Wolf-Dieter Storl macht auf Lesereise durch Norddeutschland auch Station in Borgfeld Der mit den Pflanzen spricht

Borgfeld. Dass Pflanzen ihre Kraft aus dem Boden ziehen, in dem sie wachsen, darf man getrost eine Binsenweisheit nennen. Wo und wie sie wurzeln, das hat maßgeblichen Einfluss auf ihre Entwicklung. Wenn es nicht mehr immer deutlich ist: Auch der moderne Mensch wurzelt in der Natur. Sie ist die Grundlage und nährende Quelle des Lebens, sie "spricht mit unserer Seele, ob der Verstand das nun mitbekommt oder nicht. Sie liefert uns die Kraft und das Gleichgewicht, das wir zum Leben brauchen", sagt Wolf-Dieter Storl. Der Mann, "der mit den Pflanzen spricht" und den die Zeitschrift GEO einmal den "Schamanen aus dem Allgäu" nannte, kommt am Freitag, 14. Oktober, um 19.30 Uhr zu einem Vortrag ins Borgfelder Landhaus. Titel: "Der Mensch und seine heilenden Pflanzen".
29.09.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Siegfried Deismann

Borgfeld. Dass Pflanzen ihre Kraft aus dem Boden ziehen, in dem sie wachsen, darf man getrost eine Binsenweisheit nennen. Wo und wie sie wurzeln, das hat maßgeblichen Einfluss auf ihre Entwicklung. Wenn es nicht mehr immer deutlich ist: Auch der moderne Mensch wurzelt in der Natur. Sie ist die Grundlage und nährende Quelle des Lebens, sie "spricht mit unserer Seele, ob der Verstand das nun mitbekommt oder nicht. Sie liefert uns die Kraft und das Gleichgewicht, das wir zum Leben brauchen", sagt Wolf-Dieter Storl. Der Mann, "der mit den Pflanzen spricht" und den die Zeitschrift GEO einmal den "Schamanen aus dem Allgäu" nannte, kommt am Freitag, 14. Oktober, um 19.30 Uhr zu einem Vortrag ins Borgfelder Landhaus. Titel: "Der Mensch und seine heilenden Pflanzen".

Wolf-Dieter Storl, der 1942 in Sachsen geboren wurde und als Elfjähriger mit seinen Eltern nach Amerika auswanderte, verbrachte dort zunächst die meiste Zeit in der Wildnis der Wälder. Nach Grundschule und Highschool begann er ein Botanikstudium, bevor er sich der Völkerkunde zuwandte. 1974 promovierte Storl in Bern zum Doktor der Ethnologie und übernahm anschließend verschiedene Lehrstühle in Wien, Oregon, Genf, in Bern und Wyoming.

Seine Reisen führten ihn durch verschiedene Kontinente, wo er ethnografische und ethnobotanische Feldforschungen unter anderem in einer Spiritistensiedlung in Ohio, in einer anthroposophischen Camphill-Commune bei Genf, bei alteingesessenen Bauern im Emmental, bei Medizinmännern der Northern Cheyenne sowie bei Shiva-Mönchen in Indien und Nepal betrieb. Diese Einflüsse prägten sein Denken und fanden Eingang in zahlreiche Publikationen.

Spirituelle Dimensionen

Gärtnern, aber noch mehr die wilde, ursprüngliche Natur, die Wildpflanzen und Tiere, waren immer schon eine Quelle der Inspiration für Storl und formten seine Lebensphilosophie. Von den Cheyenne und traditionellen Völkern in Asien und Afrika sowie von den Überlieferungen und Erzählungen europäischer Bauern und Kräuterkundiger erfuhr er viel über das Wesen der Pflanzen, über ihre "spirituellen" Dimensionen. Pflanzen sind für ihn nicht nur botanische Gegenstände, sondern haben durch ihre Wechselbeziehung mit den Menschen auch eine kulturelle, sprachliche, heilkundliche und mythologische Identität. Die traditionelle Pflanzenheilkunde der europäischen Waldvölker, der Kelten, Germanen und Slawen sowie des frühchristlichen Mittelalters sind derzeit seine Hauptinteressensgebiete. Diese Forschungen machen den Inhalt des Großteils seiner Bücher aus. Später kamen dann noch eher autobiografische Bücher hinzu, etwa 2005 mit "Ich bin ein Teil des Waldes". Seit 1988 lebt Storl mit

seiner Familie im Allgäu, streift durch die Wälder, gärtnert, schreibt Bücher und bietet Seminare an.

Karten für den Vortrag von Wolf-Dieter Storl gibt es zum Preis von 22 Euro über www.ticket-regional.de/seitenpfade oder unter der Telefonnummer 04298/4687161. Weitere Infos gibt es unter www.seitenpfade.de.

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