TSV Borgfeld

Auf Vaters Spuren

Petra Graaf-Methner ist die neue Kassenwartin beim TSV Borgfeld. Sie tut es damit ihrem Vater gleich, der den Posten einst bekleidet hat.
09.04.2019, 19:56
Lesedauer: 3 Min
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Von Sabine von der Decken
Auf Vaters Spuren

Petra Graaf-Methner ist beim TSV Borgfeld seit Kurzem für die Finanzen zuständig.

Sabine von der Decken

Borgfeld. Sie ist erst ein paar Wochen im Amt, im Verein verwurzelt aber ist sie umso länger. Im Alter von drei Jahren wurde sie „eingetreten“, sagt Petra Graaf-Methner lachend. Denn 1975 war der Zeitpunkt, an dem ihre Eltern sie als Vereinsmitglied des TSV Borgfeld zum Turnen anmeldeten. Seitdem hat sie dem Verein die Treue gehalten, turnte dort und engagierte sich als Übungsleiterin und als Betreuerin bei Zeltlagern. Mit Beginn ihrer Ausbildung als Bankkauffrau trat sie erst einmal in die „zweite Reihe“ zurück und war nur noch passives Mitglied. Den Kontakt zum TSV Borgfeld und seinen Mitgliedern hat sie trotz passiver Mitgliedschaft nie verloren, denn Petra Graaf-Methner arbeitet mitten im Dorf in der Filiale der Sparkasse Bremen.

Aktives Ehrenamt kennt sie schon von Kindesbeinen an durch Vater Harry Methner, der 1948 mit Gleichgesinnten den TSV Borgfeld gründete. Er war sportlich aktiv und ehrenamtlich engagiert. Jetzt tritt Petra Graaf-Methner als Kassenwartin des Vereins in seine Fußstapfen. Auf der Jahreshauptversammlung des TSV Borgfeld hat sie die Wahl zur Kassenwartin angenommen. Es war die langjährige Vorsitzende Heidi Bierstedt, die mit langer Hand die Kandidatur von Bankkauffrau Petra Graaf-Methner als Kassenwartin auf den Weg brachte.

Veränderungen im Vorstand ließen den Vorstand nach neuen, ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern Ausschau halten. Weit musste Bierstedts Blick nicht schweifen, bis er auf Graaf-Methner traf. Die war weniger überrascht. Als Bankerin und der Familientradition verbunden schien ihr der Vorschlag des Vorstands, das Amt der Kassenwartin zu übernehmen, nur konsequent. Ein bisschen Bedenkzeit bat sie sich allerdings aus, um für sich zu klären, ob sie die Aufgabe überhaupt verantworten wolle und könne. Für sie sei das Angebot ein Riesenvertrauensbeweis gewesen.

Erst einmal machte sie sich schlau, was hinter Computerprogrammen für Vereinsverwaltung und Beitragserhebungen steckt und wie eine Meldung von Minijobs aussieht. Mitte Januar fiel ihre Entscheidung dann zugunsten des Ehrenamts aus. Doch eines ist ihr klar. So schnell wird sie die Aufgabe unter Umständen nicht mehr los, denn Ehrenamt ist keine Eintagsfliege. Aber das ist für Petra Graaf-Methner in Ordnung. Allerdings sieht die Bankkauffrau auch, dass nichts in Stein gemeißelt ist.

„Es ist eine Aufgabe, in die man hineinwächst.“ Sie müsse noch eine ganze Menge lernen, aber dafür steht ihr Anika Preuß, mit der sie eine Doppelspitze in Sachen Kassenwart bildet, zur Seite. Noch ist alles neu und die Bankkauffrau schreibt alles mit. Sie habe jede Menge Spickzettel. Ohne die auf mehrere Schultern verteilte Verantwortung hätte sie das Amt als Kassenwartin zu ihrem Vollzeitjob allerdings nicht angenommen, sagt die Bankerin ganz offen. „Für eine allein ist es nicht ohne“, beschreibt sie den Arbeitsaufwand des Ehrenamts. Von der Pike auf lernte sie das Bankwesen und ist seit 1991 bei der Sparkasse tätig. Mit der Unterstützung durch Anika Preuß könne sie solch ein Ehrenamt wunderbar neben ihrem Job übernehmen. Schließlich sei es ja ihr Metier. Petra Graaf-Methner freut sich, ihr Fachwissen im Verein einbringen zu können. Aus ihrem Blickwinkel habe sie einen anderen Einblick und Hintergrund, der dem Verein zugute käme.

Petra Graaf-Methner geht davon aus, dass sich ihr Vater über ihr Ehrenamt im TSV Borgfeld „tierisch“ gefreut hätte. Zu Lebzeiten aber habe er sie nie beeinflusst und sie immer machen lassen. „Manchmal kommt man ja auf Umwegen dahin“, so ihre Erkenntnis.

„Neue Besen kehren gut“, bei diesem Spruch geht Petra Graaf-Methner allerdings nicht bedingungslos mit. „Wenn etwas sich bewährt hat, werde ich einen Teufel tun und es umstricken“, sagt sie ganz pragmatisch. Trotzdem hat sie sich vorgenommen, Prozesse auch zu verändern, wenn sich dadurch der Verwaltungsaufwand für in der Vereinsspitze reduzieren lässt.

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