Hans-Wendt-Stiftung in Borgfeld

Grünes Klassenzimmer ist startklar

Seit Februar arbeitet Lisa Saupe als Umweltpädagogin in der Hans-Wendt-Stiftung. Die Corona-Krise hat sie ausgebremst, doch sobald wie möglich will sie mit dem „Grünen Klassenzimmer“ durchstarten.
25.05.2020, 19:30
Lesedauer: 3 Min
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Von Sabine von der Decken
Grünes Klassenzimmer ist startklar

Lisa Saupe plant einen Natur-Kinder-Garten auf dem Gelände der Hans-Wendt-Stiftung.

Sabine von der Decken

Borgfeld. „Tja, Klimawandel“, sagt die 26-jährige Lisa Saupe und lässt kritisch ihren Blick über das Gelände der Kinder- und Jugendfarm der Hans-Wendt-Stiftung in Borgfeld streifen. Das sei auch auf dem Farmgrundstück nach drei trockenen Jahren in Folge ein großes Thema. „Ohne Zuwässern geht es momentan nicht“, sagt sie.

Seit Februar arbeitet die studierte Bio- und Umweltwissenschaftlerin als Umweltpädagogin in der Borgfelder Einrichtung. Erstmals erhielt die Hans-Wendt-Stiftung für zwei Jahre die Basisförderung vom senatorischen Ressort für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau für klimaschutzbezogene Bildungsarbeit, um die Stiftung als außerschulischen Lernort auszubauen.

In Rostock studierte die 26-Jährige Biowissenschaften, um ihren Traum von der Meeresbiologie zu leben. Dann aber kam alles anders. Sie veränderte nicht nur ihren Schwerpunkt von Wissenschaft auf den pädagogisch-didaktischen Bereich, sondern wechselte auf das Studienfach Umweltwissenschaft und zog nach Oldenburg. In dieser Zeit sammelte sie viel Berufserfahrung in Grundschulen, in der Projektarbeit im Theater und mit Geflüchteten und arbeitete als Teamerin im Netzwerk Demokratie und Courage. Weil ihr in Oldenburg aber das Wasser fehlte, zog sie 2019 nach Abschluss ihres Studiums nach Bremen und begab sich auf Jobsuche. Sie hielt Ausschau nach einer Kinder- und Jugendfarm und traf auf die Hans-Wendt-Stiftung. Viel wusste sie bis dahin nicht von der Arbeit dort, hatte die Stiftung eher beiläufig wahrgenommen. Die Bewerbung kam zur richtigen Zeit. „Das Timing passte perfekt“, sagt Heike Worgulla, die in der Hans-Wendt-Stiftung für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist. Gerade waren die Fördermittel bewilligt worden, die die Realisierung vielfältiger Angebote rund um das Thema Klimaschutz möglich machen. Außer der Hans-Wendt-Stiftung gibt es nur noch ein zweites Projekt in Bremen, das sich mit Klimaschutz beschäftigt und auf diese Art der Förderung erhält.

„Und dann bin ich direkt von Corona ausgebremst worden“, sagt Lisa Saupe. Mit den neu ins Leben gerufenen Gruppen Garten Kids, Klima Gäng und Climate Aktivists steht sie nun, nachdem es mehr und mehr Lockerungen bei den Corona-Restriktionen gibt, in den Startlöchern. Gerade hat sie grünes Licht von der Behörde erhalten. Bildungsgruppen dürfen unter Einhaltung der bekannten Sicherheitsabstände und Hygieneregeln wieder auf dem Farmgelände zusammenkommen. Die neuen Gruppen starten nach Pfingsten ab dem 2. Juni. Anmeldungen können per E-Mail an kinderundjugendfarm@hwst.de geschickt werden oder Lisa Saupe nimmt sie telefonisch unter 0151/73029174 entgegen.

Lisa Saupe will thematische Schwerpunkte im Bereich Klimaschutz setzen, will Schulklassen bis zu viermal pro Schuljahr auf das Farmgelände in das „Grüne Klassenzimmer“ einladen und hier die Themen Mobilität, Konsum, Ernährung, Ressourcenschutz und Energie erarbeiten. Auf der Fläche der ehemaligen Hundeschule soll der „Natur-Kinder-Garten“ entstehen. „Noch sieht es etwas langweilig aus“, sagt die Umweltpädagogin und blickt auf die eingezäunten Rasenflächen, auf denen noch nichts wächst. Der Plan war, Biosaatgut gemeinsam mit den Kindern auszusäen, um deren Wachsen und Werden gemeinsam verfolgen zu können. Nun zieht Lisa Saupe die Samen von Gemüse, Kräutern, Wildkräutern und Blumen auf ihrer Fensterbank vor und wartet auf den Startschuss, um die Jungpflanzen in die Erde setzen zu können. Ohne Kinder aber wollte sie das auf keinen Fall tun.

In all ihrem Tun bewegt sie die Fragestellung nach der aktiven Gestaltung der Zukunft unter dem Aspekt von Klimaschutz. „Wie wollen wir unsere Zukunft gestalten und was wollen wir dafür tun“, ist dabei ihre Fragestellung. Auch zu gucken, was geht, ist ihr ein Anliegen. Eigentlich war ihr die Etablierung von Ressourcenschutz mittels eines Repair-Cafés im Stadtteil ein besonderes Anliegen. „Das steht jetzt aber wegen Corona noch in den Sternen“, sagt sie. Die Rückendeckung der Hans-Wendt-Stiftung, so Heike Worgulla, aber hat sie für dieses Projekt.

Für den Weltspieltag am 28. Mai hat sich Lisa Saupe mit Kollegin Friederike Reinsch ein kontaktloses Programm überlegt. Im Rahmen von vier Rallyes mit Spielen und Experimenten können Familien oder Kleingruppen das Farmgelände erkunden. Ziel der Aktion ist es, trotz der Einschränkungen durch Covid-19 Natur zu entdecken, zu erleben und Neues zu erfahren.

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