Spielhalle in Borgfeld „Ich habe nichts mit der Spielhalle zu tun“

Elvis Huremovic distanziert sich von den Plänen seines Mieters, im Haus Krögersweg 7 eine Spielhalle eröffnen zu wollen. Er habe damit nichts zu tun, versichert er.
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„Ich habe nichts mit der Spielhalle zu tun“
Von Antje Stürmann

Borgfeld. Der Eigentümer des Hauses Krögersweg 7 in Borgfeld, Elvis Huremovic, nimmt erstmals persönlich Stellung zu den Plänen seines Mieters, in dem Haus eine Spielhalle zu eröffnen. Und er weist jeglichen Einfluss von sich: „Ich habe die Gewerbeeinheit an einen Interessenten vermietet, mit dem Gewerk habe ich nichts zu tun.“ Er sei bewegt, dass er in der aktuellen Diskussion als Buhmann da stehe, sagte er in einem Telefonat mit der WÜMME-ZEITUNG.

„Es wird so dargestellt, als ob ich etwas mit der Spielhalle zu tun habe, das ist falsch“, behauptet Huremovic, der nach eigenen Angaben in Bremen seit 23 Jahren eine Reinigungsfirma betreibt, mit Immobilien handelt und in der Neustadt ein Sonnenstudio betreibt. Wie berichtet, hat Senatorin Maike Schaefer die Genehmigung des Erdgeschosses zur Spielhalle aufgehoben. Sprecher Frank Lenk hatte daraufhin im Namen Huremovics mitgeteilt: Dieser nehme die Entscheidung der Senatorin zur Kenntnis und wolle „jetzt in Ruhe überlegen und die Situation neu bewerten“. Weder habe Huremovic bereits eine Entscheidung gefällt, ob er an seinen Plänen für eine Spielhalle in Borgfeld festhält, noch gebe es eine Tendenz. Jetzt korrigiert der Geschäftsmann selbst: „Diese Aussagen bezogen sich auf den Verkauf der Immobilie, ich habe nur meinen Willen bekundet, die Immobilie zu verkaufen, mehr nicht.“ Und daran, so Huremovic, halte er fest: Das Haus soll so bald wie möglich den Besitzer wechseln.

Den Umbau beantragt habe sein neuer Mieter. Huremovic sagt, er habe seinem Mieter die erforderlichen Unterlagen ausgehändigt und ihn bevollmächtigt, den Bauantrag bei der Stadt zu stellen und das Gewerk „Spielhalle“ genehmigen zu lassen. Erst später habe er mitbekommen, dass „der eine oder andere Nachbar andere Ansichten“ bezüglich einer Spielhalle habe. „Das respektiere ich“, sagt Huremovic und bestreitet, auf die Art der Nutzung seiner Räume Einfluss nehmen zu können: „Ich kann nicht darauf reagieren, ich habe einen Mieter, der seine Pflichten erfüllt“, sagte er am Mittwoch, „ich bin nicht der Ansprechpartner für diese Diskussion“. Ob die Spielhalle genehmigt werde, entscheiden die Behörden, so Huremovic. Auf die Nachfrage, ob nicht er als Vermieter bestimme, wem er seine Räume für welche Zwecke vermietet, weicht Huremovic aus: „Es wird immer verschiedene Sichtweisen geben.“ Die Art der Nutzung des Erdgeschosses sei im Mietvertrag nicht festgelegt worden: „Ich meine, er hat die Räume offen als Gewerbeeinheit angemietet.“

Doch mit so viel Gegenwehr aus der Nachbarschaft, von Politikern und dem Beirat hatte Huremovic nicht gerechnet, als er und sein Mieter einen Vertrag für „20 oder 25 Jahre“ unterschrieben haben. Er versucht es sportlich zu sehen. „Ich denke, bei anderen Gewerken wäre es ähnlich gewesen“, glaubt Huremovic, „wenn ich an einen Pub oder einen Frisör vermietet hätte, wäre es genauso gewesen“. In Borgfeld, sagt er, mache man sich eben gern „etwas mehr bemerkbar“. Auf der anderen Seite habe es zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung schlicht an Alternativen gemangelt: „Es gab nicht so viele Interessenten“, erinnert sich Huremovic, „ich habe den genommen, der da war und gepasst hat, um nicht länger warten zu müssen und nicht länger finanzielle Ausfälle zu haben“. Den jetzigen Mieter beschreibt er als seriösen Menschen („Ich habe bedenkenlos unterschrieben.“). Und als es darum ging, dass der Mieter in den Räumen am Krögersweg eine Spielhalle eröffnen möchte, habe er sich nichts Böses dabei gedacht. „Das ist ja ein Gewerk, dass verschlossen und ruhig ist“, findet Huremovic.

Sollten die Behörden den Bau und den Betrieb der Spielhalle tatsächlich verhindern, wäre das für Huremovic kein Grund, sich von seinem Mieter zu trennen – zumal dieser nicht auf den Betrieb von Spielhallen festgelegt sei. Der Mann kenne sich auch in der Gastronomie aus.

Den Protest der Anwohner nimmt Huremovic gelassen. Eine solche Gegenwehr würde das Geschäftsleben in Bremen nicht beeindrucken, so seine Worte. Für ihn sei wichtig, dass man sich gegenseitig respektiere. „Die Genehmigungen erteilt die Stadt.“ Jeden Nachbarn zufrieden zu stellen, sei nun einmal nicht möglich. Klarstellen will Huremovic auch, warum die Mitglieder im Bauausschuss am Dienstag vergeblich auf ihn als eingeladenen Gast gewartet haben: „Ich habe mehrfach versucht, Herrn Bramsiepe zu erreichen, um ihm zu sagen: Ich sehe keinen Nutzen darin, als Vermieter an einem Gespräch teilzunehmen, wo ich keinen Einfluss auf die Reaktionen habe.“ Der Kontakt zu Bramsiepe sei trotz mehrmaliger Anrufe auch am Mittwochvormittag nicht zustande gekommen.

Jetzt will Elvis Huremovic abwarten, „bis etwas Ruhe ins Land kehrt“. Er richtet sein darauf, einen Käufer für das Haus Krögersweg 7 zu finden. „Der Verkauf ist interessanter, wenn man einen Mieter hat“, sagt er.

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