Meine Woche

Vegesacker Junge, BSV-Spieler und Helfer bei Werder.TV

Für Mirko Vopalensky vom Blumenthaler SV scheint der Tag mehr als 24 Stunden zu haben. Lesen Sie, was der 26-Jährige von Mittwoch bis Dienstag so alles auf seinem Programm hatte.
02.04.2019, 19:50
Lesedauer: 5 Min
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Von Karsten Hollmann
Vegesacker Junge, BSV-Spieler und Helfer bei Werder.TV

Mirko Vopalensky

Hollmann

Mittwoch, 27. März: Ich komme das erste Mal so richtig in den Genuss der Semesterferien. Die vorherigen vorlesungsfreien Zeiten verbrachte ich mit meinem Job bei der hkk. Dort habe ich nach dem Abitur eine Berufsausbildung absolviert sowie zweieinhalb Jahre als Kundenberater gearbeitet. Diese Tätigkeit übe ich nun nur noch in Teilzeit aus, um mich hauptsächlich dem Bachelor-Studium widmen zu können. Beim Frühstück lese ich wie jeden Morgen „Die Norddeutsche“. Auf der Titelseite wird erneut über das Dilemma um das Vegesacker Freizeitbad berichtet. Als stolzer Nordbremer, der gerne in Blumenthal lebt, ärgere ich mich über solche Zustände. Darunter leidet die Attraktivität unserer gemeinhin unterschätzten Region. Im Anschluss setze ich mich an den Laptop und beginne, an einer Marketingkonzeption zu arbeiten, die ich für die Uni benötige. Das fiktive Thema ist für mich als Werder-Fan sehr interessant: Es handelt sich um eine Kommunikationskampagne für erhöhte Ticketpreise im Weser-Stadion im Falle einer Qualifikation des SV Werder Bremen für die Europa League. Am Abend fahre ich mit dem Zug in die Stadt, um mit einigen Kommilitonen im „Óniro“ in Findorff Burger zu essen.

Donnerstag, 28. März: Seit meinem 15. Lebensjahr bin ich für meinen Herzensverein ehrenamtlich tätig und übe seit nun knapp acht Jahren das Amt des Medienbeauftragten aus. Folglich liegen sowohl die Website, die Social-Media-Kanäle auf Facebook, Instagram und Twitter als auch die Pressearbeit in meinem Verantwortungsbereich. Nachdem gerade erst auf der Jahreshauptversammlung ein neuer Vorstand gewählt worden war, ist viel Bewegung in unserem Traditionsverein. So soll beispielsweise der BSV-Freundeskreis wiederbelebt werden, den ich in unseren Vereinsmedien genauso bewerbe wie das „Kids-Fußballcamp“ in den Osterferien. Dafür nehme ich mit dem Kidscamp-Organisator und ehemaligen Trainer der ersten Herren, „Mitch“ Kniat, Kontakt auf. Viel Arbeit wird auf uns BSVer mit dem 100. Vereinsjubiläum zukommen, denn dieses wollen wir mit einem großen Fest am Burgwall feiern. Ich telefoniere noch mit Ewald „Eddy“ Fehlert, der unsere zweite Herren unterstützt und fördert. Um 19 Uhr geht es mit dem Fahrrad nach knapp drei Wochen verletzungs- und urlaubsbedingter Pause endlich wieder zum Training. Unser Spielertrainer Daniel Rosenfeldt stimmt uns auf das Heimspiel gegen den SC Lehe-Spaden ein.

Freitag, 29. März: Ich führe morgens ein Telefonat mit Ernst-Ludwig Neuenkirchen, dem Vorsitzenden des Förderkreises „Vegesacker Junge“. Er informiert mich über den 1. Vegesacker Matjestag, den Jan Vielstich und ich am 15. Juni in der Fußgängerzone als Vegesacker Jungen begleiten sollen. Bereits seit Mai 2014 repräsentieren wir auf verschiedenen Veranstaltungen im Matrosenhemd den Stadtteil Vegesack mit dessen maritimer Historie. Um 12 Uhr beginne ich meinen Dienst in der telefonischen Kundenberatung der hkk im Europa-Center am Bremer Airport. Bei uns im Großraumbüro herrscht ein tolles Miteinander. Auf dem Rückweg schreibe ich im Zug am Smartphone auf Facebook und Instagram Ankündigungsbeiträge für unseren morgigen „BurgwallSuperSamstag“. So haben wir unseren stets mit Spannung erwarteten BSV-Heimspieltag getauft. Abends bin ich in Findorff zum Geburtstag meiner Kommilitonin Jule Blaase eingeladen.

Sonnabend, 30. März: Wir empfangen den SC Lehe-Spaden, der als Fünfter noch Hoffnungen auf den Landesliga-Aufstieg hat. Da wir verletzungsbedingt erneut auf unseren Kapitän, meinen zwei Jahre jüngeren Bruder Torben, und auch auf unseren Vize-Kapitän Janis Hennecke verzichten müssen, führt Mirko „Leppo“ Leppek uns aufs Feld. Ich selbst werde von Daniel Rosenfeldt für eine gute Trainingseinheit am Donnerstag mit einem Startelfeinsatz belohnt. Nachdem ich verletzungsbedingt fast drei Jahre pausiert und die Fußballschuhe eigentlich schon an den Nagel gehangen hatte, freue ich mich nun über jede Minute, die ich schmerzfrei auf dem Platz stehen kann. Wir legen los wie die Feuerwehr und führen nach zwölf Minuten durch einen Doppelpack von „Leppo“ etwas überraschend bereits mit 2:0. Die 4:0-Pausenführung lassen wir im zweiten Durchgang nicht mehr in Gefahr geraten und erhöhen durch eine starke Mannschaftsleitung auf 7:0. Auch mit meiner eigenen Leistung als rechter Außenverteidiger bin ich sehr zufrieden. Nach dem Spiel schauen wir uns gemeinsam die Bremen-Liga-Partie unserer ersten Herren an, die den KSV Vatan Sport 7:1 schlägt. Bei der anschließenden gemeinsamen Feier gibt es leckere Bratwürste von unseren Grillmeistern Wolfgang „Bübel“ Gronau und Peter Naumann sowie kühle Getränke von Monika Landwehr. Besondere Freude herrscht bei uns über den Treffer des Ex-BSVers Lucas Höler für den SC Freiburg beim 1:1-Remis gegen den FC Bayern München. Zwischenzeitlich verlagern wir die Party ins Eigenheim unseres neuen Präsidenten Peter Moussalli in Beckedorf. Mein ehemaliger Trainer Sven Landwehr und ich lassen den Abend bei unserem Stammgriechen „Artemis“ ausklingen.

Sonntag, 31. März: Etwas erschöpft verfolge ich am Nachmittag mit meinen Eltern Jutta und Jürgen vom Sofa aus die Bundesligapartie Hannover 96 gegen Schalke 04. Diese leitet der Blumenthaler DFB-Schiedsrichter Sven Jablonski, mit dem ich für die BSV-C-Junioren gekickt habe. Sven und ich stehen hin und wieder über die sozialen Medien in Kontakt, so auch nach diesem von ihm souverän geleiteten Spiel. Ebenfalls schauen wir uns Werders 3:1-Sieg über Mainz 05 in der Wiederholung an. Die Perspektive vor dem Bildschirm bei einem Heimspiel ist für mich eine ungewohnte, denn seit der Saison 2015/16 bin ich im Weser-Stadion als freiwilliger Helfer tätig. In der Stadionregie von Werder.TV wirke ich am Stadion-TV mit.

Montag, 1. April: Das Sommersemester beginnt. Nach einem Kurs an der Uni fahre ich mit der Straßenbahnlinie 6 quer durch die Stadt zur hkk. Mit meinem Kollegen Uwe Otten tausche ich mich über das zurückliegende Wochenende aus. Uwe betreut bei den Werder-Heimspielen die Schiedsrichter und berichtet mir aus dem Stadion. Nach Feierabend besuche ich meine Großmutter Christa, die in Schwanewede lebt. Bei der Planung für den in zwei Wochen anstehenden Urlaub in Mexiko kommt dann noch einmal Vorfreude auf. Gemeinsam mit meinem Kumpel Thorben Forke werde ich Mexiko-Stadt sowie die Yucatan-Halbinsel an der Karibikküste erkunden.

Dienstag, 2. April: Im Rahmen der „Mediapractice“, der jährlichen Praxis- und Vernetzungswoche meines Studiengangs, nehme ich an einem Besuch des Radiosenders Bremen Next teil. Nach dem Training am Abend, bei dem Spielertrainer Daniel Rosenfeldt uns für den starken Auftritt am Sonnabend gegen Lehe-Spaden lobt, schauen wir uns im Vereinsraum die DFB-Pokal-Partie FC Augsburg gegen RB Leipzig an. Dabei freue ich mich bereits auf das morgige Pokalspiel des SV Werder beim FC Schalke 04, für das ich mit meinem hkk-Kollegen Steven Pioch nach Gelsenkirchen fahren werde.

Marina Wingert, die Pistolenschützin des SV Schwanewede, wird als Nächste über ihre Woche berichten.

Info

Zur Person

Mirko Vopalensky (26)

kickt für den Blumenthaler SV II in der Bezirksliga und ist auch Medienbeauftragter des Vereins. Der „Vegesacker Junge“ studiert Kommunikations- und Medienwissenschaften und arbeitet zudem als Sozialversicherungsfachangestellter bei der Handelskrakenkasse.

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