Sparkasse Bremen Gerüchte um Filialschließung in Borgfeld

Wie geht es mit der Borgfelder Sparkassenfiliale weiter? Bleibt alles so, wie es ist? Oder werden jetzt schon die Weichen für einschneidende Veränderungen gestellt? Dazu gibt es verschiedene Antworten.
08.02.2020, 12:09
Lesedauer: 3 Min
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Von Petra Scheller

Borgfeld. Wie geht es mit der Borgfelder Sparkassenfiliale weiter? Bleibt alles so, wie es ist? Oder werden jetzt schon die Weichen für einschneidende Veränderungen gestellt? Auf diese Fragen gibt es zurzeit ganz unterschiedliche Antworten. Während die Vorsitzende der Borgfelder CDU, Gabriela Piontkowski, in einer Pressemitteilung bereits von der „Aufgabe der Sparkassenfiliale in Borgfeld in zwei Jahren“ spricht, bleibt Stadtteilfilialleiter Marc Erigson von der Sparkasse Bremen bei seiner Aussage: „Der Standort einer Sparkassenfiliale in Borgfeld wird aufrechterhalten.“ Das teilt der Finanzexperte auf Nachfrage erneut mit.

Was ist also dran an den Gerüchten um die Filialschließung? Der Hintergrund für die Annahme des baldigen Aus der Borgfelder Geschäftsstelle ergibt sich aus Gesprächen mit den Eigentümern des Gebäudes an der Borgfelder Heerstraße 57a, teilt CDU-Ortsverbandsvorsitzende Gabriela Piontkowski mit. Davon berichtet auch Borgfelds Seniorensprecher Johannes Huesmann. Die Mietverträge zwischen der Sparkasse und den Gebäudeeigentümern seien noch einmal um zwei Jahre verlängert worden, weiß der Seniorensprecher. Das bestätigen die Eigentümer der Geschäftsflächen im Borgfelder Ortskern, Torge und Timon Hilken sowie deren Vater Rainer Hilken.

Die Verlängerung des Mietverhältnisses erfolgte allerdings nur zögerlich, berichtet Rainer Hilken auf Nachfrage. „Zunächst wollten sich die Mieter nicht mehr auf einen so langen Zeitraum festlegen“, sagt er. Die Sparkasse suche mittelfristig einen kleineren Standort für eine Selbstbedienungsfiliale mit Automaten. Zurzeit befinden sich die Geldautomaten noch vor den Filialräumen im Foyer an der Borgfelder Heerstraße. Das Foyer ist allerdings gleichzeitig einziger Zugang zu der rund 440 Quadratmeter großen Geschäftsfläche. Die Sparkasse will diesen Raum langfristig nicht mehr bespielen, heißt es.

Torge Hilken erklärt, es gebe „bereits Lösungsvorschläge, um einen Selbstbedienungsstandort an anderer Stelle zu realisieren.“ Die Vermieter unterstützten die Sparkasse, indem sie nach alternativen Standorten suchen. „Wir wissen um die Wichtigkeit der Sparkasse im Dorfmittelpunkt und sind auf Alternativlösungen vorbereitet. Sollte es kurzfristig Leerstände geben, in die die Sparkasse einziehen könnte, wäre eine vorzeitige Kündigung des bestehenden Mietverhältnisses möglich“, sagen die Hilkens. Auch gebe es bereits Interessenten für die rund 440 Quadratmeter große Sparkassen-Fläche. Sollte alles zusammenpassen, wäre ein vorzeitiger Flächentausch nicht ausgeschlossen.

„Spätestens in zwei Jahren macht die Sparkassenfiliale ganz dicht“, ist Seniorensprecher Huesmann überzeugt. Es könnte unter Umständen auch schneller gehen, vermutet er. Schon jetzt habe die Bremer Sparkasse in Borgfeld Personal abgebaut. „Zulasten der älteren Generation. Bargeld gibt es in Borgfeld nur noch am Automaten.“ Huesmann beklagt, dass sich „die Sparkassenverantwortlichen um eine klare Stellungnahme drücken.“

Stadtteilfilialleiter Marc Erigson spricht hingegen von einer offenen Informationspolitik. „Der demografische Wandel, Niedrigzinspolitik, Digitalisierung und politisches Reglement veranlassen die Sparkasse, die Filialen umzustrukturieren“, stellt er auf Anfrage der Redaktion klar. Einen zeitlichen Rahmen für mögliche Umstrukturierungen in Borgfeld will Erigson aber nicht nennen. „Stand der Dinge heute gibt es keine Veränderungen zu dem, was mein Kollege Herr Rondorff und auch ich beim Bürgermahl gesagt haben“, erklärt dazu auch die Kommunikationschefin der Bremer Sparkasse, Nicola Oppermann. „Von der Einrichtung eines SB-Standortes anstelle einer personenbesetzten Filiale ist mir nichts bekannt“, dementiert sie die Hinweise auf Pläne für eine bevorstehende Schließung.

Seniorensprecher Huesmann kritisiert indes die Informationspolitik der Sparkasse – und auch die vermeintlichen Pläne für eine Filialschließung. Für ältere Menschen sei es schwierig, sich am Automaten zurechtzufinden, erklärt Huesmann. „Für viele ist es auch schwierig, mit einer Pin zu arbeiten.“ Die Sparkasse sei gefordert, gerade für ältere Menschen, „die nicht internetaffin seien“, auch künftig ein nicht digitales Angebot vorzuhalten. Johannes Huesmann kündigt an, erneut Gespräche mit der Sparkasse aufnehmen zu wollen. Auch der Borgfelder Bürgerschaftsabgeordnete Michael Keller, der seniorenpolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion ist, will sich an den Gesprächen beteiligen, teilt die CDU-Ortsverbandsvorsitzende Piontkowski mit.

Ob und wie lange die Sparkassenfiliale in Borgfeld erhalten bleibt, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt also noch offen. Somit steht auch in den Sternen, wie lange es das übliche Schaltergeschäft noch geben wird. „Wenn alles in trockenen Tüchern ist, werden wir das öffentlich mitteilen“, sagt Stadtteilfilialleiter Marc Erigson noch. „Wenn Sie ein Haus kaufen„, fügt er hinzu, “dann erzählen Sie das doch auch erst, wenn die Tinte trocken ist, oder?“

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