Borgfelder Kochexpertin Karolina Lucht „Mein Tipp: Ein Wochenplan“

Seit über zwei Jahren führt Karolina Lucht ein Küchenstudio im Viertel. Die Borgfelderin lädt zu Kinderkochkursen ein und veranstaltet Events. Jetzt gibt sie ihr erstes E-Book heraus - für Küchenneulinge.
09.03.2021, 11:00
Lesedauer: 4 Min
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„Mein Tipp: Ein Wochenplan“
Von Petra Scheller
Frau Lucht, der Lockdown wurde verlängert, doch es gibt auch Aussichten auf Lockerungen, was sollten wir stets in der Küche parat haben, um vielleicht demnächst für fünf Freunde aus zwei Haushalten zu kochen?

Karolina Lucht: Im Grunde genommen ist es völlig egal, was man im Kühlschrank hat, denn aus allem lässt sich etwas Leckeres und dennoch Unaufwendiges schnell und einfach zubereiten. Ich bin ein Riesen-Gemüsefan und mein Essen muss immer bunt sein! Deshalb dürfen in meinem Kühlschrank frisches, saisonales Gemüse und frische Kräuter nie fehlen. Außerdem ein paar Milchprodukte wie Butter, Joghurt, Quark und ein paar Eier. Wenn man dann auch noch ein paar trockene Zutaten, wie Mehl und Hülsenfrüchte vorrätig hat, steht dem spontanen Kochabend mit Freunden nichts mehr im Wege.

Was empfiehlt die Expertin, was kochen wir für ein Menü für die ersten Gäste?

Ich überlege zuerst, was typisch für die Jahreszeit ist und bei Frühling, ganz klar, kommt mir natürlich Spargel in den Sinn. Außerdem Bärlauch, Rhabarber, frischer Salat, junge Kartoffeln. Somit würde mein Frühlingsmenü ganz klassisch ausfallen. Als Vorspeise ein bunter Frühlingssalat mit Radieschen, Bärlauchknoten und frischer Bärlauchbutter, zum Hauptgang knackig blanchierter Spargel mit selbstgemachter Sauce Hollandaise und jungen Kartoffeln und zum Dessert auf jeden Fall etwas mit Rhabarber, denn die Saison ist richtig kurz. Vielleicht ein Joghurt-Schichtdessert mit Rhabarberkompott oder ein Rhabarber-Eis.

Wie decken wir den Tisch – natürlich im Freien?

Da bin ich sehr minimalistisch. Ein paar frische Zweige. Statt Schnittblumen, vielleicht zwei, drei kleine Gläser mit Frühlingsblumen, wie Hyazinthen, Tulpen oder Bellis, mit Zwiebel beziehungsweise Wurzel halten sie sich länger oder lassen sich später umpflanzen.

Sie führen im Viertel eine Kochschule für Kinder und für besondere Events. Wie ist die Auftragslage zurzeit?

Alle Projekte liegen momentan auf Eis. Die letzten Buchungen, die schon vor langer Zeit gemacht wurden und für März geplant waren, sind nun auch gecancelt. Dennoch bin ich ziemlich optimistisch, dass sich mein Terminkalender, sobald es wieder möglich ist, schnell füllen wird. So war es Ende des letzten Sommers und so wird es nach dieser langen Durststrecke auch wieder sein.

Wie geht es mit dem Studio in der Humboldtstraße weiter?

Mein kleines Kochstudio im Viertel bleibt. Es ist die perfekte Kochlocation für meine beliebten Kinder-Kochgeburtstage.

Was sollten Eltern tun, um ihren Kindern, solange die Mensen geschlossen bleiben, ein abwechslungsreiches Mittagessen anzubieten?

Das ist wohl die schwierigste Frage. Als Mutter von zwei Teenagern weiß ich, dass es eine tägliche Mammutaufgabe ist. Neben Homeoffice, Homeschooling und allen aktuellen Herausforderungen ist es nicht leicht, für die ganze Familie auch noch täglich frisch zu kochen. Mein „Allzeit-Tipp-Nummer-Eins" ist, einen Wochenplan zu erstellen. Jeder darf mitbestimmen, was es die Woche über zu Mittag gibt. So kann sich auch niemand beschweren. Struktur hilft, auch wenn es sehr banal klingt. Und zwischendurch immer einen Teller frisch geschnittenes Obst und Gemüse hinstellen. Das verschwindet immer wie von Geisterhand, im Gegensatz zu dem prall gefüllten Obst in der Schale auf der Fensterbank.

Ihr Mittagstisch-Angebot war in Borgfeld in aller Munde, wird es das auch in Zukunft wieder geben?

Eine Mittagstischaktion ist derzeit leider nicht geplant. Es war eine tolle Erfahrung und hat mir sehr, sehr viel Freude bereitet. Aber auch ich komme in diesem gefühlten Dauerlockdown an meine Grenzen und möchte in erster Linie für meine Familie da sein. Als „One Woman Show“ ist es sehr, sehr schwierig, alles unter einen Hut zu bringen. Meine Familie ist und bleibt meine oberste Priorität.

Gibt es schon Buchungen für Events im Sommer?

Konkrete Buchungen gibt es noch nicht, aber natürlich bin ich vorbereitet und es stehen, unter Vorbehalt, schon einige geplante Events in meinem Kalender. Sobald es Lockerungen geben wird, werden die nächsten Termine für neue Kochkurse und Gesundheitskochworkshops mit meiner Kollegin und guten Freundin Birgit Behnke bekannt gegeben.

Sie werden demnächst ein eigenes E-Book herausgeben, worum geht es darin?

Das E-Book richtet sich an Kocheinsteiger und Küchenneulinge, die Lust aufs Kochen haben, aber nicht wissen, wie sie loslegen sollen. Ich gebe Tipps und verrate einfache Tricks, die das Kochen erleichtern. Ein paar Basic-Rezepte und viele schöne Fotoaufnahmen runden das Ganze ab. Voraussichtlich wird es noch in diesem Monat erscheinen. Unterstützt wird dabei ein soziales Projekt der SOS-Kinderdörfer in Bremen. Eine E-Book-Version soll 10 Euro kosten, einer davon geht an die Kinderdörfer.

Das Interview führte Petra Scheller.

Info

Zur Person

Karolina Lucht (41)

hat ihre Leidenschaft für Lebensmittel und das Kochen zum Beruf gemacht. Die Borgfelderin guckte schon als Kind gern Kochsendungen im Fernsehen. Als sie zu einer Zeit Vegetarierin wurde, als das noch exotisch war, musste sie selbst zum Kochlöffel greifen. Seit ihrem 14. Lebensjahr setzt sie sich mit fleischloser Küche auseinander. Inzwischen führt sie seit über zwei Jahren ein kleines Studio im Bremer Viertel.

Info

Zur Sache

Kochen mit Kindern

Die Idee für ihr eigenes Kochstudio hatte Karolina Lucht vor ein paar Jahren. Inzwischen führt die 41-Jährige seit über zwei Jahren ein kleines Studio im Bremer Viertel. Dort bietet die Mutter von zwei Söhnen Kochkurse für Kinder an, organisiert Geburtstagspartys und Kochevents. Während der Corona-Zeit bot die Borgfelderin zeitweise einen Mittagstisch an, um Familien während der Lockdown-Wellen zu entlasten - inzwischen ist dieser Service wieder eingestellt.

„Früher habe ich meinen beiden Omas und meiner Mutter beim Kochen über die Schulter geschaut. Und sonntags immer „Kochen mit Martina und Moritz“ geschaut, berichtet Lucht von ihren Anfängen in der Küche. „Noch lange vor Lafer, Mälzer und Co. waren es meine absoluten Lieblinge! Als ich mit 14 beschloss, Vegetarierin zu werden, musste ich mir mein Essen selbst zubereiten.“

Nach der Schule hatte Karolina Lucht in Köln Englisch und Spanisch studiert, ein Auslandssemester in London absolviert und in einem kleinen Hotel gejobbt. Als sie zurück kam, schloss sie eine Ausbildung als Hotelkauffrau ab. Inzwischen lebt sie mit ihrer Familie an der Wümme.

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