Fußball-Bundesliga B-Junioren

Borgfeld beim SV Werder: Unter Wert geschlagen

Für ein paar Minuten schnupperten die B-Junioren des SC Borgfeld gegen SV Werder Bremen an einer Überraschung. Beim Abpfiff beanspruchte das Team von Trainer Christian Brand allerdings ein 8:1.
31.03.2019, 19:35
Lesedauer: 2 Min
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Von Reiner Tienken
Borgfeld beim SV Werder: Unter Wert geschlagen

Erst bekam SCB-Keeper Timur Pazhigov kaum Arbeit, dann noch acht Gegentreffer (hier eine Szene aus dem Hinspiel).

Frank Thomas Koch

Borgfeld. Für ein paar Minuten schnupperten die Fußball-B-Junioren des SC Borgfeld in der Bundesliga Nord/Nordost gegen den SV Werder Bremen an einer Überraschung. Beim Abpfiff von Schiedsrichter Timo Hippel (DJK Germania Blumenthal) beanspruchte das Team von Trainer Christian Brand allerdings einen 8:1(1:0)-Kantersieg. Bowen Wang hatte den SC Borgfeld mit dem Ausgleichstor zwischendurch in Hochstimmung versetzt.

Vor 150 Zuschauern, darunter die ehemaligen Werder-Profis Dieter Burdenski und Thomas Wolter, deutete auf dem Kunstrasenplatz eine Halbzeit lang wenig auf ein Schützenfest des SV Werder Bremen hin. Das Schlusslicht SC Borgfeld mischte erstaunlich gut mit. „Sehr gut, Männer“, lobte Trainer Burak Bahar am Spielfeldrand wiederholt den hohen Einsatz der Rot-Weißen. Der Aufsteiger hielt den Werder-Nachwuchs mit viel Engagement oft vom Tor fern. Bezeichnenderweise für die große Laufbereitschaft war die Tatsache, dass Werder-Torwart Hajo-Michel Kurth bis zur Pause deutlich mehr Ballkontakte hatte als SCB-Keeper Timur Pazhigov. Die Werder-Pausenführung resultierte aus einem Sonntagsschuss. Nick Woltemade bugsierte einen 24-Meter-Freistoß unhaltbar zum 0:1 maßgerecht in den Winkel (21.). „Stark, Junge“ – Burak Bahar sah viele positive Ansätze bis zur Halbzeit. Linus Schäfer vernaschte vor dem Lob seines Übungsleiters seinen Gegenspieler mit einer Körpertäuschung (36.). Die Rot-Weißen setzten mit einer mutigen Spielweise tiefe Nadelstiche. Emir Basar (34.) und Noel Dähne (40.) brachten den Gast in Verlegenheit. Den 28-Meter-Freistoß von Noel Dähne entschärfte der Werder-Schlussmann Hajo-Michel Kurth sicher (40.).

Mit dem schönsten Spielzug des Spiels, einem schulmäßigen Konter, erzwang der SC Borgfeld kurz nach Wiederbeginn den Ausgleich. Nach Abwurf von Timur Pahzigov landete der Ball über Christopher Quast und Jason Weber bei Bowen Wang, der aus kurzer Entfernung wenig Mühe hatte, den SCB-Angriff zum 1:1 zu veredeln (43.).

Die Werder-Antwort folgte postwendend. Ein Abschluss von Edin Mujkanovic, der noch abgefälscht wurde, schlug zum 1:2 hinter Timur Pahzigov ein (45.). Zwölf Minuten lang drückten die Grün-Weißen kräftig aufs Gaspedal und setzten sich so mit Killerinstinkt uneinholbar mit 6:1 ab (48., 52., 55., 57.). Die unerbittlichen Gäste schraubten das Resultat bis zum Schlusspfiff noch mit 8:1 in die Höhe (64., 70.). „Heute haben uns die Standards das Genick gebrochen. Wir haben einfach wieder Geschenke verteilt“, bilanzierte Trainer Burak Bahar. Der Werder-Nachwuchs schlug aus fünf ruhenden Bällen Kapital. „In der ersten Halbzeit hatten wir noch Mühe. Danach haben wir einen Zahn zugelegt und den Gegner müde gespielt“, brachte Werder-Coach Christian Brand seine Eindrücke auf einen Nenner. Johannes Griesenbeck hatte noch einen zweiten Treffer für den Gastgeber vor Augen. Den Kopfball des SCB-Kapitäns blockten die Gäste gerade noch ab (66.). Dass der SC Borgfeld sich im Endeffekt klar unter Wert geschlagen fühlen durfte, spiegelte auch das Eckenverhältnis wider. Das lautete beim Abpfiff einer fairen Begegnung lediglich 4:3 für den SV Werder Bremen.

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