Hofbesichtigung in Borgfeld Biologische Landwirtschaft hautnah erlebt

Die Stiftung Nordwest Natur und der Hof Schumacher in Borgfeld arbeiten eng zusammen. Ihr ziel: Den Menschen zeigen, was es mit der Bio-Landwirtschaft auf sich hat.
05.09.2018, 08:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Marius Roskamp

Borgfeld. Der Duft von frischem Heu liegt in der Luft, als sich die Gruppe zur Besichtigung von Schumachers Biohof trifft. Auf einem Anhänger haben die Teilnehmer Platz genommen, der von einem Traktor über rumpelige Feldwege gezogen wird, während Gunnar Oertel von der Stiftung Nordwest Natur und Friedhelm Schumacher vom Biohof abwechselnd verschiedene Fakten rund um die Arbeit und Auflagen der Bio-Landwirtschaft erklären. Bereits zu Beginn der Veranstaltung deutet Oertel an, dass seine Stiftung mit ihrem Programm „Wümme kulinarisch“ nicht zum ersten Mal als Gast auf dem Biohof ist. Tatsächlich können Stiftung und Hof auf eine mittlerweile jahrzehntelange Zusammenarbeit zurückblicken, was sich auch aus der räumlichen Nähe ergibt. „Wir sind beinahe Nachbarn“, erklärt Oertel.

Im Jahr 2001 stieg der ehemalige Milchbetrieb Schumacher auf die Produktion von Biofleisch um. Die Umstellung von einem normalen Hofbetrieb auf einen Biobetrieb nach den Vorgaben der EU sei nicht ganz unkompliziert gewesen. „Es gibt eine Umstellungsphase von zwei Jahren. In der Zeit muss man sich schon an die Richtlinien für Bio-Höfe halten, darf seine Produkte aber noch nicht als Bio vermarkten. Das muss man erst einmal finanziell überbrücken“, berichtet Schumacher. „Interessiert hat mich das Thema Bio immer“, sagt er. „Es geht dabei auch um die Werbewirksamkeit. Aber das Vermarkten übernimmt meine Frau.“

Gunnar Oertel erklärt, dass es neben den EU-Richtlinien auch die etwas striktere Richtlinien des Bioland-Verbandes gäbe. Friedhelm Schumacher stimmt dem zu und macht deutlich, dass sein Hof nach dem Umstieg auf EU-Bio im Jahr 2001 schließlich sechs Jahre später auf die Bioland-Richtlinie umgestiegen sei. Die Motivation war hierbei unter anderem die bessere Außenwirkung. Außerdem würden die Obergrenzen der Fleischproduktion, welche von Bioland vorgegeben seien, sowieso nicht von Schumachers Biohof erreicht werden.

Neben diesen Obergrenzen muss sich Schumacher außerdem an weitere Auflagen halten. So komme bei dem Kraftfutter für seine Rinder nur Biofutter infrage. Dieses koste etwa doppelt so viel wie das übliche Futter. Darüber hinaus werde in seinem Betrieb keine Gülle produziert, wie Schumacher berichtet. Der Mist, den seine derzeit 165 Rinder produzieren, würde außerdem komplett auf den Feldern, zusammen ergeben sie eine Fläche von 115 Hektar, eingesetzt werden.

Nach einiger Zeit kommt der Anhänger am Gerüst für ein neues Gebäudes vorbei. Hier soll ein Platz für 19 Pferdeboxen für eine Pferdepension entstehen. Die Anregung hierfür kam laut Schumacher von seiner Tochter Svenja Schumacher, einer ausgebildeten Pferdewirtin. Sie weiß zu berichten, dass Pferde bei ihrer Nahrung wählerischer sind als Rinder und daher besonders vom biologischen Kraftfutter profitieren können. Die Pferdepension, mit der der Biohof sein Angebot erweitern will, soll demnächst eröffnet werden. Svenja Schumacher peilt das Frühjahr 2019 an, kann aber noch kein genaues Datum nennen. Es ist etwa 19.30 Uhr, als Traktor und Anhänger wieder beim Haus der Schumachers ankommen. Zum Abschluss der Veranstaltung erhalten die Besucher ein Abendessen, hierbei gibt es allerlei Gerichte, die aus Erzeugnissen des Hofes kreiert wurden. Gunnar Oertel erklärt noch, welchen Grund die Stiftung Nordwest Natur habe, solche und ähnliche Veranstaltungen zu organisieren. Es ginge hier vor allem darum, den Menschen Natur und biologisch nachhaltige Landwirtschaft auf eine Weise näherzubringen, die einen konkreten Nutzen erkennen lässt. So sei das abschließende Abendessen als kulinarische Komponente der Veranstaltung gedacht. Er kann berichten, dass es noch vielfältige andere Veranstaltungen gab und geben wird, die in und um die Natur stattfinden. So nennt er etwa die besondere Ruhe der Natur für Yoga-Veranstaltungen oder das hautnahe Erleben an einem Teich mit vielfältiger Flora und Fauna als blaues Klassenzimmer. Für das nächste Jahr plane er wieder eine Vielzahl von Veranstaltungen, ab Januar möchte er ein Programm fertiggestellt haben, das man unter anderem im Internet unter www.nordwest-natur.de/veranstaltungen/ einsehen können soll.

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