallstadion. Ihm vor allem kreidete der Trainer des Fußball-Landesligisten SV Türkspor die deftige 2:6-Heimniederlage gegen den SV Grohn an. Dass die „Husaren“ das Nachbarschafts-Derby so deutlich für sich entschieden, verdanken sie aber vor allem dem Torriecher von Muhammet Özkul, der die ersten fünf Treffer für seine Mannschaft erzielte und sich zehn Minuten vor Schluss unter Szenen-Applaus auswechseln ließ.

Bereits in der vierten Minute gelang Özkul die 1:0-Führung für die Gäste mit einem fulminanten Weitschuss aus 27 Metern. Und nur 60 Sekunden später zeigte Schiedsrichter Sebastian Schiller Türkspors Ralf Bela Prieß die Rote Karte wegen eines Fouls an Özkul. Eine frühe Schwächung für die Blumenthaler, wie auch Sportchef Torben Reiß befand.

Zunächst allerdings wirkte sich der Platzverweis von Prieß keineswegs negativ für das Kök-Team aus. Im Gegenteil, die Gastgeber zeigten eine Trotzreaktion und nutzten die Unordnung in der Grohner Deckung schonungslos aus. Weil Abwehrdirigent und Spielertrainer Jan Philip Heine (verletzt) und Spielmacher Keisuke Morikami (gelbgesperrt) fehlten, musste sich die Grohner Defensive erst einmal sortieren. Bevor das einigermaßen gelang, lagen die Gäste aber trotz Überzahl hinten. In der 11. Minute tankte sich Ismaila Jammeh durch die lückenhafte Grohner Abwehr und erzielte den 1:1-Ausgleich. Und nur vier Minuten später konnte Grohns Keeper Florian Samorski auch den Schrägschuss von Pascal Krombholz nicht parieren: Der SV Türkspor lag 2:1 in Front.

Die Freude der Blumenthaler währte freilich nur zwei Minuten. Dann konnte auch Florian Samorski den Ausgleich durch Muhammet Özkul bejubeln. Samorski war kurzfristig für Akite Fakherddina, der sich beim Warmmachen verletzt hatte, zwischen die Pfosten gerückt. Sein Bruder Florian aber hätte die Grohner schon kurz nach dem Ausgleich wieder in Führung bringen können, scheiterte aber (20.). Seinem Frust folgte jedoch schon zwei Minuten später der Erfolgsjubel. Mit seinem dritten Treffer in Folge und damit einem Hattrick hatte Muhammet Özkul die „Husaren“ wieder in Front gebracht.

Doch auch diesen Rückschlag steckten die dezimierten Gastgeber schnell weg und versuchten mit großem Einsatz, immer wieder angetrieben von ihrem Coach, noch vor der Halbzeitpause den Ausgleich zu erzielen. Das gelang nicht, weil der direkte Freistoß von Pascal Krombholz aus 17 Metern Torentfernung von der Mauer der Grohner abgeblockt wurde. Und als die zweite Halbzeit begann wie die erste, bahnte sich die Heimniederlage des SV Türkspor endgültig an. Wieder war es Özkul, der einen schnellen Konter über die rechte Seite mit gut getimter Flanke von Benjamin Samorski zur 4:2-Führung verwertete. Dieses Mal per Kopf (49.).

Die Blumenthaler gaben sich zwar nicht geschlagen, doch die spätsommerliche Wärme lähmte allmählich auch ihre Kräfte. Ihr Offensivspiel verlief zu engmaschig, sodass die Gäste immer wieder stören und kontern konnten. Und als Muhammet Özkul in der 75. Minute im Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht wurde, verwandelte er den Elfmeter mit seinem fünften Tor in Folge zum 5:2 für seine Mannschaft. Das halbe Dutzend machte schließlich der eingewechselte Michael Busche mit einem Kopfballtreffer nach Freistoß von Ismaik Zivoli voll (83.). Torben Reiß sprach von einem auch in der Höhe verdienten Sieg, beglückwünschte seinen fünffachen Torschützen für ein Superspiel, verhehlte aber nicht, das die frühe Überzahl seiner Mannschaft geholfen habe. Derweil beklagte Kemal Kök, dass man einmal mehr von Unparteiischen benachteiligt worden sei und mit elf Spielern nicht verloren hätte.

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