Höhepunkt der Projektzeit in den evangelischen Kindertagesheimen ist der Wochenmarkt Kleine Verkäufer groß im Geschäft

Borgfeld. Jedes Kind bekam einen Farbklecks und die Aufgabe mit nach Hause, Obst und Gemüse in dieser Farbe auf dem Wochenmarkt einzukaufen. Diese Aufgabenstellung bildete vor sechs Wochen den Anfang des Projekts "Wochenmarkt" der Kindertagesheime der evangelischen Kirchengemeinde Borgfeld. Zwölf bunte Marktstände mit Obst, Gemüse, Pflanzen und Selbstgebasteltem auf dem Außengelände des Kindertagesheim Am Fleet waren das Ergebnis des Projekts.
14.04.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von SABINE VON DER DECKEN

Borgfeld. Jedes Kind bekam einen Farbklecks und die Aufgabe mit nach Hause, Obst und Gemüse in dieser Farbe auf dem Wochenmarkt einzukaufen. Diese Aufgabenstellung bildete vor sechs Wochen den Anfang des Projekts "Wochenmarkt" der Kindertagesheime der evangelischen Kirchengemeinde Borgfeld. Zwölf bunte Marktstände mit Obst, Gemüse, Pflanzen und Selbstgebasteltem auf dem Außengelände des Kindertagesheim Am Fleet waren das Ergebnis des Projekts.

"Wenn du vier Euro bekommst und die Marmelade kostet drei Euro, wie viel Geld gibst du zurück?", fragte Erzieherin Petra Bosse den vierjährigen Ole am Marmeladenstand. Dies war nur eine der vielen Aufgaben, die die kleinen Verkäufer des Bauernmarktes am Sonnabendvormittag zu bewältigen hatten. Mit Fingern und tatkräftiger Unterstützung durch die pädagogischen Mitarbeiter rechneten Annika, Ole, Kai, Franziska und die anderen Kinder fix das Wechselgeld aus.

Alle vier Jahre veranstalten die Kinder der Kindertagesheime der evangelischen Kirchengemeinde Borgfeld einen Wochenmarkt. "Das Thema gibt besonders viel her", erläuterte Leiterin Elke Meiners. "Besonders ergiebig ist dieser Themenkreis für die angehenden Schulkinder", so Meiners. In kleinen Gruppen beschäftigten sich die Kinder mit unterschiedlichen Fragestellungen und lernten exemplarisch anhand eines Lebensmittels dessen Werdegang vom Anbau bis zum Verkauf.

Während eines Besuchs des Borgfelder Wochenmarkts schauten die Kindergartenkinder den Marktbetreibern auf die Finger und ließen sich das Marktleben vor Ort erklären. Hier sammelten sie Erfahrungen für ihren eigen kleinen Wochenmarkt und erfragten bei den Marktbetreibern die Vertriebswege. Nicht alles, was sie gerne auf ihrem Markt verkaufen wollten, konnten die Borgfelder Kindergartenkinder selbst herstellen oder anbauen. Wie auf einem richtigen Wochenmarkt beinhaltete das Sortiment auch Kartoffeln, Eier, Obst, Gemüse und Blumen, die sie dazukauften.

Mia und Lennart verkauften nicht nur die kleinen farbigen Seifenstücke, sie hatten auch bei der Herstellung tatkräftig mitgeholfen. Mit "Seife, kauft Seife", lockten Klaus Hoyer, Mia und Lennart wie echte Marktschreier die Kunden an ihren Stand, auf dem die duftenden Seifenstücke mit Blütenblättern und Murmeln lagen. Denn auch Werbung und ansprechende Verpackung gehörten zu den Aufgaben, über die sich die Kinder für ihren Bauernmarkt Gedanken machten. Zu den Vorbereitungen gehörten die Herstellung selbst gemachter Chutneys, Marmeladen, Frischkäsezubereitungen und Kuchen im Glas. Auf der Fensterbank zogen die Kinder Kürbis-, Zucchini-, Erbsen- und Wickenpflanzen, die sie in kleinen Töpfen verkauften. Wie auf jedem Wochenmarkt gab es auch hier einen Stand mit frischen Blumen.

"Vielen Dank für den Einkauf", mit diesen Worten verabschiedete Niklas seine Kunden, denn auch Höflichkeit gehörte zu einer der im Rahmen dieses Projekts erworbenen Kompetenzen. In den vergangenen sechs Wochen lernten die Kinder im Rahmen von Rollenspielen den Wert der Geldmünzen kennen sowie Zählen oder Wiegen von Obst und Gemüse. Die Frage nach den Herkunftsländern von Äpfeln, Bananen und Kartoffeln wurde in diesem Zusammenhang ebenso geklärt wie die Bestandteile von Marmelade oder Seife.

Elke Meiners geht davon aus, dass wieder ein Kindergarten in einem sozialen Brennpunkt Bremens einen Teil des Verdienstes erhält. Über den Rest dürfen die Kinder mitentscheiden, in welche Anschaffung das erwirtschaftete Marktgeld fließt.

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