Borgfeld

Bremer Schüler spielt mit Zahlen

Borgfeld. Mathematik und Geowissenschaften - in beidem kann Maik Sowinski aus Borgfeld glänzen. Der Schüler des Ökumenischen Gymnasiums in Oberneuland hat sein Talent in zahlreichen Wettbewerben unter Beweis gestellt.
04.04.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Sheila Schönbeck
Bremer Schüler spielt mit Zahlen

Der 14-jährige Maik Sowinski aus Borgfeld hat in Wettbewerben sein großes Talent für Mathematik und Geowissenschaften bewiesen.

Henning Hasselberg

Borgfeld. Mathematik ist für Maik Sowinski aus Borgfeld, Schüler des Ökumenischen Gymnasiums in Oberneuland, weit mehr als ein Unterrichtsfach. Die Begeisterung des Jungen für dieses Gebiet ist groß. Sein Talent auch, wie Erfolge bei zahlreichen Wettbewerben zeigen. Jüngst wurde der 14-Jährige mit seinem Team im Bereich Mathematik/Informatik Bremer Landessieger bei "Jugend forscht". Auf dem Gebiet der Geowissenschaften konnte Maik auch bereits international glänzen.

Komplizierte mathematische Formeln, Fragestellungen und Beweisführungen schrecken Maik Sowinski nicht ab. Vielmehr sind sie für den 14-jährigen Schüler aus Borgfeld spannende Herausforderungen, denen er sich gerne stellt – und das weit über den Unterricht hinaus. Die Welt der Mathematik begeistert den Jugendlichen so sehr, dass er an unterschiedlichen Wettbewerben teilnimmt. Sein jüngster Erfolg: Landessieger bei "Jugend forscht" im Bereich Mathematik/Informatik.

"Unser Thema hieß ,Fractran – eine simple universelle Programmiersprache‘", berichtet der Schüler des Ökumenischen Gymnasiums in Oberneuland. "Bisher wurde wenig darüber geforscht. Zusammen mit zwei Jungen habe ich ein eigenes Programm geschrieben." Der Erfinder dieser Programmiersprache, der englische Mathematiker John Horton Conway höchstpersönlich, brachte Maik und seine Teamkollegen auf die Idee, darüber zu forschen. Sie lernten ihn bei einer "Talentfahrt" im niedersächsischen Cluvenhagen (Landkreis Verden) kennen. "Er ist einer der größten Mathematiker der Welt. Ihn dort zu treffen, war in etwa so, als ob Franz Beckenbauer in die Provinz käme, um Schüler zu trainieren", sagt der Zehntklässler. Für ihn sei es ein großes Ereignis gewesen.

Talentfahrten wie diese gehören zu den Aktivitäten des Vereins "Mathematik in Bremen", in dem Maik Mitglied ist. Sein Mathelehrer, der Mitbegründer des Vereins ist, hatte den Schüler darauf aufmerksam gemacht. "Vieles, was im Unterricht behandelt wird, kann ich schon. Im Verein gehen wir weit über den normalen Stoff hinaus", sagt der junge Mathe-Fan.

Bereits in der zweiten Klasse stellte er fest, dass er mit Zahlen sehr gut umgehen kann. Heute sagt er, er sei hervorragend gefördert worden. Das habe bei ihm den Spaß an Mathe geweckt. Ab der fünften Klasse nahm Maik an Mathematik-Olympiaden teil. In diesem Jahr erzielte er auf Regionalebene den zweiten und auf Landesebene den dritten Platz. Bis zum vergangenen Jahr war der Zahlenliebhaber unter den 50 Besten des Förderprogramms "Jugend trainiert Mathematik" der gemeinnützigen Gesellschaft "Bildung und Begabung". Die veranstaltet auch den Bundeswettbewerb Mathematik. Die Aufgaben für die erste Runde lösen die Teilnehmer zu Hause.

Wettbewerb in Argentinien

Seine Ergebnisse hat Maik kürzlich an den Verein geschickt. Nun heißt es, auf die Auswertung zu warten. "Ich habe ein gutes Gefühl, dass ich die zweite Runde erreiche", sagt Maik selbstbewusst. Von seinen Mathematik-Kenntnissen profitieren auch die Mitschüler. Wissen die mal nicht weiter, hilft er ihnen.

Doch nicht nur auf dem Gebiet der Mathematik hat der Borgfelder eine Begabung. Die Geowissenschaften, deren Terrain weit über den Geografieunterricht hinaus geht, wie Maik erklärt, sind ein weiteres Steckenpferd von ihm. Im vergangenen Jahr reiste er mit seinem Vater sogar nach Argentinien, um an der International Earth Science Olympiad, einem Wettbewerb in Geowissenschaften, teilzunehmen. "Wir haben dort an einem Fluss geomorphologische Prozesse analysiert und im Labor experimentiert", sagt Maik stolz. Auf diese Woche hatte er sich intensiv vorbereitet. Der Lohn: eine Bronzemedaille als erfolgreichster deutscher Teilnehmer. In diesem Jahr erzielte Maik an seiner Schule einen weiteren Erfolg. In der ersten Runde eines Geografie-Wettbewerbs setzte er sich gegen seine Mitschüler durch. Mit den Aufgaben für den Landeswettbewerb hat sich der Schulsieger vor den Osterferien befasst. Nun heißt es auch hier, abzuwarten, ob es für eine Qualifikation auf Bundesebene ausreicht. "Es wäre toll, wenn ich wie im vergangenen Jahr wieder zum Bundesfinale könnte", sagt der amtierende Bremer Landessieger des größten deutschen Schülerwettbewerbs für Geografie.

Darüber hinaus, so sagt Maik, würde er gerne auch an Physik-Wettbewerben teilnehmen. Doch dafür fehle ihm die Zeit. Denn Maik geht in seiner Freizeit auch Hobbys nach wie jeder andere Junge seines Alters. Er trifft Freunde und interessiert sich für Fußball und Computerspiele. Badminton und Schach spielt er ebenfalls regelmäßig. Zusammen mit seinen Schulkameraden holte er unlängst den Sieg bei den Bremer Schulschachmeisterschaften.

Doch die Mathematik sei und bleibe sein größtes Hobby, sagt der 14-Jährige. Schon jetzt ist er sich ziemlich sicher, dass er nach seinem Abitur Mathematik studieren und später Mathematiker werden möchte. Für Maik ist ein Leben ohne Zahlen, Formeln und Beweisführungen einfach undenkbar.

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