Infotag in Blumethal Wasser wird als Thema wichtiger

Starkregen fällt immer häufiger und intensiver. Anwohner der Blumenthaler Aue nutzten jetzt den Wassertag auf Burg Blomendal, um sich über die Ergebnisse eines Workshops zur Vorsorge zu informieren.
14.08.2019, 09:29
Lesedauer: 3 Min
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Von Daniela Schilling

Blumenthal. Feuchte oder überflutete Keller, Wasser, das sich durch Toilette und Abflüsse drückt, Grundstücke, auf denen der Regen Bäche bildet: So sieht es inzwischen vielerorts aus, wenn der Regen in Massen vom Himmel fällt. Starkregen ist ein Problem, vor allem für Besitzer von älteren Häusern. Der Senator für Umwelt hat dem den Kampf angesagt und verschiedene Projekte ins Leben gerufen, um Lösungen zu finden. Dazu gehört auch der Blumenthaler Wassertag, der jetzt auf der Burg Blomendal zeitgleich mit dem traditionellen Sommerflohmarkt stattfand. Im Zentrum des Wassertags stand die Frage, wie man sein Haus und Grundstück vor Überschwemmungen und Starkregen schützen kann.

Mit mehreren Beratungsständen waren Hansewasser, die Bremer Umweltberatung, die SWB und die Bremer Aufbau-Bank vor Ort. Dazu eine Wasserbaustelle für Kinder. Auf dem Burghof konnten sich interessierte Besucher mittels aufgestellter Plakate über die Ergebnisse der dreiteiligen Workshop-Reihe zum Thema „Starkregenvorsorge gemeinsam gestalten“ informieren. Dabei ging es darum, gemeinsam mit Anwohnern und weiteren Akteuren vor Ort Vorschläge für Maßnahmen zu entwickeln, um das Gebiet der Blumenthaler Aue sowie angrenzende Bereiche vor Überschwemmungen infolge von Starkregen zu schützen.

Barbara Dührkop, Projektkoordination beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, ist zufrieden über den Verlauf des Blumenthaler Wassertages. „Es waren viele interessierte Besucher da. Außerdem haben zahlreiche Workshop-Teilnehmer vorbeigeschaut, um sich die Präsentation der Ergebnisse anzusehen“. Das sei vor allem auch deshalb erfreulich, weil diese Veranstaltung eigentlich nicht geplant und auf Vorschlag der Burg Blomendal hin organisiert wurde. „Für uns ist das hier quasi die Abschlussveranstaltung zum Projekt. Als Nächstes werden die erarbeiteten Maßnahmenvorschläge von der Behörde geprüft und geschaut, was umsetzbar ist und was nicht“.

Ebenfalls positiv bewertet Cornelia Kühne von Hansewasser die Veranstaltung. „Die Resonanz war sehr gut. Viele Besucher haben konkrete Fragen gestellt, auf die hin wir gezielt beraten konnten. Hauptsächlich drehte es sich dabei um das Thema Überflutung durch Oberflächenwasser“. Besonders am Morgen hätte man einen guten Zulauf verzeichnen können, insgesamt habe man um die 40 Beratungen gezählt. Dabei habe man auch einige Interessierte an die Bremer Aufbaubank am Stand nebenan weiterleiten können, wo es weitergehende Informationen zum Thema Modernisierung, Finanzierung und Förderung gab. Ein Schwerpunkt seien Informationen und Tipps gewesen, die sich um Alternativen zur Versiegelung drehen. „Wir sind wirklich hochzufrieden mit der Veranstaltung, und damit, dass diese bei schönem Wetter in so einer tollen Kulisse stattfinden kann“, so Cornelia Kühne.

Björn Jantzen und André Baumgarte von der Bremer Aufbaubank (BAB) pflichten dem bei. „Die Veranstaltung hier kann gut mit einer Fachmesse mithalten“, so Björn Jantzen. Im Gegensatz zu Infoständen in der Fußgängerzone oder in Shoppingcentern wäre das Interesse bei solchen Terminen deutlich größer. „Die Frequenz der Gespräche ist hoch, denn die Leute sind offen, haben Zeit und Muße sich zu informieren. Sie sind hier, um zu schlendern und sich umzusehen, und nehmen das Angebot deshalb gerne wahr“.

Neben dem Thema Wasser hätte man auch viel in Richtung Barrierefreiheit und Einbruchschutz beraten. Diese seien sogar am häufigsten nachgefragt worden – deutlich häufiger als Überflutungsschutz. „Im Bremer Norden sind überflutete Keller kein so großes Thema, wie beispielsweise in Findorff. Aber die Nachfrage wird langsam mehr“, so Björn Jantzen. Schuld sei das vermehrte Auftreten von Starkregen infolge des Klimawandels.

„Das Grundwasser staut sich, und drückt nach oben. Die Kanäle können das Regenwasser nicht vollständig aufnehmen und die alten Häuser sind für diese Art der Belastung nicht gemacht, was unter anderem zu feuchten Kellern führt“. In Bremen gäbe es einen großen Altbaubestand, im Schnitt um Baujahr 1940 herum, oft noch älter. Besitzer solcher Häuser würden die Auswirkungen der veränderten Bedingungen am häufigsten zu spüren bekommen und die Beratungsangebote der Aufbaubank deshalb vermehrt wahrnehmen.

Dass dies stimmt, zeigt sich anhand einer Hausinhaberin, die nach ihrem Bummel über den gut besuchten Flohmarkt einen Stopp am Stand von Hansewasser einlegt. Während im Garten der Burg Chris'n'Bex Evergreens von den Beatles schmettern und es sich zahlreiche Besucher bei Kaffee und Kuchen im Grün bequem gemacht haben, informiert sich die Anwohnerin über die Gründe, warum bei starkem Regen oftmals ihre Toiletten und Abflüsse überlaufen. Cornelia Kühne versucht, die Problematik zu umreißen.

Sie steht im Zusammenhang mit der Bauweise der alten Bremer Häuser. „Früher waren die Bürgersteige hoch gebaut und auch die Toiletten auf ein Podest gestellt. Das waren Maßnahmen, um solche Überschwemmungen zu verhindern“. Die neue Bauweise sähe ganz anders aus, solche Schutzmaßnahmen fehlten heute. Was im konkreten Fall gegen das Problem der Frau gemacht werden könne, könne man bei einer persönlichen Beratung vor Ort herausfinden.

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