Bremer Stiftungen beenden Zusammenarbeit

Abschied vom Borgfelder Kinderwald

Die Borgfelder Hans-Wendt-Stiftung hat die Kooperation mit der Manfred-Hermsen-Stiftung auslaufen lassen. Das teilt die Initiatorin des Bremer Kinderwald-Projektes, Miriam Hermsen, mit.
12.10.2021, 18:00
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Abschied vom Borgfelder Kinderwald
Von Petra Scheller

Borgfeld. Die Borgfelder Hans-Wendt-Stiftung lässt das Kooperationsprojekt Bremer Kinderwald mit der Bremer Manfred-Hermsen-Stiftung auslaufen. Das teilt die Kinderwald-Initiatorin Miriam Hermsen mit. Seit neun Jahren betreut die Bremerin das weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Umweltbildungsprojekt für Schulen, Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Die Manfred-Hermsen-Stiftung investierte einen hohen sechsstelligen Euro-Betrag in das Kinderwald-Projekt.

Grund für das Ende der Zusammenarbeit: „Die Nutzungsvereinbarung über das 20.000 Quadratmeter große Grundstück, das uns die Hans-Wendt-Stiftung bislang zur Verfügung gestellt hat, läuft am 31. Oktober aus und wird bedauerlicherweise nicht mehr verlängert“, erklärt Hermsen.

Die Projektleiterin lädt zu einem spontanen Abschiedsfest für diesen Mittwoch, 13. Oktober, ein. Von 10 bis 14 Uhr werden Schulklassen erwartet, mit denen die Kinderwald-Initiatoren seit langem kooperieren – unter anderem sind das die Marie-Curie-Schule, die Wilhelm-Focke-Oberschule und die Grundschule am Baumschulenweg. In der Zeit von 14 bis 16 Uhr sind die Pfade des Waldes für langjährige Wegbegleiter geöffnet –  Kinder, Jugendliche sowie deren Eltern sind eingeladen, vorbeizukommen.

Über 1000 Bäume

"Unser Ziel war es, mit dem Projekt den Wald in die Nähe der Kinder rücken", erklärt Miriam Hermsen. Über 1000 Bäume wurden auf dem Gelände der Hans-Wendt-Stiftung für die Entstehung des Waldes im vergangenen Jahrzehnt gepflanzt. Unzählige Pflanzen und Wildkräuter dienen hier Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten als Nahrungsquelle.

Hunderte Buchen, Eichen, Erlen, Linden, Birken, Wildobstsorten und Ahornbäume umfasst der Borgfelder Kinderwald inzwischen. Schulkinder legten ihn sukzessive unter fachkundiger Aufsicht des Forstdirektors Rainer Köpsell an. Die Bremer Umweltbehörde begutachtete die Standorte für die Baumpflanzungen. Gruppenweise wurden die Bäume auf dem zwei Hektar großen Gelände in die Erde gesetzt.

"Uns ist es ein Anliegen, dass das Beteiligungsprojekt weitergeführt wird, auch wenn wir jetzt nicht mehr dabei sein dürfen", sagt Miriam Hermsen. "Kinder aus nahe gelegenen Schulen sollen hier weiterhin ein Kleinod, umgeben von Natur, finden. Sie sollen zusehen können, wie ihre Bäume wachsen und gedeihen."

Die Hans-Wendt-Stiftung trete mit der Übernahme des Kinderwaldes ein großes Erbe an, sagt Hermsen. "Zum Erhalt der Bäume haben wir eine sogenannte dingliche Sicherung vereinbart."

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Am Ufer eines Feuchtbiotops wachsen Blutweiderich, Weiden und Binsen. Blütenduft berauscht beim Gang durch schmale Pfade. Ein verwunschener Weidentunnel und ein Tipi bieten im Sommer kühlen Schatten. "Kinder und Jugendliche lernen hier etwas über ökologische Zusammenhänge sowie über Umwelt- und Klimaschutz. Ich würde mir wünschen, dass das Projekt so weitergeführt wird und sich die Kinder hier weiter beteiligen können", erklärt die Projektleiterin.

Neues Konzept für Areal

Wie es mit dem Kinderwald nun tatsächlich weiter geht, bleibt indes ebenso offen wie die Gründe für das Ende der Kooperation der beiden Stiftungen. Auf Anfrage der Redaktion der WÜMME-ZEITUNG, teilt die Hans-Wendt-Stiftung mit, dass ein neues Gesamtkonzept in Arbeit sei. "Es ist geplant, das bestehende Umweltbildungsprogramm weiter auszubauen und weiterführende, tiergestützte pädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche bereitzustellen", berichtet die Sprecherin der Hans-Wendt-Stiftung, Heike Worgulla. Auch die Fläche des Bremer Kinderwaldes werde dabei unter die Lupe genommen, heißt es.

„In unserem neuen Gesamtkonzept werden Kooperationspartner eine Rolle spielen, sodass wir nach Abschluss unserer Planungen offen sind für Gespräche. Wir bedanken uns bei der Manfred-Hermsen-Stiftung, die mit ihrem Projekt des Bremer Kinderwalds unsere Angebote in den letzten acht Jahren optimal ergänzt hat“, erklärt Jörg Angerstein, Vorstand der Hans-Wendt-Stiftung auf Nachfrage. „Erlebnis- und erfahrungsorientierte Natur- und Umweltpädagogik wird ein Schwerpunkt unseres neuen Konzepts darstellen."

Zur Sache

Zahlreiche Unterstützer

"Bremens erster Kinderwald entstand im Rahmen der Umweltbildung für Kinder und ist nicht nur als Wald, sondern auch als Erlebnisgelände für Kinder angelegt." Das berichtet die Kinderwald-Projekt-Organisatorin Miriam Hermsen. Für das Natur- und Erlebnisgelände auf dem Borgfelder Farmgelände der Hans-Wendt-Stiftung wurden verschieden Areale angelegt. Schon vom ersten Tag an, konnten die Kinder ihre Bäume besuchen – Schulklassen pflanzten hier unzählige Klassenbäume.

Unterstützung bei zahlreichen Pflanzaktionen und Planungen fand das Projekt der Manfred-Hermsen-Stiftung auf der Kinder- und Jugendfarm durch verschiedene Naturschutzorganisationen wie dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und dem Treffpunkt Natur und Umwelt. Weitere Information über die Bremer Umweltstiftung gibt es im Netz unter www.m-h-s.org.

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