Fußball-Bremen-Liga

Weichenstellung am Burgwall

Die Saison 2019/20 in der Fußball-Bremen-Liga ist erst zwei Spieltage alt, da hält sie für den Blumenthaler SV bereits eine gravierende Weichenstellung parat.
15.08.2019, 14:52
Lesedauer: 3 Min
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Von Klaus Grunewald
Weichenstellung am Burgwall

Blumenthals Tim Pendzich (links, hier im Spiel gegen den TSV Lesum-Burgdamm) wird im Heimspiel gegen den Bremer SV wohl nicht zur Verfügung stehen.

Christian Kosak

Blumenthal. Die Saison 2019/20 in der Fußball-Bremen-Liga ist erst zwei Spieltage alt, da hält sie für den Blumenthaler SV bereits eine gravierende Weichenstellung parat. An diesem Freitag um 18.30 Uhr und am Dienstag nächster Woche, ebenfalls um 18.30 Uhr, müssen die Nordbremer gegen den mächtigen Bremer SV antreten. Zunächst geht es um Punkte, fünf Tage später um das Weiterkommen im Lottopokal.

Wesentlich leichter, zumindest auf dem Papier, sind die Aufgaben für den Nachbarschaftsrivalen SAV. Die Vegesacker sind an diesem Freitag um 19.30 Uhr zu Gast beim Brinkumer SV (Punktspiel) und müssen am Dienstag um 18.30 Uhr beim Landesligisten KSV Vatan Spor (Pokal) antreten.

Blumenthaler SV – Bremer SV: Nach dem glücklichen Sieg am grünen Tisch gegen den BSC Hastedt, der Spieler mit ungültigen Pässen einsetzte, und der 2:6-Niederlage beim TuS Schwachhausen soll der Blumenthaler SV endlich sein wahres Gesicht zeigen. Das jedenfalls verlangt Trainer Denis Spitzer von seiner Mannschaft. Die wegen ihrer spielstarken Neuzugänge vor Saisonbeginn über den grünen Klee gelobt wurde, an der Konrad-Adenauer-Allee aber fahrig und ohne Einsatzwillen agierte und weit unter ihren Möglichkeiten blieb.

„Gegen den Bremer SV muss die Mannschaft nun zeigen, was sie draufhat“, appelliert Spitzer an den Ehrgeiz seiner Spieler. Der Blumenthaler Coach freut sich auf die Begegnung, wie er unterstreicht. Und er sei davon überzeugt, dass bei seinem Team endlich der Knoten platze und sich der Erfolg einstelle.

„Endlich“ ist die richtige Bezeichnung, denn in den letzten sieben Begegnungen seit Mai 2016 mit den Westbremern handelte sich die Burgwall-Elf ausnahmslos Niederlagen ein. Meistens deutlich mit drei bis vier Toren Differenz. An diesem Freitag soll nun diese Negativserie beendet werden. Das aber kann nur gelingen, wenn die Nordbremer ihr Potenzial hundertprozentig abrufen, die peinliche Niederlage in Schwachhausen also als Weckruf zur Wiedergutmachung verstehen. Nur dann können die Punkte in Blumenthal bleiben, denn der Bremer SV steht nach dem mageren 1:1 vor heimischer Kulisse gegen den SC Borgfeld ebenfalls unter Erfolgsdruck. Auf dem Platz am Hohweg zeigten die Westbremer vor allem in der Offensive Schwächen, im Burgwallstadion wollen sie das ändern.

„Uns fehlt noch das Erfolgserlebnis“, glaubt Denis Spitzer den Grund zu kennen, weshalb sein Team bislang mit angezogener Handbremse agierte. Ein Sieg gegen den Bremer SV soll sie lösen, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Ein Wiedersehen mit ihren einstigen Teamkollegen können Tim Pendzich und Malte Tietze feiern, die vom Panzenberg zum Burgwall zurückgekehrt sind. Pendzich wird aber wohl nicht auflaufen können, hat er sich doch eine Leistenzerrung zugezogen. Ein Fragezeichen steht zudem hinter dem Einsatz von Mittelfeldmotor Moritz Hannemann, der ebenfalls Probleme mit der Leiste hat. Alle anderen Spieler aber seien fit, sagt Denis Spitzer, der insbesondere von seinen Neuzugängen erwartet, dass sie sich gegen ein Spitzenteam der Bremen-Liga zerreißen werden.

Brinkumer SV – SG Aumund-Vegesack: Der Start in die neue Saison hätte für die Mannschaft von Trainer Björn Krämer kaum besser sein können. Sechs Punkte und 7:0 Tore bedeuten für die SAV momentan Tabellenrang zwei hinter dem FC Oberneuland. Nun müssen die Nordbremer bei einem Gegner antreten, der zwar einen exzellenten Ruf in der Bremen-Liga genießt, aber einen Fehlstart hingelegt hat. Allerdings haben die beiden Niederlagen gegen die Titelanwärter Bremer SV und FC Oberneuland keine Aussagekraft für die Begegnung gegen den alten Rivalen aus Bremen-Nord. SAV-Coach Björn Krämer warnt denn auch davor, die Hausherren auf die leichte Schulter zu nehmen. Brinkum habe zwar etliche neue Spieler integrieren müssen und sei nicht mit der Mannschaft vergangener Jahre zu vergleichen. Aber sein Kollege Mike Gabel könne dennoch eine spielstarke Formation ins Rennen schicken.

Gleichwohl wollen die Vegesacker ihre „kleine Serie“ fortsetzen, wie Krämer die beiden Anfangserfolge bezeichnet. Und er blickt zurück: „Drei Siege in Folge sind uns lange nicht und in der vergangenen Saison erst in der Endphase geglückt. Das sollte die Mannschaft jetzt anspornen.“

Überhaupt glaubt der Vegesacker Coach, dass sein Team momentan einen im Vergleich zu etlichen anderen Bremen-Liga-Mannschaften kleinen, aber gewichtigen Vorteil besitzt und ihn nutzen sollte. „Wir haben nur wenige Neuzugänge einbauen müssen, sind eingespielt und können unsere Routine in die Waagschale werfen“, unterstreicht der SAV-Coach. Einer dieser wenigen Neuen heißt Lokman Abdi, ist vom VSK Osterholz-Scharmbeck zu den Vegesackern gestoßen und stand vorher in Diensten des Blumenthaler SV. Bei der SG Aumund-Vegesack hat sich der 23-Jährige sofort einen Stammplatz im Mittelfeld erobert.

Zur Startformation gehören auch drei Akteure, deren Einsatz an diesem Freitag infrage steht. Marcel Burcevics und Mannschaftskapitän Christian Böhmer können wahrscheinlich aus privaten beziehungsweise beruflichen Gründen nicht antreten, und Goalgetter Alexander Schlobohm ist „leicht angeschlagen“, wie sein Trainer es formuliert.

Offiziell war diese Begegnung zwischen dem Brinkumer SV und der SG Aumund-Vegesack, die sich in der vergangenen Saison 2:2 und 3:3 trennten, übrigens für Sonnabend angesetzt. Auf Wunsch der Brinkumer wurde der Termin geändert.

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