Fußball-Bremen-Liga

Bereits 20 Gegentore: SC Borgfeld wird zur Schießbude

Die nächste hohe Niederlage für den SC Borgfeld: Bei der SV Hemelingen verlor der Bremen-Ligist mit 3:5.
30.09.2020, 17:10
Lesedauer: 3 Min
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Bereits 20 Gegentore: SC Borgfeld wird zur Schießbude
Von Dennis Schott
Bereits 20 Gegentore: SC Borgfeld wird zur Schießbude

Kasim Uslu (Archivfoto) brachte den SC Borgfeld mit seinem Treffer zum 2:2 zwischenzeitlich wieder heran, doch am Ende stand in Hemelingen eine 3:5-Niederlage zu Buche.

Tobias Dohr

Borgfeld. Manchmal ist man einfach machtlos. Das musste der SC Borgfeld bei der 3:5 (2:3)-Niederlage am Dienstagabend im Auswärtsspiel gegen die SV Hemelingen gleich zweimal schmerzhaft erfahren. Aber diese beiden Freistöße von Mirko-Alexander Jankowski über die Mauer hinweg direkt in den Winkel waren einfach zu gut getreten, um sie abwehren zu können. Einerseits. Andererseits müssen, so muss man es fast schon sagen, solche Situationen als Ausnahme betrachtet werden. Bei einer inzwischen auf 20 angewachsene Zahl an Gegentoren kann der Fußball-Bremen-Ligist vom Wümme-Deich einfach nicht immer machtlos gewesen sein. Vielmehr verfestigt sich immer mehr der Eindruck, dass die Borgfelder in dieser noch jungen Saison ein ausgemachtes Defensivproblem haben.

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Trainer Lutz Repschläger will dem nicht widersprechen. Die durchschnittlich vier Gegentore pro Partie liegen für ihn aber vornehmlich in einem Punkt begründet: der angespannten Personalsituation, die auch und vor allem vor der Abwehr nicht halt gemacht hat. In den ersten fünf Partien dieser noch jungen Saison musste Repschläger bereits zweimal die komplette Innenverteidigung austauschen. So konnte sich erst gar keine Routine einstellen, findet der Borgfelder Coach. Und diese fehlende Abstimmung untereinander mache sich teilweise in einem naiven Abwehrverhalten bemerkbar. So wie beim 0:1 in der neunten Minute, als der pfeilschnelle Hemelinger Angel Amara Diallo auf der linken Seite in Mittelkreishöhe zum Sprint ansetzte und bis zu seinem Abschluss für die Borgfelder nicht einzufangen war. Hinzu kam, dass Torwart Thorben Kaessler beim Schuss aus dem spitzem Winkel nicht besonders gut aussah. „Er war scharf geschossen, ich würde Thorben da keine Schuld geben. Die Situation hätte man vorher klären müssen“, so der Borgfelder Coach.

Den störten vor allem die „vielen unnötigen Ballverluste“ und das Auftreten seiner Mannschaft. „Ich muss eine ganz andere Körpersprache zeigen, dem Gegner klar machen, wer den Platz als Sieger verlässt. Das war bei uns nicht der Fall“, meinte Lutz Repschläger hinterher. Zumindest galt dies für die erste Stunde, mit den finalen 30 Minuten zeigte er sich einverstanden. Komischerweise, denn ab der 56. Minute mussten die Borgfelder in Unterzahl antreten. Dennis Jordan hatte seinen Gegenspieler als letzter Mann zuvor gehalten und dafür die Rote Karte gesehen. Dass der SC Borgfeld danach besser ins Spiel fand, „klingt ein bisschen schräg“, meinte auch Repschläger, der nun ein offenes Spiel sah, in denen die Gäste auch mehr Akzente nach vorne setzen konnten.

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An der Niederlage sollte dies nichts ändern, auch wenn die Borgfelder im ersten Abschnitt noch einen 0:2-Rückstand aufgeholt hatten. Kevin Brandes zum 1:2 per platziertem Flachschuss (24.) und Kasim Uslu, dessen Freistoß an Freund und Fein vorbei im Hemelinger Tor landete (41.), hatten für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt, ehe Hemelingens Freistoßkünstler Mirko-Alexander Jankowski mit seinem zweiten Geniestreich noch vor der Pause das 3:2 markierte. Jankowski blieb den Borgfeldern nicht nur wegen seiner schönen, sondern auch vielen Tore im Gedächtnis. Nach der Pause traf der Hemelinger nämlich noch zwei weitere Male und avancierte für die Gastgeber so zum Matchwinner. Beide Treffer fielen nur zwölf Minuten nach dem Platzverweis von Jordan. Die Borgfelder boten im restlichen Verlauf zwar weiterhin Paroli, mehr als das 3:5 durch Philip Eichler (80.) sprang aber nicht mehr heraus. Durch das vierte sieglose Spiel in Folge ist der SC Borgfeld auf den 14. Platz abgerutscht. Die Situation bleibt angespannt. Am Dienstagabend verlängerte sich die ohnehin schon lange Ausfallliste der Borgfelder. In Hemelingen musste Patrick Ehlers bereits nach einer halben Stunde verletzt vom Platz. Diagnose: mehrfacher Außenbandriss. Der Borgfelder fällt für mehrere Monate aus. „Mindestens zwei Spiele“, so befürchtet Coach Repschläger, wird Dennis Jordan nach seiner Roten Karte fehlen. „Es läuft gerade nicht unbedingt gut für uns. Wir müssen die Stopp-Taste finden“, konstatiert Borgfelds Coach und fordert sein Team gleichzeitig auf, zusammenzurücken und „alles aus sich rauszuholen.“

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