Bremer Lotto-Pokal-Halbfinale

Hohe Klatsche statt Geburtstagsgeschenk

Knapp zwei Wochen lang hatten sich die Borgfelder auf das "Spiel ihres Lebens“ vorbereitet - rein sportlich gab es am Ende jedoch nichts zu holen. Der haushohe Favorit FC Oberneuland behielt klar die Oberhand.
17.08.2020, 07:40
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Von Christian Markwort
Hohe Klatsche statt Geburtstagsgeschenk

Rund 170 Zuschauer mussten sich bei den Einlasskontrollen am Wümmedeich ein wenig in Geduld üben, um das Halbfinale von nummerierten Plätzen aus und mit Nase-Mundschutz verfolgen zu können.

Christian Markwort

Bremen. Michael Thieves hatte vor Beginn des Pokal-Halbfinales seines SC Borgfeld aus der Bremen-Liga gegen den haushohen Favoriten und künftigen Fußball-Regionalligisten FC Oberneuland ordentlich zu tun. Der Marketing-Leiter der „Wümme-Kicker“ spannte eigenhändig das rot-weiße Absperrband, das den Laufweg der Zuschauer vom Parkplatz bis zum jeweiligen Sitzplatz anzeigte, stellte gemeinsam mit seinen knapp 20 Helfern die insgesamt 168 Stühle rund um den Kunstrasenplatz auf und organisierte nebenbei noch eine Menge anderer Maßnahmen, die das Fußballspiel überhaupt erst möglich machen konnten. „Klar ist das ein enormer Aufwand“, meinte der 51-Jährige, „aber wir sind froh, dass wir angesichts der derzeitigen Situation rund um die Covid-19-Krise überhaupt spielen können.“

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Knapp zwei Wochen lang hatten sich die Borgfelder auf das "Spiel ihres Lebens“ vorbereitet, wie es der erste Vorsitzende Thomas Kaessler bezeichnete (Spielbericht auf Seite 22 der Hauptausgabe). „Klar sind wir der krasse Außenseiter“, schob der neue Sportliche Leiter Heinrich Marschollek den Gästen vom Vinnenweg die Favoritenrolle zu, „aber im Pokal haben wir uns immer gut verkaufen können.“ Und das sollte natürlich auch an diesem Tag so sein, zeigte sich Marschollek unmittelbar vor dem Anpfiff noch zuversichtlich – schließlich feierte er an diesem Tag ja seinen 55. Geburtstag, und der Einzug ins Pokalfinale sei ein durchaus angemessenes Geschenk zum Ehrentag, fügte er schmunzelnd hinzu. Am Eingangsbereich trudelten derweil die ersten Gäste ein, mehrere Ordnungskräfte wiesen auf die Maskenpflicht hin, erst am Sitzplatz dürfte diese abgenommen werden. Damit, abgesehen vom Gang zur Toilette, nicht zu viel Bewegung abseits des Platzes herrschte, waren unter anderem Marie Meyer und Ulrike Kehlenbeck die gesamten 90 Minuten mit einem Bollerwagen voller Getränke unterwegs, die ihnen von den dankbaren Besucherinnen und Besuchern angesichts der drückenden Temperaturen geradezu aus den Händen gerissen wurden.

Für die Funktionäre beider Vereine sowie für eine Delegation vom Bremer Fußball-Verband (BFV) rund um seinen Präsidenten Björn Fecker hatten die Organisatoren eine kleine Ecke eingerichtet. Die Ersatzspieler beider Teams hatten zu Spielbeginn noch etwas mit der prallen Sonnen zu kämpfen, was bei Gästetrainer Kristian Arambasic und dem Sportlichen Leiter des FCO, Günter Hermann, zunächst für Unverständnis sorgte. „Wenigstens einen Sonnenschirm hätten sie schon noch aufstellen können“, kommentierte Hermann, doch schon unmittelbar nach dem Anpfiff zogen erste Wolken am Himmel auf, sodass die gleißende Sonne letztlich weder hüben noch drüben ein Problem mehr darstellte.

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Für die Hausherren allerdings muteten die dunklen Wolken als böses Omen an. Von Beginn an wurden die Gäste ihrer Favoritenrolle gerecht und drückten dem Spiel sofort und bis zum bitteren Borgfelder Ende ihren Stempel auf. Allein FCO-Torjäger Affamefuna-Michael Ifeadigo traf beim letztlich ebenso deutlichen wie verdienten 7:0 (3:0)-Erfolg viermal. Den Gastgebern fehlte nicht nur ihr verletzter Torjäger Christopher Taylor, nach einer mutigen Anfangsphase fingen sie sich bis zur Halbzeit drei mehr oder weniger unglückliche Gegentore ein und ließen bereits beim Gang in die Kabine ihre Köpfe hängen. Dennoch zeigten sich die Fans entspannt, sodass Thomas Kaessler allen Zuschauern „ein großes Lob“ für das disziplinierte Verhalten aussprach.

SC Borgfeld: Kaessler; Wenzelis (42. Klüver), Hennigsson, Jaeger, Becker, Jordan, Brandes (57. P. Eichler), Lange, Meixner (46. Uslu), Gehle, Maarouf

FC Oberneuland: Horsch; Tomety-Hematzro (61. Nukic), Schoppenhauer, Block (12. Trebin), Tyca (68. Mazreku), Bauer, Kreutzträger, Han, Jobe, Ifeadigo, Ozun

Tore: 0:1 Ebrima Jobe (23./FE), 0:2 Affamefuna-Michael Ifeadigo (28.), 0:3 Affamefuna-Michael Ifeadigo (45.), 0:4 Ebrima Jobe (47.), 0:5 Onur Ozun (55.), 0:6 Affamefuna-Michael Ifeadigo (63.), 0:7 Affamefuna-Michael Ifeadigo (66.)

Schiedsrichter: Yannick Rath (OT Bremen) CM

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