Stiftung Nordwest Natur weist auf Weservertiefung und Folgen für die Wümme hin Flusslandschaft in Gefahr

Die Stiftung Nordwest Natur wurde 1999 in Bremen gegründet und engagiert sich für Naturschutzprojekte in den wassergeprägten Landschaften an Wümme und Weser. Die Stiftung betreut die bremischen Naturschutzgebiete Borgfelder Wümmewiesen und Untere Wümme. In ihren aktuellen Veranstaltungen machen die Naturschützer auf die Bedeutung der Landschaft aufmerksam - und weisen auf Gefahren hin.
28.02.2012, 05:00
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Von Sabine von der Decken

Die Stiftung Nordwest Natur wurde 1999 in Bremen gegründet und engagiert sich für Naturschutzprojekte in den wassergeprägten Landschaften an Wümme und Weser. Die Stiftung betreut die bremischen Naturschutzgebiete Borgfelder Wümmewiesen und Untere Wümme. In ihren aktuellen Veranstaltungen machen die Naturschützer auf die Bedeutung der Landschaft aufmerksam - und weisen auf Gefahren hin.

Borgfeld. Wasserstandsschwankungen machen der Natur das Leben schwer, und Pflanzen und Tiere verlieren dadurch ihren Lebensraum. Auch die Wümme unterliegt seit mehreren Jahrzehnten einem immer stärkeren Tideneinfluss durch Begradigung und Vertiefung der Unterweser. Deren Auswirkungen auf die Zukunft der Wümmelandschaft sind Schwerpunktthema des neuen Programms der Nordwestdeutschen Stiftung für Tier- und Naturschutz, kurz Nordwest Natur. Ziel der Veranstaltungen ist es, auf die Problematik aufmerksam zu machen, um Artenvielfalt und Schönheit der Landschaft zu erhalten.

Es sind dramatische Veränderungen, die durch Begradigung und Vertiefung der Unterweser und dem damit einhergehenden größeren Tidenhub an der Wümme im Blockland und in Borgfeld hervorgerufen werden. "Wie ein lückenhaftes Gebiss" zeigt sich bereits das Schilfröhricht an der Wümme, beschreibt Gunnar Oertel, Nordwest Natur, die Auswirkungen durch Erosion. Die Veranstaltungen der Nordwest Natur nähern sich dem Thema auf wissenschaftlicher, kulinarischer, ornithologischer, botanischer und sportlicher Ebene. Dabei kommen nicht nur Wissenschaftler und Naturschützer zu Wort, auch Anwohner und Naturliebhaber zeigen ihre Sicht der Dinge.

Große Folgeschäden

In der Auftaktveranstaltung "Die Fischerhuder Wümmeniederung im Jahreslauf" zeigt Ornithologe und Naturfotograf Fritz Ibold am Donnerstag, 1. März, seinen ganz persönlichen Blickwinkel auf die Flusslandschaft. Wie groß bereits die durch die Eingriffe entstandenen Schäden und deren Folgen sind, wird im Informationscafé am 10. März deutlich. Wissenschaftliches Hintergrundwissen zu den täglich zunehmenden stärkeren Wasserstandsschwankungen und deren Auswirkungen auf den Lebensraum vermitteln hier Hans-Gerhard Kulp von der Biologischen Station Osterholz, Martin Rode vom Umweltverband BUND und Michael Schirmer als Vertreter des Bremischen Deichverbands am rechten Weserufer.

Nicht nur um trockene Fakten, Tabellen und Fachwissen, sondern um das Erleben der Naturlandschaft geht es im Erzählcafé am 17. März. Zwei Landwirte, die die Wümme täglich im Blick haben, berichten über die von ihnen beobachteten Veränderungen, der die Flusslandschaft im Laufe der vergangenen Jahre unterlag.

Gemeinsam mit dem Kulturforum Borgfeld wirft Nordwest Natur aus Sicht der Künstler einen Blick auf die Wümmelandschaft. An dem Ort, an dem schon Modersohn seine Staffelei aufstellte, treten Naturschützer und Kunstinteressierte in Dialog miteinander und vergleichen Landschaftsmalerei mit heutigen Tatsachen. Neu im Programm ist das Angebot zur Gewässererkundung mit Kescher und Lupe. Matthias Hein von Nordwest Natur beschreibt in einer vierstündigen Exkursion die Wasserlandschaft rund um Borgfeld.

Die Wümme hat einen ganz besonderen Verlauf, dessen Bogenförmigkeit sich seit dem 12. Jahrhundert kaum verändert hat. "Wenn man schon solch gute Voraussetzungen hat, hofft man als Naturschützer, dass nicht nur der Verlauf, sondern auch die Lebensräume naturnah erhalten bleiben", umschreibt Gunnar Oertel das Engagement für Naturschutzprojekte in den wassergeprägten Landschaften.

Weitere Informationen bei der Stiftung unter Telefon 0421/71006 oder im Internet unter der Adresse www.nordwest-natur.de.

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