Fußball-Bremen-Liga 7:1 - SC Borgfeld tobt sich bei der BTS Neustadt munter aus

Deutlicher geht es kaum: Sieben Tore, darunter ein lupenreiner Hattrick, ließen beim SC Borgfeld kaum Wünsche offen. Und trotzdem hebt Trainer Lutz Repschläger den Zeigefinger.
08.03.2020, 20:43
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Markwort

Borgfeld. Kopfschüttelnd stand Volker Fahlbusch am Spielfeldrand. Der Trainer des akut abstiegsgefährdeten Bremen-Ligisten BTS Neustadt musste von der Seitenlinie aus tatenlos mit ansehen, wie sein Team im Heimspiel gegen den SC Borgfeld geradezu in sämtliche Einzelteile zerlegt wurde. „Wir sind viel zu langsam“, haderte er, „sowohl im Kopf, als auch auf dem Platz.“ Sein Gegenüber dagegen fand nach dem Schlusspfiff deutlich positivere Worte für seine Spieler. Mit ihrer bislang besten Saisonleistung belohnten sich die Wümme-Kicker verdient mit drei Punkten – und können ihren Blick in den kommenden Partien in Richtung oberes Tabellendrittel richten. „Wir haben als Team einfach klasse funktioniert und uns den Sieg auch in dieser Höhe total verdient“, lobte Borgfelds neuer Trainer Lutz Repschläger, „aber wir haben in den nächsten Wochen auch noch einige Baustellen zu bearbeiten.“

Nachdem die ersatzgeschwächten Gastgeber das Spiel in der ersten Viertelstunde noch einigermaßen offen hatten gestalten können, sorgten der gut aufgelegte Kevin Brandes (23.) und Vizekapitän Niklas Wenzelis (30.) für einen ersten Tiefschlag. Zwar schöpften die Gastgeber nach dem Anschlusstreffer durch Mamadou Ibrahima Diop (38.) wieder etwas Hoffnung, doch mit Beginn der zweiten 45 Minuten drehten die spiel-und lauffreudigen Gäste so richtig auf. Hätte das Team eigentlich schon zur Pause mit vier, vielleicht sogar fünf Toren in Führung liegen müssen, verwerteten die Borgfelder ihre vielen Torchancen in Durchgang zwei deutlich konsequenter. Zunächst erhöhte der ebenfalls gut aufgelegte Kadir Karabas auf 3:1 (50.), anschließend avancierte Kasim Uslu zum Mann des Spiels: Nachdem der 21-jährige Stürmer in Durchgang eins bereits den Treffer von Kevin Brandes vorbereitet hatte, sorgte er binnen sieben Minuten mit einem lupenreinen Hattrick für die Vorentscheidung (55./59./62.).

Den Schlusspunkt gegen insgesamt desolat agierende Gastgeber setzte schließlich der eingewechselte Florian Meyer (87.), bei den Neustädtern fand einzig Torhüter Robin Findeis zur Normalform. „Dieser Sieg ist natürlich toll“, freute sich Lutz Repschläger, „aber Neustadt ist in dieser Form ganz sicher kein Maßstab für uns.“ Wiederholend korrigierte der neue Trainer lautstark von der Seitenlinie aus das Stellungsspiel seiner Kicker und wies nach dem Abpfiff des umsichtig leitenden Schiedsrichters Florian Böhm auf die Schwachstellen hin, an denen die Mannschaft dringend arbeiten müsse. „Die Spieler sind dabei, meine Philosophie vom Fußball mehr und mehr zu verinnerlichen“, erläuterte er, „aber wir müssen uns gegen stärkere Gegner noch um einiges steigern.“ Neben der konsequenteren Chancenverwertung habe das Team „in der Rückwärtsbewegung noch Schwächen“, skizzierte Repschläger, „und im Spielaufbau unterlaufen uns noch zu viele Fehler, weil wir immer wieder zu hektisch spielen, ohne dass es Not tut“. Allerdings habe Repschläger – seit Jahresbeginn für Ex-Trainer Ugur Biricik im Einsatz – in den vergangenen Wochen bereits „eine deutliche Leistungssteigerung“ wahrgenommen, „aber diese Entwicklung befindet sich gerade erst am Anfang und dieser Prozess wird auch noch etwas andauern“, betonte er.

Die Verteidiger würden noch zu häufig und ohne gegnerischen Druck die Räume öffnen, konkretisierte Repschläger, im Mittelfeld unterliefen seinen Kickern noch zu viele Fehler, „die von stärkeren Teams gnadenlos ausgenutzt werden könnten“. Gleichzeitig hob der Trainer den intakten Teamgeist hervor und versicherte, dass er „von der Qualität im Kader absolut überzeugt“ sei. Und diese gelte es nun im Heimspiel gegen Abstiegskandidat Habenhauser FV am kommenden Sonntag auf den Platz zu bringen. „Bei uns wird niemand den Gegner unterschätzen“, betont Repschläger.

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