Gefrässige Raupe in Borgfelds Ratsspiekerpark Neuer grüner Gürtel für Kaisen-Denkmal geplant

Die dicken Raupen des Zünslers haben im Borgfelder Ratsspiekerpark ganze Arbeit geleistet. Im Frühjahr soll die stark beschädigte Buchsbaumhecke beim Kaisen-Denkmal gerodet und eine neue gepflanzt werden.
03.01.2021, 21:00
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Neuer grüner Gürtel für Kaisen-Denkmal geplant
Von Antje Stürmann

Borgfeld. Wilhelm Kaisen mit Zigarre in der Hand lächelt milde. Man könnte denken, er bedauert den Zustand der stellenweise zwei Meter breiten Buchsbaumhecke um sich herum. Die immergrünen Blätter sind bis auf die Äste abgenagt oder zeigen Fraßspuren.

„Der Buchsbaumzünsler hat sich ausgebreitet, das ist extrem im Ratsspiekerpark zu sehen“, hatte Rolf Fülberth vom Bremer Umweltbetrieb (UBB) Ende Oktober im Beirat informiert. Nach Angaben des Referatsleiters zeigt die Hecke beim Kaisen-Denkmal bereits massive Schäden. Dass sie entfernt werden muss, stand so gut wie fest. Unklar war aber bislang, ob die Stadt Ersatz bezahlt.

Jetzt steht fest: Die 1,20 Meter hohe, 20 Meter lange Hecke wird durch einen Meter hohe Pflanzen ersetzt werden. Der Borgfelder Ortsamtsleiter Karl-Heinz Bramsiepe sagt: „Wir sind uns einig, dass da wieder etwas hinmuss.“ Hintergrund ist unter anderem die Sorge des Beirates, dass die 35 Jahre alte Bronzebüste der Bremer Künstlerin Christa Baumgärtel ohne die Hecke als Abstandshalter mit Graffiti beschmiert werden könnten. „Aber auch optisch ist ein Ersatz sinnvoll“, glaubt Bramsiepe. Ob es Ilex oder Eibe wird, ist Fülberth zufolge noch nicht entschieden. Zugesagt hat der UBB laut Bramsiepe: „Der Austausch soll im Frühjahr erfolgen.“

Ersatzlos roden will UBB dagegen zwei Buchsbüsche am Weg unter der Lindenallee. Aus gestalterischer Sicht sei eine Nachpflanzung nicht nötig, so Fühlberth.

Die Hecke und das Kaisen-Denkmal dagegen stehen am Eingang des kleinen Parks an der Wümme – und dieser soll möglichst einladend wirken. Das meint auch der Vorstand der Borgfelder Stiftung „Wilhelm und Helene Kaisen“, Horst Brüning. „So kann es nicht bleiben“, betont er auf Anfrage. Die Stiftung habe dem UBB Unterstützung angeboten. Brüning: „Der Gärtner, der die Anlagen der Stiftung pflegt, könnte die abgängigen Buchsbaumpflanzen herausnehmen, entsorgen und neue einpflanzen.“

Rolf Fülberth will Brünings Angebot im Januar, spätestens im Februar mit seinen Mitarbeitern beraten, die Kosten für die Neupflanzungen ermitteln und dann den Ablauf planen. Noch stehe nicht fest, wie viele neue Pflanzen nötig sind, um die Hecke zu ersetzen, sagt er. Fakt sei aber, dass die Buchsbaumhecke durch „möglichst robuste und pflegeleichte Pflanzen“ ersetzt werden soll. Zwar obliege das Roden, Pflanzen und die Pflege von Sträuchern auf öffentlichen Flächen grundsätzlich dem UBB. Er halte es aber für denkbar, die Kaisen-Stiftung in das Vorhaben einzubinden. „Auf jeden Fall werden wir beim Wässern der neuen Pflanzen gern auf die Unterstützung zurückgreifen“, sagt Fülberth mit Blick auf die knapp bemessenen personellen Ressourcen des UBB.

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